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Sonnensystem: Erforschungsmission zu Saturnmond Enceladus

Die Esa will eine Mission mit Orbiter und Landefähre zum Saturnmond Enceladus vorantreiben. Die Esa-Minister müssen aber noch zustimmen.
/ Patrick Klapetz
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Infografik der Esa zur Enceladus-Mission (Bild: Esa)
Infografik der Esa zur Enceladus-Mission Bild: Esa

Die europäische Weltraumorganisation Esa will zum Saturnmond Enceladus fliegen, um mehr über diesen außergewöhnlichen Mond in unserem Sonnensystem zu erfahren. Dies erklärten Esa-Vertreter auf der gemeinsamen Tagung des Europlanet Science Congress (EPSC) und der Division for Planetary Sciences (DPS)(öffnet im neuen Fenster) , die vom 7. bis 12. September 2025 in der finnischen Hauptstadt Helsinki stattfand.

Die Fachwelt geht davon aus, dass es Leben unter der dicken Eisschicht vn Enceladus geben könnte. Für die Entstehung und die Existenz von Lebensformen liefert der Eismond nämlich die drei notwendigen Voraussetzungen: das Vorhandensein von flüssigem Wasser, eine Energiequelle und eine bestimmte Anzahl chemischer Elemente.

Entdeckung der Abgasfahnen auf Enceladus

Im Jahr 2005 entdeckte die US-Raumsonde Cassini Abgasfahnen, aus denen Wasserdampf und winzige Eiskörner ins All geschleudert wurden. Der Fund deutete auf geologische Aktivitäten auf Enceladus und das Vorhandensein eines unterirdischen Ozeans aus flüssigem Wasser hin.

Während dreier Vorbeiflüge in den Jahren 2008 und 2009(öffnet im neuen Fenster) wurde die Zusammensetzung der frisch ausgeworfenen Plume-Körner gemessen. Mehr als 99 Prozent der Gesamtmasse der ausgeworfenen Feststoffe besanden aus salzhaltigen Körnern, die eine ozeanähnliche Zusammensetzung aufwiesen.

Dieses Material wurde mit Geschwindigkeiten von 6,5 bis 17,5 km/s aus den sogenannten Tigerstreifen-Oberflächenbrüchen am Südpol des Mondes ins All geschleudert. Zwar fallen die meisten salzigen Partikel aufgrund ihrer Schwere wieder auf die Oberfläche des Mondes zurück, einige speisen aber auch den schwachen E-Ring, der die Umlaufbahn von Enceladus um Saturn nachzeichnet.

Was ist über die europäische Enceladus-Mission bekannt?

Bisher wurden nur wenig Missionsdetails veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , da sich das Projekt noch im Anfangsstadium der Planung befindet. Klar ist aber, dass die europäische Enceladus-Mission aus einem Orbiter und einem Landefahrzeug bestehen soll. Der Orbiter soll so konstruiert sein, dass er Materialproben aus den Abgasen nimmt, die von den Tigerstreifen am Südpol ausgehen.

Für den Start beider Raumfahrzeuge sollen zwei europäische Ariane-6-Trägerraketen in ihrer größten Variante zum Einsatz kommen. In der Erdumlaufbahn sollen Orbiter und Lander dann aneinander andocken.

Mit der Montage in der Umlaufbahn will die Esa ihre technologischen Fähigkeiten erweitern – zu denen auch der Betrieb in extremen Umgebungen, Landetechnologien und neuartige wissenschaftliche Instrumente gehörten, teilte Jörn Helbert vom Europäischen Zentrum für Weltraumforschung und -technologie (ESTEC) der Esa mit.

Zustimmung muss noch erteilt werden

Die Mission soll 2042 zum Saturnmond Enceladus aufbrechen(öffnet im neuen Fenster) und diesen im Jahr 2053 erreichen. Neben Enceladus kann der Orbiter Daten von anderen Monden im Saturnsystem sammeln. 2058 soll die Landefähre zu ihrer Mondlandung ansetzen.

Das Projekt wird im Zuge von Voyage 2050 entwickelt, einem langfristigen wissenschaftlichen Planungsprogramm der Esa, das den Zeitraum von 2035 bis 2050 abdeckt. Für die vorgeschlagene Enceladus-Mission braucht es noch die Zustimmung des Esa-Ministertreffens im November 2025 in Bremen. Erst dann kann die Phase der Missionsdefinition eingeläutet werden.


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