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Sonnenfinsternis und Stromnetz: Nur eine kleine Delle in den Daten

Die Sonnenfinsternis hat sich nur geringfügig auf die Stromproduktion durch Solarenergie ausgewirkt. In einem Jahr könnte der Effekt größer sein.
/ Friedhelm Greis
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Die Solareinspeisung verringerte sich in Deutschland durch die Sonnenfinsternis kaum. (Bild: energy-charts.info/Screenshot: Golem)
Die Solareinspeisung verringerte sich in Deutschland durch die Sonnenfinsternis kaum. Bild: energy-charts.info/Screenshot: Golem

Am Ende ist es nur ein kleiner Effekt gewesen: Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 hatte nur einen sehr geringen Einfluss auf die Stromproduktion in Deutschland. Auch das spanische Stromnetz, wo es eine totale Sonnenfinsternis gab, verkraftete den schnellen, aber erwarteten Wegfall von Solarstrom ohne Probleme.

Das Besondere an dieser Sonnenfinsternis war der späte Zeitpunkt um etwa 20:10 Uhr, der in Deutschland nur kurz vor dem Sonnenuntergang lag. Zu dieser Uhrzeit war in den vergangenen Tagen die erzeugte Leistung durch Solarenergie(öffnet im neuen Fenster) schon vom Mittagspeak von 50 Gigawatt (GW) auf rund 0,9 GW gesunken. Die Prognosen für die Sonnenfinsternis gingen von etwa 0,35 GW aus. Um 20:15 Uhr wurden tatsächlich noch 0,18 GW gemessen (Auswertungsstand: 23:04 Uhr).

Bis zu 2 GW weniger Leistung

Stärker machte sich der Einfluss in den Minuten vor dem Maximum der Verdunkelung bemerkbar. Gegen 19:45 Uhr wurde eine Differenz von 1 GW im Vergleich zu den Vortagen erwartet. Tatsächlich war die Solareinspeisung fast 1,6 GW niedriger. Die Übertragungsnetzbetreiber waren vorab davon ausgegangen(öffnet im neuen Fenster), dass sich bei wolkenlosem Himmel die Photovoltaik-Einspeisung um bis zu 2 GW verringern könnte.

Im Vergleich zur abgerufenen Last von 52 GW war dieser Anteil jedoch gering. Die Stromversorger konnten sich daher problemlos auf den Wegfall der Erzeugungsleistung einstellen.

Spanien deutlich stärker betroffen

In Spanien war von einem größeren Effekt ausgegangen worden. Dort lag in den vergangenen Tagen die Solarstromerzeugung um 20:30 Uhr, dem dortigen Höhepunkt der Finsternis, bei etwa 4 GW. Die Prognose für den 12. August 2026 ging hingegen nur von etwa 0,8 GW aus. Tatsächlich wurden zu diesem Zeitpunkt 1,04 GW produziert (Stand: 22:53 Uhr).

Der Zusammenschluss der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, Entso-E, rechnete europaweit bei wolkenlosem Himmel mit einem Rückgang der Solarstromleistung von bis zu 9,7 GW(öffnet im neuen Fenster). Das könne zwischen 19:15 und 21:30 Uhr MESZ "zu einer raschen, aber vorhersehbaren Veränderung der Erzeugungsmuster führen".

Größere Auswirkungen im August 2027 erwartet

Um die Stromerzeugung und die Zuschaltung von Erzeugungsleistung besser steuern zu können, erhielten die lokalen Netzbetreiber zusätzliche, aktualisierte Prognosen zur Photovoltaik-Erzeugung von Wetterdienstleistern. In Spanien wurden vor allem Gaskraftwerke hochgefahren.

Nach Einschätzung der Netzbetreiber dürfte die Sonnenfinsternis am 2. August 2027(öffnet im neuen Fenster) größere Auswirkungen auf die Solareinspeisung haben, da die Verdunkelung auf den späten Vormittag fällt. Eine totale Finsternis betrifft dann jedoch nur den südlichsten Teil Spaniens gegen 10:48 Uhr. Am 2. August 2026 wurden um diese Uhrzeit schon mehr als 24 GW Solarstrom in Spanien produziert. In Deutschland waren es 45 GW.

Effekt auch bei Solaranlage sichtbar

Ließ sich der Effekt der Sonnenfinsternis zumindest in einer einzelnen PV-Anlage nachweisen? Wir haben uns dazu die Erzeugungsdaten einer Anlage besorgt, die sich auf dem Dach eines Berliner Mehrfamilienhauses befindet. Die Module sind in Ost-West-Richtung ausgerichtet, so dass sich der Effekt hätte messbar sein können.

Das lässt sich mit etwas gutem Willen durchaus aus den Daten ablesen. So fällt auf, dass die Kurve gegen 20 Uhr nicht sanft ausläuft, sondern recht steil gegen Null geht. Ohne die Sonnenfinsternis wäre vermutlich etwas mehr Strom nach 19:00 Uhr produziert worden. Wobei zu diesem Zeitpunkt nur noch zehn Prozent der Peakleistung erreicht wurden.

Nachtrag vom 13. August 2026, 9:21 Uhr

Wir haben die Angaben zur Sonnenfinsternis vom August 2027 korrigiert. Die frühere Zeitangabe bezog sich auf UTC und nicht MESZ.


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