Abo
  • Services:
Anzeige
Während der partiellen Sonnenfinsternis sinkt die Erzeugungsleistung der Solaranlagen in Deutschland.
Während der partiellen Sonnenfinsternis sinkt die Erzeugungsleistung der Solaranlagen in Deutschland. (Bild: Bill Ingalls/NASA/Getty Images)

Sonnenfinsternis und Solarstrom: Wie Energieversorger den Blackout verhindern

Während der partiellen Sonnenfinsternis sinkt die Erzeugungsleistung der Solaranlagen in Deutschland.
Während der partiellen Sonnenfinsternis sinkt die Erzeugungsleistung der Solaranlagen in Deutschland. (Bild: Bill Ingalls/NASA/Getty Images)

Am 20. März wird der Mond in Deutschland 80 Prozent des Sonnenlichts blockieren - die möglichen Folgen für das Stromnetz stellen für die Energieversorger eine nie dagewesene Herausforderung dar.
Von Jan Oliver Löfken

Am Vormittag des 20. März 2015 wird es dunkel in Deutschland. Oder zumindest etwas dunkler. Denn zwischen halb zehn und kurz vor Mittag schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und blockiert bis zu gut 80 Prozent des Sonnenlichts. Diese partielle Sonnenfinsternis wird bei wolkenfreiem Himmel Millionen begeistern und zugleich die Stabilität des Stromnetzes auf die Probe stellen. So warnen jedenfalls die vier Betreiber der deutschen Übertragungsnetze - Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW. Der Grund: Während der Abschattung könnte die Erzeugungsleistung der vielen Solaranlagen in Deutschland um bis zu 19.000 Megawatt sinken. Ort, Ausmaß und Dauer der Sonnenfinsternis sind zwar bekannt, doch die möglichen Folgen für das deutsche Stromnetz stellen tatsächlich eine bislang noch nie eingetretene Herausforderung dar. Wolken lassen zwar auch die Stromausbeute der Solarzellen vergleichbar einbrechen, doch die Sonnenfinsternis wirkt sich fast zeitgleich auf ganz Mitteleuropa aus. Daher arbeiten die Netzbetreiber seit Monaten an einer geeigneten Regelungsstrategie, um das Stromnetz sicher auf seiner Frequenz von 50 Hertz zu stabilisieren und einen Blackout zu vermeiden.

Auch der europäische Verband der Netzbetreiber, Entso-E, schätzt die Folgen der Sonnenfinsternis für fast den ganzen Kontinent ab (PDF). Doch da knapp die Hälfte aller europäischen Solaranlagen mit über 89.000 Megawatt Leistung in Deutschland stehen, sind hier die Auswirkungen besonders zu beachten. Nur Norditalien mit einer vergleichbaren Dichte an Solarparks wird sich ähnlich wie Deutschland wappnen müssen.

Anzeige

Laut einer Studie besteht keine Gefahr

"Doch es besteht keine Gefahr, da das Ereignis ganz gut planbar ist", sagt Volker Quaschning, Energieexperte an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft. Er muss es wissen, denn schon im vergangenen Jahr erstellte er mit seinen Kollegen eine umfassende Studie zum Einfluss der kommenden Sonnenfinsternis auf die deutsche Solarstromerzeugung (PDF). Dabei berücksichtigten sie die Lage der gut 1,4 Millionen über Deutschland verteilten Solaranlagen mit insgesamt über 39.000 Megawatt Leistung. Ein wichtiger Faktor, da die Sonne im Norden zu über 80 Prozent, in München höchstens nur 67,8 Prozent vom Mond verdeckt sein wird.

Jeder der vier Netzbetreiber ist zudem für eine Regelzone in Deutschland verantwortlich, die Quaschning und Kollegen einzeln betrachteten. An normalen, leicht bewölkten Tagen lassen sich Schwankungen in der Solarstromerzeugung zwischen den Regionen ausgleichen. Da sich die Sonnenfinsternis jedoch gleichzeitig auf ganz Deutschland auswirkt, fällt diese gegenseitige Unterstützung weg. Sollte am 20. März keine einzige Wolke am Himmel sein, werden die vier Netzbetreiber die Situation jeder für sich allein meistern müssen. "Aber sollte es bewölkt sein, wird die Stabilisierung des Stromnetzes kein Thema sein", sagt Quaschning.

Herrscht allerdings Kaiserwetter, steigt der Bedarf an sogenannter Regelleistung. Damit werden Schwankungen im Stromnetz binnen weniger Sekunden oder einiger Minuten ausgeglichen. Sie wirkt sowohl bei einem Strommangel als auch bei einem Stromüberschuss. Beide Fälle werden während der Sonnenfinsternis eintreten. Erst sackt die solare Stromerzeugung mit zunehmender Verschattung ab, danach steigt sie wieder an, bis die Sonne in ihrer kompletten Pracht wieder scheint. Aber bei einer Sonnenfinsternis geht das Licht nicht schlagartig aus und danach wieder plötzlich an. "In diesem Fall hätten wir wirklich ein Problem", sagt Quaschning.

Das Wetter bestimmt die Regelleistung 

eye home zur Startseite
katy81 21. Aug 2016

Die Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 hat 3,39 Mio ¤ gekostet. Die Kosten berechnen sich...

TC 21. Mär 2015

Ja. ich ärger mich grad auch extrem. hatte das Ereignis erst kürzlich mitbekommen...

Elgareth 20. Mär 2015

Ja, die erste mit unserem Ausmaß an Solarstrom. Dein Ironiemodus muss glaub ich mal...

M.Kessel 20. Mär 2015

Kurze Zeit, nachdem man Elektrizität erfunden wurde, haben die Erfinder sehr schnell...

M.Kessel 20. Mär 2015

Klar hat der Recht. Der Artikel ist an Unsinn kaum zu überbieten.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Duerenhoff GmbH, Raum Frankfurt am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  3. Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn
  4. NORD-MICRO GmbH & Co. OHG, Frankfurt am Main


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-67%) 6,66€
  2. (-10%) 53,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Staingate

    Austauschprogramm für fleckige Macbooks wird verlängert

  2. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  3. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  4. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  5. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  6. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  7. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  8. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe

  9. Boston Dynamics

    Humanoider Roboter Atlas macht Salto rückwärts

  10. Projekthoster

    Github zeigt Sicherheitswarnungen für Projektabhängigkeiten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphoneversicherungen im Überblick: Teuer und meistens überflüssig
Smartphoneversicherungen im Überblick
Teuer und meistens überflüssig
  1. Winphone 5.0 Trekstor will es nochmal mit Windows 10 Mobile versuchen
  2. Librem 5 Das freie Linux-Smartphone ist finanziert
  3. Aquaris-V- und U2-Reihe BQ stellt neue Smartphones ab 180 Euro vor

Erneuerbare Energien: Siemens leitet die neue Steinzeit ein
Erneuerbare Energien
Siemens leitet die neue Steinzeit ein
  1. Siemens und Schunk Akkufahrzeuge werden mit 600 bis 1.000 Kilowatt aufgeladen
  2. Parkplatz-Erkennung Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten

Cubesats: Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
Cubesats
Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
  1. Arkyd-6 Planetary Resources startet bald ein neues Weltraumteleskop
  2. SAEx Internet-Seekabel für Südatlantikinsel St. Helena
  3. Sputnik Piep, piep, kleiner Satellit

  1. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    HorkheimerAnders | 18:47

  2. Re: Nicht für den Straßenverkehr

    tingelchen | 18:46

  3. Re: Von 74 Milliarden Investitionen insgesamt...

    Hegakalle | 18:44

  4. Re: Ich war auch betroffen...

    Hegakalle | 18:39

  5. In Amerika easy

    Hegakalle | 18:34


  1. 17:14

  2. 13:36

  3. 12:22

  4. 10:48

  5. 09:02

  6. 19:05

  7. 17:08

  8. 16:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel