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Das Wetter bestimmt die Regelleistung

Doch schneller als während normaler Morgen- oder Abenddämmerungen verändert sich die Sonneneinstrahlung allemal. Quaschning und Kollegen berechneten dazu den sogenannten Gradienten: So wird die Leistung der Solarkraftwerke während der ersten Hälfte um bis zu 272 Megawatt abnehmen und während der zweiten Hälfte am späten Vormittag um bis zu 348 Megawatt zunehmen. Dies entspreche laut Quaschning dem 3,5fachen der üblichen Leistungsänderungen der Solarmodule. So wird für einen sonnigen 20. März entsprechend mehr Regelleistung benötigt werden als an normalen Tagen. "So einen Fall hatten wir bisher tatsächlich noch nicht", sagt der Energieexperte.

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Doch der deutsche Kraftwerkspark bietet eine ausreichende technische Grundlage, um diese erhöhte Regelleistung bereitstellen zu können. Allein die deutschen Pumpspeicher, in denen Wasser hochgepumpt und durch Turbinen wieder abgelassen wird, böten nach der Berliner Studie genug Regelleistung, um die größten zu erwartenden Schwankungen ausgleichen zu können. "Aber wir haben ja auch noch Kohle- und Gaskraftwerke, die hoch- oder runtergefahren werden können", sagt Quaschning. Bei einsetzender Abschattung könnten diese ihre Leistung nach und nach steigern, um sie während der zweiten Hälfte der Sonnenfinsternis binnen einer Stunde wieder zu reduzieren. Allein, die Bereitstellung dieser Regelleistung muss geplant werden.

Was ist, wenn mehrere Kraftwerke ausfallen?

Auf der Basis der Szenarien, die auch die Netzbetreiber seit Monaten ausgiebig durchspielen, wird spätestens am Vortag der Sonnenfinsternis auf der Basis einer verlässlichen Wettervorhersage Regelleistung für den Folgetag eingekauft. Die Netzbetreiber sichern sich damit vereinfacht beschrieben die Kontrolle über einen Teil der Kraftwerkparks. Diese Regelleistung können sie zuverlässig zum gewünschten Zeitpunkt einsetzen und das Stromnetz stabilisieren. Dabei darf - zusätzlich zur Sonnenfinsternis - auch das Risiko eines weiteren unerwarteten Kraftwerksausfalls nicht vernachlässigt werden. Im Extremfall behalten sich die Netzbetreiber vor, größere Verbraucher kurzfristig vom Stromnetz abzuklemmen. "Zu den Kosten lässt sich noch nichts sagen, da Umfang und Preis der zusätzlich notwendigen Regelleistung erst kurz vor der Sonnenfinsternis feststehen werden", heißt es beim Netzbetreiber Tennet. Doch werden sie nur einen sehr geringen Anteil an den üblichen Netzentgelten ausmachen.

"Würden am 20. März minus 20 Grad herrschen, wäre die Herausforderung größer", sagt Quaschning. Doch da ein solcher Kälteeinbruch extrem unwahrscheinlich ist, sei jede Art der Panikmache vor einem Blackout unangebracht. Selbst vor der nächsten totalen Sonnenfinsternis in Deutschland am 3. September 2081 mit völliger Dunkelheit für wenige Minuten müssten sich Kinder und Enkel nicht fürchten. Zur Dunkelheit wird dann zwar zusätzlich der Wind kurz einschlafen und die Windräder ruhen lassen. Doch sollten bis dahin leistungsfähige Stromspeicher entwickelt und installiert sein, um selbst längere Dunkelphasen mühelos überbrücken zu können.

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 Sonnenfinsternis und Solarstrom: Wie Energieversorger den Blackout verhindern
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katy81 21. Aug 2016

Die Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 hat 3,39 Mio ¤ gekostet. Die Kosten berechnen sich...

TC 21. Mär 2015

Ja. ich ärger mich grad auch extrem. hatte das Ereignis erst kürzlich mitbekommen...

Elgareth 20. Mär 2015

Ja, die erste mit unserem Ausmaß an Solarstrom. Dein Ironiemodus muss glaub ich mal...

M.Kessel 20. Mär 2015

Kurze Zeit, nachdem man Elektrizität erfunden wurde, haben die Erfinder sehr schnell...

M.Kessel 20. Mär 2015

Klar hat der Recht. Der Artikel ist an Unsinn kaum zu überbieten.


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