Sonnenfinsternis beobachten: Zwei Blatt Papier statt Sofi-Brille
Der Kernschatten(öffnet im neuen Fenster) der Sonnenfinsternis am Mittwoch wird nur in Grönland, Island und Nordspanien zu beobachten sein. Weil die Sonne bei der Verdeckung durch den Mond zwischen 19 und 21 Uhr jedoch sehr tief steht, ist die partielle Sonnenfinsternis in weiten Teilen Europas und damit auch in Deutschland gut sichtbar. In München oder Frankfurt wird die Sonne zu fast 90 Prozent verdeckt, in Berlin noch immer zu 85 Prozent.
Beobachten lässt sich das aber nur mit Hilfsmitteln, sonst drohen schwere Augenverletzungen bis hin zu bleibenden Schäden. Das Bundesamt für Strahlenschutz(öffnet im neuen Fenster) hat noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sogenannte Sonnenfinsternisbrillen oder Sofi-Brillen maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts passieren lassen dürfen.
Eine solche gekaufte Brille sollte unbedingt das CE-Zeichen aufweisen und die Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 erfüllen. Auch das ist in der Regel an der Brille oder ihrer Verpackung vermerkt. Schweißergläser, Sonnenbrille und Ähnliches sollten keinesfalls genutzt werden.
Vom Optiker bis zum Versandhandel
Das alte Exemplar aus dem Jahr der totalen Finsternis in Süddeutschland von 1999 sollte ebenfalls nicht mehr genutzt werden, denn eine Filterwirkung ist wegen des Alters keineswegs gesichert. Aktuell gibt es geeignete Brillen bei Optikern, im Astronomiebedarf, teils auch im Fotobedarf zu kaufen. In einigen Buchhandlungen und Drogeriegeschäften liegen die Brillen ebenfalls aus. Üblicherweise kostet eine Sofi-Brille einen Euro.
Selbst für den Versandhandel könnte es noch nicht zu spät sein. Gelingt kein rechtzeitiger Kauf mehr, sollte auf selbstgebaute Filter jeder Art unbedingt verzichtet werden.
Zwei Blatt Papier genügen
Schließlich lässt sich die Sonnenfinsternis aber absolut sicher und ohne Aufwand beobachten. Das gelingt mit zwei Blatt Papier und einer Stecknadel.
In das erste Blatt wird ein Loch mit einer dicken Stecknadel gedrückt. Bei tiefem Sonnenstand kann es zum Zeitpunkt der Sonnenfinsternis an eine nach Westen zeigende Fensterscheibe geklebt werden.
Das zweite Blatt dient als Projektionsfläche, auf der die Sonnenscheibe zu sehen ist, die sich am Mittwochabend nach und nach verkleinern wird, weil sich der Mond davor schiebt.
Man kann den Abstand zwischen beiden Blättern variieren und mit der Lochgröße experimentieren, um die Größe der Sonnenscheiben zu verändern. Das gelingt auch schon vor der eigentlichen Sonnenfinsternis. So ist die Sonne nur indirekt zu sehen und es besteht keine Gefahr für das Augenlicht.
Noch eleganter geht es mit einer Camera obscura(öffnet im neuen Fenster), die am Ende aber dem gleichen Prinzip folgt. Hier ist aber wieder Vorsicht geboten, denn mit der selbstgebauten Kamera darf wiederum keinesfalls direkt in die Sonne geschaut werden.
Anspruchsvollere Beobachtungstipps und Ideen für detaillierte Aufnahme der Sonnenfinsternis sind in einen ausführlichen Text beschrieben.


