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Sonderbericht: EU-Rechnungshof kritisiert langsames Vectoring

Der EU-Rechnungshof nennt Beschränkungen des Vectorings: Keine Gigabit-Datenraten, nicht zukunftssicher, begrenzte Nutzerzahl und Ausschluss der Konkurrenz.
/ Achim Sawall
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Vectoring: Kupfer auf der letzten Meile (Bild: Deutsche Telekom)
Vectoring: Kupfer auf der letzten Meile Bild: Deutsche Telekom

Der EU-Rechnungshof hat in seinem Sonderbericht 'Der Breitbandausbau in den EU-Mitgliedstaaten'(öffnet im neuen Fenster) weitgehende Kritik am Vectoringausbau in Deutschland entwickelt, den die Deutsche Telekom führend betreibt.

Darin heißt es: "In Deutschland nutzt der etablierte Betreiber zur Verbesserung der Breitbandabdeckung in großem Umfang die Vectoring-Technologie. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die eine höhere Geschwindigkeit über Kupferleitungen ermöglicht. Der Vorteil von Vectoring besteht darin, dass es kostengünstiger ist als die Errichtung neuer Infrastruktur. Die Technologie hat jedoch auch ihre Grenzen. Erstens gelten die beworbenen Geschwindigkeiten nur bei einer begrenzten Anzahl von Nutzern; je mehr Nutzer verbunden sind, desto geringer ist die Geschwindigkeit. Zweitens ist die Vectoring-Technologie eine kurzfristige Lösung: Sie ist nicht so zukunftssicher wie Glasfaser und Koaxialkabel."

Vectoring möge zwar ausreichen, um die Ziele der Strategie Europa 2020 zu erreichen, doch die Zielsetzungen der Gigabit-Gesellschaft für 2025 mit den geforderten Geschwindigkeiten von 1 GBit/s werden "mit dieser Technologie wahrscheinlich nicht zu verwirklichen sein". Dass Vectoring nicht gigabitfähig ist, wird auch von der Telekom nicht bestritten, der Netzbetreiber stellt den Ausbau aber als Fortschritt da, weil die Glasfaser dazu bis zum Multifunktionsgehäuse ausgebaut werden muss. Von da aus sei später ein weiterer Ausbau der Glasfaser bis in Haus möglich.

Zudem besteht laut EU-Rechnungshof die Voraussetzung für Vectoring darin, "dass nur ein einziger Anbieter physischen Zugang zur letzten Meile hat, wodurch der Wettbewerb eingeschränkt werden könnte." Durch Node-Level-Vectoring wäre Entbündeln möglich. Beim Vectoring im Nahbereich müsste nicht mehr exklusiv nur ein Anbieter ausbauen – in Deutschland größtenteils die Telekom. Die Telekommunikationsbetreiber müssten für Node-Level-Vectoring aber sehr eng zusammenarbeiten.


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