Sommerliche Hitze: Frankreichs Atomkraftwerke vor Leistungsrückgang
Wie das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet, ist am 26. Mai in Frankreich der Strompreis für den Folgemonat stark angestiegen. Auch für das dritte Quartal 2026 wurde der Preis angehoben.
Ein Grund dafür ist, dass die derzeit in West- und Mitteleuropa anhaltende Hitzewelle die Kühlfähigkeiten der französischen Atomkraftwerke einschränkt. Dieser Heat Dome(öffnet im neuen Fenster) lässt die Temperaturen auf bis zu 33 °C steigen. Die Höchsttemperatur für einen Tag im Mai lag in Frankreich seit Beginn der Messung noch nie höher.
Wärmeres Flusswasser im Kühlkreislauf der Kernreaktoren senkt den Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung in der Dampfturbine. Deshalb wird bereits jetzt damit gerechnet, dass ein Teil der Leistung der Atomreaktoren in den nächsten Tagen sowie in den folgenden Sommermonaten fehlen wird. Da Frankreich seinen Strom zu etwa 70 Prozent aus Atomkraft bezieht, hat bereits ein leichter Leistungsrückgang große Auswirkungen auf die verfügbare Strommenge.
Wassertemperatur unkritisch
Die Sicherheit der Kernreaktoren wird durch die erhöhten Temperaturen allerdings nicht beeinträchtigt. Wie die gemeinnützige Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit(öffnet im neuen Fenster) schreibt, sind Hitzewellen vergleichsweise gut planbar und die Reduzierung der Reaktorleistung gilt als verlässliches Mittel, um auf die sommerlichen Temperaturen zu reagieren.
Auch ein komplettes Abfahren von Atomanlagen sei demnach wegen ausreichend Vorlaufzeit und nur langsam ansteigender Wassertemperaturen gut möglich. Die Planbarkeit des Kühlwasserbedarfs sei ebenfalls vorausschauend möglich. Hierbei spielen insbesondere sinkende Pegelstände eine wichtige Rolle.
Im Fokus stehen die Rhone, die Garonne und die Gironde in Südfrankreich. Deren Pegelstände entscheiden über den Betrieb beziehungsweise eine notwendige Abschaltung von fünf großen Kernkraftwerken, denn bei zu wenig Wasser ist ein regulärer Weiterbetrieb nicht mehr möglich.
Die Wassertemperatur der Rhone hat bereits einen neuen Rekord für den Monat Mai erreicht und der Flusspegel(öffnet im neuen Fenster) in Genf kurz vor der französischen Grenze liegt deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Gleichzeitig wird die nächste Hitzewelle bereits für Ende Juni erwartet.
- Anzeige Hier geht es zu Erneuerbare Energien und Klimaschutz bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



