Solomon Hykes: Docker-Gründer hört auf
Mit einem schlichten "Au revoir", verabschiedet sich der Gründer des einflussreichen Containerspezialisten Docker, Solomon Hykes, von dem operativen Geschäft des Unternehmens und seiner dortigen Rolle als Technikchef. Hykes, der neben der US-Amerikanischen auch die Französische Staatsbürgerschaft besitzt, schreibt(öffnet im neuen Fenster), dass der Weggang eines Gründers zwar üblicherweise als dramatisch angesehen wird, in seinem Fall sei es aber wesentlich weniger dramatisch. Er will sich zunächst wieder auf sein Privatleben konzentrieren.
Das Vorgängerunternehmen von Docker, Dotcloud, das bereits vor rund zehn Jahren von Hykes gegründet worden war, war eines von vielen Hostingunternehmen, das sich auf Platform-as-a-Service spezialisiert hatte. Vor rund fünf Jahren entschieden Hykes und sein Team schließlich, ihre selbst entwickelte Infrastrukturtechnik auf Basis der Linux-Container offenzulegen. Das Unternehmen hat sich daraufhin unter dem Namen Docker "neu erfunden", wie Hykes schreibt und damit wohl den Trend sowie die enorme Verbreitung der Containertechnik ausgelöst oder zumindest massiv beeinflusst.
Fokus auf Unternehmenskunden
Begleitet hat Hykes diesen massiven Aufstieg von Docker als Technikchef (CTO). Geführt wurde das Unternehmen in der Wachstumsphase von Ben Golub als CEO. Golub arbeitete zuvor bei dem Open-Source-Unternehmen Gluster, das von Red Hat übernommen wurde. Doch Golub hat Docker schon vor fast einem Jahr verlassen(öffnet im neuen Fenster). Zusammen mit Hykes fehlen dem Unternehmen nun zwei Personen, die Docker wohl sehr stark geprägt haben.
Die Rolle von Golub hat mit Steve Singh ein ehemaliger Manager von SAP übernommen, das für seinen Fokus auf Enterprise-Produkte und -Kunden bekannt ist. Laut Hykes soll der neue Docker-Chef Singh künftig von einem erfahrenen Technikchef dabei unterstützt werden, vor allem das eigene Enterprise-Angebot zu stärken.
Für Hykes stehen derzeit sämtliche Unternehmen weltweit vor einer Migration in die Cloud und damit auf Container-Technik. Dafür bräuchten sie eine Lösung, die "verlässlich und sicher" sei und weder teure Code- noch Prozessänderung erfordere. Das biete derzeit nur die Docker Enterprise Edition, gibt sich Hykes sicher. Doch die Entwicklung von Docker ist vor allem im vergangenen Jahr eher weniger verlässlich.
Docker unter Konkurrenzdruck
Die Rolle Dockers als Vorreiter bei Containertechnologie und als dominierendes Unternehmen in diesem Bereich ist seit Jahren unter Druck. Dazu beigetragen haben vor allem CoreOS mit der konkurrierenden Containertechnik Rkt sowie die ursprünglich von Google initiierte Container-Orchestrierung Kubernetes.
So führte wohl vor allem Rkt zu einer Modularisierung der Docker-Technik, so dass mit Containerd nun eine direkte Alternative zu Rkt bereitsteht. Darüber hinaus hat Docker im vergangenen Jahr mit Moby ein eigenes Open-Source-Upstream-Projekt bekommen. Docker und Moby haben zudem im vergangen Herbst Unterstützung für Kubernetes erhalten(öffnet im neuen Fenster), was wohl eine direkte Konkurrenz zur hauseigenen Orchestrierung Docker Swarm bedeutet. Diese Schritte werfen Fragen in Bezug auf die Ausrichtung des Unternehmens auf, die eher unklar zu sein scheint.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte darüber, dass Docker übernommen werden könnte, da es nicht selbstständig gewinnbringend arbeiten könnte. Bei dem kleineren Konkurrenten CoreOS haben sich gleichlautende Gerüchte bewahrheitet: So ist CoreOS von Red Hat für 250 Millionen US-Dollar gekauft worden. Als mögliche Käufer für Docker kommen etwa IBM, Microsoft, Oracle oder auch VMware in betracht.
Docker hat zuletzt eine Finanzierungsrunde über 75 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) abgeschlossen und dabei 62 Millionen US-Dollar eingenommen. In den vergangenen Jahren konnte Docker insgesamt fast 250 Millionen US-Dollar Risikokaptial einsammeln(öffnet im neuen Fenster).
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