Solid-State: Fisker gibt bei Festkörperakkus für E-Autos auf
Versprechen gebrochen: Der kalifornische Elektroautohersteller Fisker fabulierte 2017 von einem Festkörperakku, der die Ladevorgänge seiner Elektrosportwagen schneller machen sollte als das Betanken eines Verbrenners an der Zapfsäule.
Vier Jahre später zeigt sich: Alles sollte man den Startups nicht glauben. "Die Technologie ermöglicht Reichweiten von über 800 km und eine Ladezeit von weniger als einer Minute", teilte Fisker 2017 mit. Dafür gab und gibt es nicht einmal eine E-Ladesäule, die solche Ladeströme realisieren könnte.
Nun hat Henrik Fisker, Gründer des Elektrofahrzeug-Startups, in einem Interview mit The Verge mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster), dass die Technik komplett fallengelassen wird. Die Entwicklung sei zu aufwendig und teuer geworden.
Die Probleme wurden schon früher offenbar. Anfang 2019 verschob Fisker den geplanten Sportwagen mit Solid-State-Technik und kündigte das SUV Ocean an, das mit normalen Lithium-Ionen-Akkus betrieben werden soll.
Gerüchte und Streitigkeiten um Werksspionage
Einen üblen Nachgeschmack hat in diesem Zusammenhang auch eine Rechtsstreitigkeit mit Quantumscape. Dieses Unternehmen entwickelt Festkörperakkus und kooperiert mit Volkswagen. Ein Mitarbeiter wechselte um den Jahreswechsel 2018/2019 zu Fisker und soll Tausende von Unterlagen mitgebracht haben. Quantumscape befürchtete, dass Geschäftsgeheimnisse verraten wurden und verklagte Fisker. 2020 wurde der Rechtsstreit durch die Zahlung von 750.000 US-Dollar von Fisker an Quantumscape beigelegt. Der Mitarbeiter verlor seinen Job.
Was ist ein Festkörperakku?
Festkörperakkus verfügen, wie der Name nahelegt, über kein flüssiges Elektrolyt. Stattdessen werden Feststoff-Elektrolyte auf Polymer- und Keramikbasis verwendet und die Anode besteht aus einer Lithium-Metallfolie. Außerdem können sie – anders als Lithium-Ionen-Akkus – kein Feuer fangen.
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