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Solarthermie: Industrielle Wärme ist am günstigsten vom eigenen Dach

Erneuerbarer Strom ist längst günstiger als aus anderen Quellen. Bei Wärme sieht das noch anders aus, vor allem bei höheren Temperaturen.
/ Mario Petzold
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Prototyp der preiswerten Solarthermieanlage des ETH-Forschers Luca Thommen (Bild: ETH Zürich/Michel Büchel)
Prototyp der preiswerten Solarthermieanlage des ETH-Forschers Luca Thommen Bild: ETH Zürich/Michel Büchel

Ein Forscher der ETH Zürich(öffnet im neuen Fenster) hat eine Anlage für Solarthermie entworfen, die der Wärmeerzeugung aus Gas Konkurrenz machen soll. Insbesondere bei Temperaturen jenseits von 100 °C ist das Verbrennen von Erdgas aktuell noch die preiswerteste Art der Wärmeerzeugung.

Solarthermieanlagen, die teils an Eigenheimen zu finden sind, sind zu teuer in der Herstellung und erwärmen Wasser nicht weit genug. Auch Wärmepumpen sind für die Erzeugung hoher Temperaturen weniger geeignet.

Anders soll dies bei dem nun entwickelten System sein. Luft oder Wasser lassen sich darin bis auf 150 °C erhitzen. Das Pasteurisieren von Milchprodukten, industrielle Reinigungs- und Destillationsprozesse benötigen diesen Temperaturbereich. Diese Wärme könnte zukünftig direkt vom eigenen Firmendach stammen.

Verschlankung der Wärmeerzeugung nötig

Damit der Vorgang sich auch wirtschaftlich lohnt, musste im Vergleich zur aktuell schon genutzten Solarthermie an vielen Stellen optimiert werden. So nutzt das System insgesamt fünf Schichten, in denen die Wärme wahlweise isoliert oder absorbiert wird. Eine optische Schicht konzentriert das Sonnenlicht stark genug, um die hohen Temperaturen zu erreichen.

Gleichzeitig wurde an den Materialien gespart. Es kommt möglichst wenig und zudem sehr günstiges Material zum Einsatz. Größtenteils handelt es sich um Dämmstoffe, die gut verfügbar sind. Metall wird lediglich zur Reflexion des Lichts eingesetzt.

Eine erste Zusammenarbeit gibt es mit einem Spin-off der ETH Zürich. Climeworks benötigt 100 °C, um Prozesse zur CO2-Entfernung in Gang zu setzen. Dafür soll nach Möglichkeit Wärme aus erneuerbaren Quellen genutzt werden.

Einfacher als durch direkte Sonneneinstrahlung lässt sich das kaum erreichen. Nun gilt es, die Solarheizung so günstig wie möglich herstellen zu können, damit es sich für die Industrie lohnt, die Wärme statt aus Erdgas unmittelbar aus der Sonne zu gewinnen.

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