Solarstrom rund um die Uhr: Finnlands perfekter Standortvorteil für Sonnenenergie
Mehrere Studien der Technischen Universität Lappeenranta, Finnland, haben den günstigsten Pfad für eine klimaneutrale Energieversorgung des nordeuropäischen Landes untersucht. Es zeigt sich darin, dass der bisher vernachlässigte Ausbau der Photovoltaik im Vergleich zum aktuellen Weg mit einer geplanten Verdreifachung der Kernenergie die Stromkosten um 40 Prozent senken(öffnet im neuen Fenster) würde.
Im besonders günstigen Szenario müsste Finnland seine Leistung aus Solarzellen um 3.300 Prozent erhöhen. Das hört sich viel an, aber das Land, das teils jenseits des Polarkreises liegt und damit mehrere Monate im Jahr so gut wie keine Sonneneinstrahlung registriert, besitzt derzeit nur 2 Gigawatt an Photovoltaikanlagen. Pro Kopf liegt der Wert beispielsweise in Deutschland viermal höher.
Eine weitere Studie(öffnet im neuen Fenster) legt nahe, dass Finnland aus einer Gesamtleistung von 68 Gigawatt, etwa halb so viel wie derzeit in Deutschland, zumindest in den Sommermonaten annähernd genau so viel Strom erzeugen kann.
Je nördlicher, um so mehr Energie im Sommer
Das liegt am durchgehenden Tageslicht in den Sommermonaten, so dass laut der Studie im Juni und Juli täglich 7 Volllaststunden erreichbar sind. Dafür können allerdings nicht einfach nur Freiflächensolaranlagen errichtet werden.
Die Idee ist, spezielle Anlagen mit drehbaren und vergleichsweise steil aufgestellten Solarmodulen im kaum besiedelten Norden des Landes zu nutzen. Die liefern im Sommer überdurchschnittlich viel Strom, im Winter dafür fast gar nichts.
Dementsprechend muss auch die Windkraft noch ein Stück weit ausgebaut werden, denn wie in Deutschland steigt die Stromproduktion aus Windkraft in den Wintermonaten stark an. Zusammen mit Batteriespeichern, Wärmespeichern, die auf Basis von Sand und Gestein bereits in Finnland genutzt werden, und der noch vorhandenen Energie aus Kernkraft soll in einem solchen System ein durchschnittlicher Strompreis von 3,3 Cent je Kilowattstunden erreichbar sein – vor Steuern und Abgaben. Bei einer Verdreifachung der Atomkraftleistung hingegen soll der Strompreis bei 5,5 bis 6 Cent liegen.
Weil die Art der Nutzung der Sonnenenergie nur vom Breitengrad abhängt, auf dem sich die Anlage befindet, gehen die Studienautoren davon aus, dass sich das Prinzip ohne Weiteres auf Island, Grönland, Alaska und den Norden Kanadas übertragen lässt.
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