Solares Geoengineering: Sonnenverdunkelungsexperiment in Schweden abgesagt

Partikel in der Atmosphäre könnten die Erhitzung des Klimas abschwächen, doch die Risiken sind enorm. Ein Experiment in Schweden wurde jetzt abgesagt.

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Soll man Sonnenstrahlen reflektieren und damit die Erde abkühlen? Ein geplantes Geoengineering-Experiment führt zu Kontroversen.
Soll man Sonnenstrahlen reflektieren und damit die Erde abkühlen? Ein geplantes Geoengineering-Experiment führt zu Kontroversen. (Bild: anonym/Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

In einem Experiment in Schweden wollten Wissenschaftler das Verhalten von Kalkpartikeln in der Atmosphäre beobachten. Es sollte eines der ersten Experimente werden, mit dem das solare Geoengineering in der Praxis erforscht wird. Daraus wird vorerst nichts: Die im Staatsbesitz befindliche Swedish Space Corporation sagte das Experiment zunächst ab.

Inhalt:
  1. Solares Geoengineering: Sonnenverdunkelungsexperiment in Schweden abgesagt
  2. Proteste vom Rat der Saami

Solares Geoengineering ist einer der extremsten und umstrittensten Vorschläge, um der Erderhitzung zu begegnen. Durch das Ausbringen von Partikeln in der Atmosphäre würde ein Teil des Sonnenlichts reflektiert werden, es käme weniger Sonnenwärme auf der Erde an.

Partikel in der Atmosphäre verstreuen

Mit speziellen Flugzeugen würden die Partikel in der Atmosphäre verteilt. Permanent müssten neue Partikel in die Atmosphäre gebracht werden, da diese nach einiger Zeit wieder auf der Erde landen. Würde ein solches Projekt beendet, würden auch die Abkühlungseffekte wieder verschwinden. Ein solches Abbrechen wird auch als Termination Shock bezeichnet, die Erde würde sich dann sehr plötzlich erhitzen.

Dass das Prinzip funktioniert, zeigen Beobachtungen von Vulkanausbrüchen, bei denen Schwefelpartikel für eine Abkühlung sorgen. So ließ sich der Kühleffekt von Schwefelpartikeln im Jahr 1991 beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen messen.

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Würden Schwefelpartikel in die Atmosphäre ausgebracht, hätte das jedoch weitere Folgen. Der Schwefel würde einige Zeit später in Form von saurem Regen wieder auf der Erde niedergehen, Wälder und Ökosysteme würden geschädigt. Diskutiert wird daher, ob sich andere Partikel wie Kalziumkarbonat - die chemische Bezeichnung für Kalk - eignen würden. Allerdings sind die Auswirkungen solcher Partikel noch viel unsicherer als die von Schwefel.

Ein Ziel des Experiments SCoPEx (Stratospheric Controlled Perturbation Experiment) der Harvard-Universität war es, die Eigenschaften von Kalziumkarbonat besser zu verstehen. Das Vorhaben wird von einer Stiftung von Bill Gates mitfinanziert. In einem ersten Schritt sollte lediglich ein Testballon aufsteigen, ohne Partikel auszubringen.

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Proteste vom Rat der Saami 
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Eheran 11. Apr 2021

Das ist falsch. Bei 40 mio. Haushalten in D muss jeder nur mal 10 kW Herd einschalten...

Thurius 10. Apr 2021

Euere Links sind noch schlimmer als "*innen"... Männliche Forentrolls stören sich am...

Eheran 10. Apr 2021

Völlig richtig. Soetwas (also natürlich nicht SO offensichtliches) erkennt man bei...

smonkey 09. Apr 2021

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