Solarenergiespeicher Bluetti EP500 Pro: Wie ich versuchte, autark zu werden

Ich vermesse per Drohne, schleppe Solarpanels und eine 83-kg-Powerstation, drucke Abstandshalter im 3D-Drucker - und spare Stromkosten. Zudem berechne ich, ob und wann sich die Ausgaben für die Anlage amortisieren.

Ein Erfahrungsbericht von Thomas Ell veröffentlicht am
Zwölf auf dem Dach montierte Solarpanels sollen genug Strom liefern.
Zwölf auf dem Dach montierte Solarpanels sollen genug Strom liefern. (Bild: Thomas Ell)

Seit meiner Kindheit kenne ich die Funktion einer Solarzelle. Angesichts von Nachrichten über eine mögliche Überlastung des Stromnetzes im Winter durch Heizlüfter und wahrscheinlich steigende Strompreise kam mir jedoch ein neuer Gedanke: Es wäre einfach zu dumm, wenn ich nicht endlich in größerem Maßstab von einer Solaranlage profitieren würde. Vielleicht würde ich etwas Geld sparen und bei einem Stromausfall einige Tage überbrücken können. Ich mache mich also an die Arbeit und beginne, mir ausgehend von der mir dazu zur Verfügung stehenden Dachfläche eine eigene Anlage auszudenken und zusammenzuschalten. Damit ich die Anschaffungskosten irgendwann wieder hereinbekomme, sind allerdings ein paar Bedingungen nötig.

Vor jedem Projekt steht die Planung

Aber warum mache ich das überhaupt allein? Die Antwort ist einfach: Anfang des Jahres hatte ich Kontakt mit dem örtlichen Solarunternehmen aufgenommen. Nach mehrmaligem Nachfragen kam ein Mitarbeiter bei mir vorbei und nahm meine Vorstellungen und die Daten des Hauses auf. Leider meldete er sich anschließend auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht mehr. Darum begann ich, mich selbst mit dem Thema zu beschäftigen.

Ich legte horizontal und vertikal zwei Zollstöcke (Meterstab) auf das Flachdach unseres Gartenschuppens, startete meine DJI Mini Pro und nahm ein Foto des Dachs auf. Das importierte ich in das freie Programm Inkscape, malte mir eine maßstabsgetreue Linie in die Zeichnung und skalierte die Bilder so lange, bis die Meterstäbe der Linie entsprachen.

  • Geliefert wird: ein großes Paket voller Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die für die Solarpanels benötigten Kabel (Bild: Thomas Ell)
  • Die Solarpanels sind einzeln verpackt. (Bild: Thomas Ell)
  • Die auf dem Dach montierten Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti ist ebenfalls groß - und schwer. (Bild: Thomas Ell)
  • Eine ernüchternde gemessene Kapazität (Bild: Thomas Ell)
  • Das Steuerungsdisplay der Bluetti (Bild: Thomas Ell)
  • Die durch die Balkonschwelle gezogenen Kabel zu den Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti EP500 Pro (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti EP500 Pro (Bild: Thomas Ell)
Geliefert wird: ein großes Paket voller Solarpanels (Bild: Thomas Ell)

Anschließend suchte ich bei Ebay nach möglichst leistungsstarken Solarpanels, also Panels, die möglichst viel Watt pro Flächeneinheit haben und nicht zu groß und schwer sind, so dass ich sie einigermaßen handhaben kann.

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Ich fand 200-Watt-Module mit den Abmessungen 1.480 x 675 x 35 mm. Von den Abmessungen machte ich mir in Inkscape maßstabsgetreue Rechtecke und begann, diese auf dem Flachdach hin und her zu schieben oder auch zu drehen. Schließlich fand ich eine Anordnung, bei der ich zwölf Stück davon so legen konnte, dass sie nicht zu nahe am Rand waren und ich neben ihnen zu Säuberungs- oder Wartungsarbeiten stehen konnte.

Im Idealfall, der praktisch nie auftritt, könnte meine Anlage 2.400 Watt liefern (2.400 Wattpeak). Selbst wenn sie die meiste Zeit wesentlich weniger liefern würde, wäre das doch deutlich mehr, als ich üblicherweise Strom mit meinem Desktop-PC verbrauche.

Sie haben zusammen weniger als 1.500 Euro gekostet. Der Preis der Panels ist mittlerweile gestiegen, beim Hersteller sind sie noch zu bekommen. Eine Alternative wäre dieses Panel von Westech, das allerdings etwas länger ist.

Weniger als 1.500 Euro waren für mich beim Kauf weniger Geld, als manche Menschen für ein hochwertiges Smartphone ausgegeben. Und ich hatte das Gefühl, dafür viel mehr zu bekommen.

Jackery Solargenerator 1000 PRO 160W

Nachdem ich so weit gekommen war, ließ mich das Thema nicht mehr los und ich begann im Internet nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich diese Energie für mich verwerten konnte. Mit einem passenden Wechselrichter könnte ich sie direkt über eine Balkonsteckdose in mein Hausnetz einspeisen, aber das ginge bei mir mit 2.400 Watt deutlich über die erlaubten 600 Watt hinaus.

Ein anderes Problem ist die Ungleichmäßigkeit der Sonneneinstrahlung und deren völlige Abwesenheit bei Nacht. Keine guten Eigenschaften, um autark zu werden. Die Lösung dieser Unzulänglichkeiten liegt im Einsatz eines Energiespeichers.

Meine zwölf Solarpanels mit 2,4 kWp sind allerdings deutlich weniger als die für ein Einfamilienhaus durchschnittlich veranschlagten 5 bis 10 kWp. Da ich sehr viel Zeit an meinem Desktop-PC verbringe, dieser im Leerlauf circa 160 Watt und bei einem 3D-Spiel wie Red Dead Redemption 2 (RDR2) auch gerne mal an die 500 Watt benötigt, rund um die Uhr die Fritzbox angeschaltet ist, der PC einen 4K-Monitor und eine kleine Soundanlage ansteuert, diverse Ladegeräte und ein Haufen kleiner ESP32-Microkontroller betrieben werden wollen, komme ich im Durchschnitt tagsüber auf ungefähr 250 Watt und über Nacht auf circa 80 bis 90 Watt.

Sie benötige ich, um mein Arbeitszimmer und die Internetversorgung für das ganze Haus rund um die Uhr zu betreiben. Das sind ca. 14 h * 160 Watt + 24 * 90 Watt = 4,4 kWh. Das ist in etwa die Hälfte des Stroms, den wir momentan täglich insgesamt benötigen.

Ich hatte ein Ziel! Es wäre schön, wenn zumindest dieser Energiebedarf von meiner Lösung dauerhaft betrieben werden könnte.

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Flexy 03. Okt 2022 / Themenstart

Das ist hier (Prime X370 Pro) die Asus AI Suite III. Da ist dann das Tool "Dual...

phinotv 03. Okt 2022 / Themenstart

Deine flachliegenden Solarpaneele sind extrem kontraproduktiv, wenn man den Strom am...

uschatko 26. Sep 2022 / Themenstart

denn mit dieser "Installation" ist das vorprogrammiert. Der Autor wird im Schadensfall so...

PanicMan 26. Sep 2022 / Themenstart

Dabei gibt es schon so verdammt viele gute Lösungen wie man das alles selber für kleines...

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