Auf der Suche nach dem richtigen Energiespeicher

Dazu brauche ich aber wie erwähnt einen Energiespeicher. Grundsätzlich ist ein Energiespeicher eine Möglichkeit, gerade erzeugte und im Moment nicht benötigte Energie zu sammeln und aufzubewahren (Energy Harvesting), bis sie tatsächlich gebraucht wird. Es könnte ein Pumpspeicherkraftwerk sein oder eine Powerbank.

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Bei diesem Thema hätte ich sehr gerne auf einen erfahrenen Mitarbeiter des Solarunternehmens gesetzt, aber wie gesagt, der meldete sich nicht mehr. Ich wusste, dass es schon lange Energiespeicher für Häuser gibt, unter anderem auch von Tesla, hatte aber überhaupt keine konkreten Informationen. Vor allem hätte ich gerne gewusst, wie viel Wattstunden (Wh) sie jeweils speichern können und wie viel sie kosten. Außerdem hatte ich Sorge, dass ich sie selbst nicht anschließen konnte oder durfte, also einen Elektriker benötigen würde.

Monster Powerbanks

Da stieß ich auf die EcoFlow DELTA Pro und die Bluetti EP500 Pro. Sie werden als Powerstation oder als Solargenerator beworben. Soweit ich das verstehe, sind sie eine Weiterentwicklung der fetten Powerbanks, die diese Firmen in den letzten Jahren für den Einsatz in einem Van oder für den Einsatz beim Camping konstruiert haben.

  • Geliefert wird: ein großes Paket voller Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die für die Solarpanels benötigten Kabel (Bild: Thomas Ell)
  • Die Solarpanels sind einzeln verpackt. (Bild: Thomas Ell)
  • Die auf dem Dach montierten Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti ist ebenfalls groß - und schwer. (Bild: Thomas Ell)
  • Eine ernüchternde gemessene Kapazität (Bild: Thomas Ell)
  • Das Steuerungsdisplay der Bluetti (Bild: Thomas Ell)
  • Die durch die Balkonschwelle gezogenen Kabel zu den Solarpanels (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti EP500 Pro (Bild: Thomas Ell)
  • Die Bluetti EP500 Pro (Bild: Thomas Ell)
Die Solarpanels sind einzeln verpackt. (Bild: Thomas Ell)

Bei den bisher schon von diesen Unternehmen vertriebenen Powerbanks geht es nicht um Spielzeugelektronik. Die Camping-Powerbanks können meist 220 Volt generieren. Werden bei der Konstruktion oder der Herstellung Fehler gemacht, kann das Menschenleben kosten. Darum nehme ich an, dass bei der Herstellung dieser Energiespeicher schon eine gewisse Qualitätskontrolle stattfindet. Leider ist mir kein solches Produkt von einem Hersteller aus Deutschland bekannt.

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In vielen Punkten sind sich die beiden Powerbanks sehr ähnlich. Beide setzen LiFePO4-Akkus ein, haben Eingänge sowohl für Netzstrom als auch für Solarpanels, können Wechselstrom in ordentlicher Menge produzieren und haben eine Menge Anschlüsse, um alle möglichen Geräte mit Strom zu versorgen.

Die Bluetti EP500 Pro kann man sich wie eine sehr, sehr große Powerbank vorstellen. Sie hat auch tatsächlich alle Features, die moderne Powerbanks besitzen, wie zum Beispiel USB-Anschlüsse mit verschiedenen Technologien wie USB-C mit zweimal 100W und zweimal USB-A mit 2-facher Schnellladung und 36 W insgesamt. Auf der Oberseite gibt es sogar zwei drahtlose Ladestellen für passende Smartphones.

Aber aufgrund ihrer Größe und der damit verbundenen riesigen Speicherkapazität kann sie auch Verbraucher, die deutlich mehr Strom als Smartphones benötigen, längere Zeit mit Energie versorgen. Dafür hat sie im Gegensatz zu den meisten kleinen Powerbanks noch einen Wechselrichter eingebaut.

Die EP500 Pro hat eine größere Kapazität als die EcoFlow DELTA Pro, ist dafür aber sehr schwer (45 gegen 83 kg). Es gibt jedoch einen ganz bestimmten Grund, warum ich mich für die Bluetti entschieden habe. Um den Vorteil zu verstehen, ist es wichtig, den Solareingang der beiden Powerbanks zu vergleichen:

BezeichnungKapazitätLebensdauer AkkuSolarladeeingang
EcoFlowDELTA Pro3.600 Wh6.500 Zyklen bis 50 %Max. 1.600 W,Eingangsspannung: 11 – 150 V, 15 A
BluettiEP500 Pro5.120 Wh3.500+ Zyklen bis 80 %Max. 2.400 W,Eingangsspannung: 12V - 150V (max. 2 x 12A)
Vergleich EcoFlow DELTA Pro und Bluetti EP500 Pro

Wie man sofort erkennen kann, könnte die DELTA Pro die bei vollem Sonnenschein von meinen Solarpanels maximal möglichen 2.400 Watt gar nicht komplett verarbeiten. Ich könnte natürlich weniger Solarpanels kaufen, würde dann aber wertvolle Dachfläche verschwenden.

Bei den von mir ausgewählten Solarpanels hat jedes einzelne eine Nennspannung von 20,1 Volt und einen Nennstrom von 9,95 Ampere. Grundsätzlich habe ich die Möglichkeit, die Solarpanels nach Belieben zu verbinden, um so durch Reihen- oder Parallelschaltung genau die Spannung und den Strom zu bekommen, den ich benötige. Es stellt sich überhaupt die Frage, wie ich die Solarpanels verbinden muss, um zu Werten zu kommen, die mit den Powerbanks kompatibel sind.

Dazu ein Beispiel: Schalte ich alle Solarpanels in Reihe, haben sie zusammen 12 mal 20 Volt = 240 Volt - zu viel für die Solareingänge der beiden Powerbanks. Schalte ich alle parallel, so haben sie zwar nur 20 Volt, aber dafür im Maximalfall 12 mal 10 Ampere = 120 Ampere.

Jackery Solargenerator 1000 PRO 160W

Die Lösung sind zwei Reihen von jeweils sechs in Reihe geschalteten Solarpanels, die wiederum parallel geschaltet werden. Das ergibt dann 6 mal 20 = 120 Volt und 20 Ampere. Vom Strom her etwas zu viel für die DELTA Pro, aber genau passend für die EP500 Pro! Wobei die EP500 Pro gar keinen einzelnen Eingang dafür hat. Sie bietet ein spezielles Kabel an, das an einem Ende vier MC4 hat und am anderen einen vierpoligen Stecker, der in der EP500 Pro in eine passende Buchse passt.

Bluetti EP500 Pro: mehr als ein Energiespeicher

Die Aussage, dass die EP500 Pro ein Energiespeicher ist, wird ihr eigentlich nicht gerecht. Denn genau genommen ist ein Energiespeicher einfach nur ein Akkumulator, wie zum Beispiel eine Autobatterie. Die EP500 Pro hingegen ist weit mehr. Ohne hineinzusehen, kann ich aus ihren Möglichkeiten folgende Komponenten ableiten:

  • Akkumulator
  • Batteriemanagementsystem (BMS)
  • Netzteil bzw. Gleichrichter für den herein kommenden Netzstrom
  • Ladecontroller für den herein kommenden Netzstrom
  • Ladecontroller für den herein kommenden Solarstrom
  • MPPT-Tracker (möglicherweise sogar 2)
  • einen Wechselrichter
  • verschiedene Wandler, um aus der Akkuspannung passende Werte für die vielen USB- und 12 Volt-Anschlüsse zu erzeugen
  • eine übergeordnete Steuereinheit zur Überwachung aller Funktionen
  • ein Display zur Bedienung und zur Anzeige wichtiger Daten

Kaufe ich mir tatsächlich nur einen Energiespeicher in Form eines Akkumulators, müsste ich die anderen Komponenten dazu kaufen und alles selbst sinnvoll zusammenschalten. Das traue ich mir noch nicht zu.

Die EP500 Pro kann 5.120 Wh speichern. Der eingebaute Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator (LFP oder LiFePO4) ist besonders langlebig und sicher. Er kann sowohl mit Netzstrom (3.000 Watt), als auch über Solarpanels (max. 2.400 Watt) geladen werden. Sogar beides gleichzeitig ist möglich und ermöglicht dann eine Ladung mit 4.000 Watt, was bedeutet, dass er im Idealfall in weniger als zwei Stunden wieder aufgeladen ist.

Die gespeicherte Energie kann auf viele Arten wieder abgegeben werden. Bei AC-Nutzung können über drei eingebaute Steckdosen bis zu 3.000 Watt gleichzeitig verbraucht werden. Die bei vielen Geräten deutlich höhere Startleistung kann bis zu 6.000 Watt betragen.

Beworben wird die EP500 Pro damit, sie sei "gebaut, um den Stromausfall zu überdauern" und auf dieser Seite wird gezeigt, wie verschiedene Geräte wie lange mit der EP500 Pro betrieben werden können. Mein Hauptziel mit dem Einsatz der EP500 Pro ist es aber nicht nur, den Stromausfall zu überdauern, sondern bis dahin möglichst viel gekauften Strom zu sparen und in gewissem Maß autark zu sein.

Die EP500 Pro hat folgende Anschlüsse für die Stromentnahme:

Zigarettenanzünderanschluss1* 12 V DC / 10A
DC 55212* 12 V DC / 10AHierbei handelt es sich um zwei Buchsen für Hohlstecker. Die Zahl gibt die Innendurchmesser für Buchse und Stecker an.
USB-A2* 5 V DC / 3A total
USB-A (Schnellladung)2* 3.6-12 V DC / 36W
USB-C (Typ-C)2* 20 V DC / 5A; 5-15V DC / 3A
Kabelloses Ladepad2* 5 W / 7.5 W / 10 W / 15W
Wohnmobil-Anschluss1* 12 V DC / 30A, 418 W > load, 2S
Anschlüsse der EP500 Pro

Gesamtkosten

  • 12 Solarpanels mit 200 Watt für zus. 1.478,40 Euro
  • 2 mal 20 m Solarkabel 6mm² inkl. beidseitig Solarstecker für zusammen 52,50 Euro
  • 2 mal 5 m Solarkabel 6mm² inkl. beidseitig Solarstecker für zusammen. 37,50 Euro
  • Bluetti EP500 Pro für 5.399,- Euro

Macht zusammen: 6.967,- Euro.

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der_wahre_hannes 27. Sep 2022 / Themenstart

Da war der Mod aber noch vor dem ersten Kaffee unterwegs, oder? :P (das [...] kommt von...

Haukeeee 26. Sep 2022 / Themenstart

Ein dafür nicht gemachter Leitungsschutzschalter soll in einem Konstantstromkreis genau...

uschatko 26. Sep 2022 / Themenstart

denn mit dieser "Installation" ist das vorprogrammiert. Der Autor wird im Schadensfall so...

PanicMan 26. Sep 2022 / Themenstart

Dabei gibt es schon so verdammt viele gute Lösungen wie man das alles selber für kleines...

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