Solarenergie: Ökostrom fließt über den Meeresgrund

In wenigen Jahren soll ein Meereskabel Ökostrom von Australien nach Singapur bringen. Es ist nicht das einzige ehrgeizige Projekt dieser Art.

Artikel von Wolfgang Kempkens veröffentlicht am
Da geht das Kabel rein ins Wasser - und erst Tausende Kilometer später kommt es wieder raus.
Da geht das Kabel rein ins Wasser - und erst Tausende Kilometer später kommt es wieder raus. (Bild: Xlinks)

4.200 Kilometer lang wird das Kabel sein, das schon in wenigen Jahren auf dem Meeresgrund Ökostrom von Australien nach Singapur führen wird. Es wird seinen Startpunkt im nordaustralischen Darwin haben und über die zu Indonesien gehörenden Kleinen Sundainseln, an Sumatra und Borneo vorbei, in Singapur enden.

Inhalt:
  1. Solarenergie: Ökostrom fließt über den Meeresgrund
  2. Geringe Verluste beim Gleichstrom-Transport

Es bringt dem dicht besiedelten hochindustrialisierten Stadtstaat ein wertvolles Produkt: Solarstrom, hergestellt 800 Kilometer südöstlich von Darwin. 3,2 Gigawatt werden es sein, tagsüber und in der Nacht, das entspricht der Leistung von zweien der weltweit größten Kernkraftwerksblöcke. Bis zu 20 Prozent des Stroms, den Singapur braucht, werden dann aus Australien kommen.

Ein bisschen später wird es einen weiteren Unterwasser-Kabelstrang geben, der 3.800 Kilometer weit durch den Atlantik von Marokko nach Großbritannien führt und die Küsten von Portugal, Spanien und Frankreich passiert.

Er wird 3,5 Gigawatt übertragen und acht Prozent des britischen Strombedarfs decken - etwa so viel wie die beiden Kernkraftwerksblöcke, die in Hinkley Point gebaut werden und ganz schön in Zeitverzug geraten sind.

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Das Kabel wird Wind- und Solarstrom transportieren, ebenfalls rund um die Uhr. Unter dem Strich werden die Kohlenstoffdioxid-Emissionen deutlich sinken, weil Gaskraftwerke stillgelegt werden können.

Gigantischer Batterieblock

Der Ökostrom, der Großbritanniens Klimabilanz aufpolieren soll, wird in der Provinz Guelmim Oued Noun im Süden Marokkos auf einer Fläche von 1.500 Quadratkilometern produziert. 200 Quadratkilometer sind für Fotovoltaik-Anlagen vorgesehen, der Rest für Windgeneratoren. Die Spitzenleistung liegt bei 10,5 Gigawatt.

Da die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht, die Briten aber zuverlässig mit Strom versorgt werden müssen, fließt ein Teil der an guten Tagen produzierten Energie in einen gigantischen Batterieblock. Er kann 20 Millionen Kilowattstunden aufnehmen. Das reicht, um 1,8 Millionen Durchschnittshaushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen. Das Projekt wird entwickelt und realisiert von Xlinks in Billericay in der Grafschaft Essex.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Sogar im Winter mehr als zehn Stunden Sonne

Solar- und Windstrom lassen sich in Marokko besonders günstig erzeugen. Die Sonneneinstrahlung liegt doppelt so hoch wie in Mitteleuropa und noch um 20 Prozent höher als in sonnenverwöhnten spanischen Regionen. Selbst im Winter messen die Meteorologen am Standort noch mehr als zehn Sonnenstunden. Der Wind weht an der Küste kräftig und beständig. Die Fernstrom-Versorgungsanlage soll spätestens 2030 in Betrieb gehen.

Das ehrgeizige Projekt erinnert an Desertec, ein noch ehrgeizigeres Vorhaben, in das die deutsche Industrie 400 Milliarden Euro stecken wollte. Strom aus Nordafrika sollte über ein Netz aus Suprakabelleitern in ganz Europa verteilt werden. Das scheiterte an den politisch instabilen Verhältnissen der meisten nordafrikanischen Länder und den Kosten.

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Geringe Verluste beim Gleichstrom-Transport 
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maxule 31. Dez 2021 / Themenstart

------------------------------------------------------------------------ explodieren...

snboris 21. Dez 2021 / Themenstart

Meins auch nicht.

dirk_diggler 21. Dez 2021 / Themenstart

https://www.golem.de/news/erneuerbare-energien-riesiges-schwimmendes-kraftwerk-versorgt...

dirk_diggler 21. Dez 2021 / Themenstart

https://www.gut-erklaert.de/physik/was-ist-strom.html

nebenderspur 21. Dez 2021 / Themenstart

"... Die Schotten besitzen ja mit den Hebriden einen ganzen Sack voll an wenig bewohnten...

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