Geringe Verluste beim Gleichstrom-Transport

Das Morocco-UK Power Project rechnet sich - ebenso wie der Australia-Asia Powerlink. Der Strom, der fernab vom Ziel produziert wird, ist konkurrenzlos billig, und bei der Übertragung geht nur wenig Energie verloren, weil die HGÜ-Technik eingesetzt wird.

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HGÜ bedeutet Hochspannungs-Gleichstromübertragung, wobei Hochspannung wörtlich zu nehmen ist: Es geht um 600.000 Volt oder noch deutlich mehr. Der Ökostrom wird dazu in den Erzeugerländern umgewandelt und in die Kabel eingespeist. Am Ziel wird er in den dort üblichen Drehstrom umgewandelt.

Auch Deutschland profitiert von HGÜ

Es gibt bereits eine Reihe von HGÜ-Anlagen, doch die beiden neuen sind die mit Abstand längsten. Deutschland beispielsweise ist mit einem 623 Kilometer langen Unterwasserkabel mit Norwegen verbunden. Herrscht in Deutschland Strommangel schickt Norwegen bis zu 1,4 Gigawatt Strom aus Wasserkraftwerken.

Umgekehrt erhält Norwegen Strom aus Deutschland, wenn an sonnen- oder windreichen Tagen zu viel Ökostrom produziert wird. Auch Großbritannien bezieht bereits mit HGÜ-Technik Strom aus Norwegen. Mit 730 Kilometern ist es derzeit die weltweit längste Unterwasserverbindung dieser Art. Hier können ebenfalls 1,4 Gigawatt in beide Richtungen übertragen werden.

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Schon 46 Jahre alt ist die - oberirdische - HGÜ-Übertragungsanlage zwischen dem Cahora-Bassa-Stausee in Mozambique und Südafrika. Mit einer Länge von 1.420 Kilometern liegt sie weltweit auf Platz neun, bei der Inbetriebnahme war es Platz eins. Weltweit gibt es mehr als 240 HGÜ-Anlagen, darunter mehrere, die Windstrom aus deutschen Offshore-Anlagen an Land transportieren.

Solarstrom für Singapur schon 2026

Singapur plant den australischen Strom bereits für 2026 ein. Entwickelt und gebaut werden der Windpark und die gesamte Infrastruktur von Sun Cable, einem in Singapur ansässigen Unternehmen. Nahe dem Dörfchen Elliott errichtet es einen Solarpark mit einer Spitzenleistung von 17 bis 20 Gigawatt, dazu einen Batterieblock, der 36 bis 42 Millionen Kilowattstunden speichern kann. Eine oberirdische HGÜ-Verbindung transportiert die Energie in die Küstenstadt Darwin, die auch etwas davon abbekommt.

  • Verlauf des Kabels von Australien nach Singapur (Bild: Sun Cable Pte Ltd)
Verlauf des Kabels von Australien nach Singapur (Bild: Sun Cable Pte Ltd)

Der Solarpark in einer der sonnenreichsten Regionen Australiens wird mit einer besonders kostensparenden Technik errichtet, die das dortige Unternehmen 3B entwickelt hat, dem Maverick-Verfahren. In einer Fabrik in Darwin, die derzeit aufgebaut wird, werden jeweils 16 Module, die in vier Reihen angeordnet sind, komplett verdrahtet.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Solarmodule werden einfach entfaltet

Zwischen ihnen befinden sich Scharniere, so dass sie wie der Balg einer Ziehharmonika zum Transport zusammengefaltet werden können. Am Ziel werden sie einfach entfaltet und auf vorbereiteten Untergestellen montiert. Drei Arbeiter schaffen in einer Woche die Montage von Solarmodulen mit einer Spitzenleistung von einem Megawatt.

Sun Cable kommt zugute, dass die Module kaum Neigung benötigen, weil die Sonne sie in einem relativ steilen Winkel bescheint. Aus diesem Grund können pro Flächeneinheit deutlich mehr Module installiert werden als etwa im äquatorfernen Mitteleuropa.

Mit dem Singapur-Projekt will Sun Cable sich nicht zufriedengeben. Auch andere Nachbarn im Norden könnten von australischem Solarstrom profitieren. Australien könnte zum Solar-Nabel der Welt werden.

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 Solarenergie: Ökostrom fließt über den Meeresgrund
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maxule 31. Dez 2021 / Themenstart

------------------------------------------------------------------------ explodieren...

snboris 21. Dez 2021 / Themenstart

Meins auch nicht.

dirk_diggler 21. Dez 2021 / Themenstart

https://www.golem.de/news/erneuerbare-energien-riesiges-schwimmendes-kraftwerk-versorgt...

dirk_diggler 21. Dez 2021 / Themenstart

https://www.gut-erklaert.de/physik/was-ist-strom.html

nebenderspur 21. Dez 2021 / Themenstart

"... Die Schotten besitzen ja mit den Hebriden einen ganzen Sack voll an wenig bewohnten...

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