Solarenergie: Drohnen sollen Solarpaneele sauber halten

Nie wieder Solarzellen putzen: Die israelischen Unternehmen Airobotics und Solar Drone entwickeln gemeinsam eine Drohne, die künftig die Solarmodule von Schmutz befreien soll.
Anlagen, die das Licht der Sonne in elektrischen Strom umwandeln, sind eine Wachstumsbranche: Immer mehr Solarfarmen entstehen, Dächer werden mit Solarzellen ausgestattet, in Hamburg ist dies ab 2023 für Neubauten sogar verpflichtend.
Das Problem bei den Modulen ist, dass sich darauf Staub und Schmutz wie etwa Vogeldreck ablagert und so den Wirkungsgrad deutlich verringert. Die Module müssen also regelmäßig gereinigt werden. Bei schwer zugänglichen Anlagen, etwa einem Solarkraftwerk , ist das aufwendig.
Die Drohne wechselt Akku und Tank
Künftig sollen Drohnen diese notwendige und mühsame Arbeit erledigen. Das System, das Airobotics nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) für Solar Drone entwickelt, besteht aus einem Quadrocopter und einer Basisstation für den Service des Fluggeräts. Airobotics ist ein Drohnenhersteller, Solar Drone ein Unternehmen, das Dienstleistungen für Solarfarmen anbietet.

Die Drohnen soll ihre Arbeit automatisiert erledigen, das bedeutet, sie starten zu einem zuvor festgelegten Zeitpunkt und fliegen die Solarfarm ab. Dabei besprühen sie die Module mit einer Flüssigkeit. Wenn der Tank oder Akku leer sind, kehrt der Copter zur Basisstation zurück, wo er mit einem vollen Tank oder einem vollen Akku ausgestattet wird.
Zur Orientierung sind die Fluggeräte mit Lidarsensoren und einer speziellen Kamera für das Mapping ausgestattet. Zudem kann eine Stereokamera als Nutzlast angebaut werden, um die Module zu inspizieren.
Solarfarmen mit Drohnen zu reinigen, hat einige Vorteile: Der größte ist der geringere Aufwand und damit die Kostenersparnis, die laut Solar Drone rund 25 Prozent betragen soll. Zudem verläuft die Reinigung kontaktlos, so dass das Risiko einer Beschädigung der Module sinkt.
Wann die Drohnen serienreif sein werden, ist noch unklar. Zuerst sollen sie in Europa, im Mittleren Osten und Indien auf den Markt kommen. Airobotics-Chef Meir Kliner geht davon aus, dass der Markt für solche Systeme auf der ganzen Welt im Bereich von mehreren Milliarden US-Dollar liegt.