Solar Solutions: Wer macht eigentlich die Panels sauber?
Der Markt für erneuerbare Energien boomt weiterhin und das Angebot an Lösungen ist nicht nur für private Interessenten unüberschaubar. Messen wie die Solar Solutions in Düsseldorf helfen dabei, sich ein wenig mehr Übersicht zu verschaffen. An zwei Tagen präsentierten über 200 Aussteller in zwei Hallen auf dem Düsseldorfer Messegelände Produkte rund um das komplexe Thema Solartechnik.
Wir haben uns auf dem Gelände umgeschaut und versucht, einen Eindruck zu gewinnen, mit welchen Produkten und Leistungen im Bereich Solartechnik aktuell und in den nächsten Jahren gearbeitet wird.
Keine Messe für Privatkunden
Die Messe richtet sich eher an Fachleute und Fachfirmen wie Installateure und Zwischenhändler, weniger an Privatkunden. Wer als Privatkunde nicht gerade ein sehr spezifisches Interesse an bestimmten Produkten oder Technologien hat, ist vermutlich auf einer Messe für Hausbau und Modernisierung besser aufgehoben.
Auch wenn es durchaus Angebote etwa von Installationsfirmen oder Planungsbüros auf der Messe gibt, so sind diese eher dünn gesät und rechtfertigen vermutlich nicht den Ticketpreis von 75 Euro. Der Veranstaltungstermin von Mittwoch und Donnerstag (29. und 30. November 2023) legt ebenfalls nahe, dass die Zielgruppe weniger Privatkunden sind, da diese vermutlich eher am Wochenende eine Messe besuchen.
Große Produktvielfalt
Im Mittelpunkt der Messe stand auch in diesem Jahr die Dach-Solaranlage. Sie besteht klassischerweise aus einer Reihe von Solarmodulen, einer Verkabelung auf der Gleichspannungsseite und einem Wechselrichter, der die Energie der Module an unser Niederspannungsnetz anpasst und in dieses einspeist. Große kommerzielle Anlagen speisen dabei überwiegend direkt ins Mittelspannungsnetz ein.
Aber so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es nicht. Das beginnt bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren und endet beim intelligenten Betrieb einer Anlage und einer fachgerechten Entsorgung von Komponenten.
Somit überrascht es nicht, dass viele Produkte und Dienstleistungen über die bloßen Komponenten und den Aufbau hinausgehen. Es finden sich Aussteller aus den Bereichen Solarmodule und Wechselrichter, Montagesysteme, Batteriespeicher, Installation und Betrieb sowie Dienstleistungen wie Finanzierung, Wartung, Recycling.
Etwas überraschend, aber durchaus logisch: Ein Anbieter von Versand- und Transportverpackungen von Solarmodulen ist auch auf der Messe vertreten.
Denn auch Probleme wie ein effizienter und sicherer Transport wollen gut gelöst sein.
Trend zu intelligenten Energielösungen
In den nächsten Jahren werden immer mehr alte Solaranlagen aus der EEG-Einspeisevergütung fallen, da sie über 20 Jahre alt sind. Auch wenn der eingespeiste Strom immer noch vom Netzbetreiber vergütet wird, sind die erzielten Gewinne aber sehr viel kleiner.
Damit eine Anlage rentabel bleibt, ist es häufig nicht mehr ausreichend, nur den erzeugten Strom einzuspeisen, sondern die Energie so gut es geht selbst zu nutzen. Dass sich die Branche darauf vorbereitet, sieht man auch an den Messeangeboten.
Batterielösungen, die sich einfach und idealerweise ohne zusätzliche Genehmigungen in eine bestehende Anlage integrieren lassen, finden sich ebenso wie intelligente Wallboxen, die den überschüssigen Strom zum Laden eines E-Autos nutzen.
Auch das Thema Software und Energiemanagement spielt eine immer wichtigere Rolle; es finden sich alleine zu diesem Thema fast 30 Einzelaussteller.
Kurioses und Highlights
Neben all den Montagesystemen, Batteriespeichern, Solarmodulen und der Installationstechnik finden sich aber auch noch kuriose und technisch ungewöhnliche Angebote. So erinnert ein autonomer Rasenmäher für Großsolaranlagen in Größe und Farbe an den Power Loader aus dem Film Alien.
Technisch interessant und auch nicht nur durch einen Anbieter vertreten ist die Zunft der Reinigungsroboter. Schafft man es im privaten Bereich noch, die Solarmodule per Hand von Schmutz und Schnee zu befreien, so ist das im kommerziellen Umfeld nicht so einfach.
Die niederländische Firma Solarcleano bietet hier ein System an, das bis zu 1.600 Quadratmeter Modulfläche pro Stunde reinigen und dabei Abstände zwischen den Modulen von bis zu 70 cm überbrücken kann.
Wer am Ende eines langen Messetages nicht mehr laufen mag, kann sich zudem entspannt auf sein mit Wasserstoff betriebenes Fahrrad setzen, um nach Hause zu fahren.
Nicht ganz zu den anderen Angeboten auf der Messe passend, aber unser persönliches Nerd-Highlight ist dieses Wasserstoff-Elektrofahrrad der Firma Wandaa Solar GmbH, basierend auf dem Youon-Prototyp.
Angetrieben wird es durch eine Brennstoffzelle mit 300 W, die durch eine 2 kg schwere Kartusche mit 200 l Wasserstoff gespeist wird. Laut Hersteller ergeben sich so um die 50 km Reichweite.
"Aufgeladen" wird die Kartusche über eine Home-Erzeugungsstation, die an das Stromnetz angeschlossen wird und durch Elektrolyse circa 40 l Wasserstoff pro Stunde bei einem Verbrauch von 250 bis 300 W erzeugt. Ein Ladevorgang dauert etwa 5 Stunden.
Fazit
Die Branche ist aktiv und es bewegt sich einiges auf dem Markt der erneuerbaren Energien. Das ist auch auf Messen wie der Solar Solutions festzustellen. Der Trend geht zu komplexen und intelligenten Energielösungen.
Speichersysteme gewinnen mehr und mehr an Bedeutung und das nicht nur im privaten Bereich. Mit über 8.000 Besuchern im letzten Jahr und 12.000 registrierten Besuchern für dieses Jahr macht sich das steigende Interesse auch in Zahlen bemerkbar.
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