Solar Orbiter: Letzter Gruß an die Erde vor der wissenschaftlichen Mission

Die Esa-Raumsonde Solar Orbiter soll zur Sonne fliegen. Mit ihrem Vorbeiflug an der Erde beginnt die wissenschaftliche Missionsphase.

Artikel von Patrick Klapetz und veröffentlicht am
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Solar Orbiter beim Vorbeiflug an der Erde.
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Solar Orbiter beim Vorbeiflug an der Erde. (Bild: Esa, Atg medialab)

Am frühen Morgen des 27. November bekommt die Erde Besuch von der Raumsonde Solar Orbiter, die sich auf dem Weg zur Sonne befindet. Die Sonde soll erstmals die Polregion der Sonne untersuchen, die bisher noch nie genauer beobachtet wurde. Dabei soll vor allem das regelmäßige Umkippen des Magnetfelds der Sonne im Sonnenzyklus beobachtet werden, das ungefähr alle elf Jahre geschieht - das nächste Mal zwischen 2024 und 2026.

Stellenmarkt
  1. Client-Administratoren (m/w/d)
    Flughafen Köln/Bonn GmbH, Köln
  2. Cloud Engineer / Cloud Architect mit Fokus auf Google Cloud Platform (m/f/x)
    Wabion GmbH, Stuttgart, Köln, deutschlandweit (Home-Office)
Detailsuche

Mit dem Vorbeiflug an der Erde wird die geplante wissenschaftliche Mission eingeleitet, die von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa durchgeführt wird. Um einen passenden Orbit um die Sonne zu erreichen, sind mehrere Vorbeiflüge an der Venus und der Erde nötig.

Bei den Manövern wird das Perihel, der sonnennächste Punkt, gesenkt und die Bahnneigung der Umlaufbahn im Lauf der Mission bis zu 33 Grad gegen die Ekliptik gekippt, also die gegen die Ebene, auf der die Planeten die Sonne umkreisen. Das Perihel muss für die Beobachtungen auf bis zu 38 Millionen Kilometer abgesenkt werden, etwa ein Viertel der Entfernung der Erde zur Sonne mit 150 Millionen Kilometern. Mit Raketentriebwerken würde dafür sehr viel Treibstoff benötigt.

Nach dem Manöver beginnt die Wissenschaft

Golem Akademie
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    21.–25. Februar 2022, Virtuell
  2. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    15.–17. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Stattdessen fliegt die Sonde die Erde unterhalb der Ekliptik an. So sorgt die Gravitation dafür, dass die Flugbahn noch weiter von der Ekliptik weg gedreht wird. Gleichzeitig fliegt die Sonde in Flugrichtung vor der Erde entlang, so dass sie vom Planeten abgebremst wird und beim nächsten Sonnenumlauf näher an die Sonne gelangt. Die Sonde wird sich der Erde bei dem Manöver bis auf 460 Kilometer nähern. Allein durch dieses Manöver wird das Perihel von 77 Millionen auf rund 50 Millionen Kilometer abgesenkt.

Damit kann die eigentliche wissenschaftliche Mission beginnen, denn die Anpassung der Flugbahn war bislang die Hauptaufgabe des Solar Orbiters. Trotzdem konnten schon viele Daten gewonnen werden, die wohl spektakulärste Gelegenheit war im Juni 2020, als die Flugbahn in die Nähe des Schweifs des Kometen Atlas C/2019 Y4 führte.

Laut Daniel Müller, einer der Projektwissenschaftler der Mission, sollen mehr als 50 Artikel zur Reisephase von Solar Orbiter im Dezember in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht werden.

Sonnenwinde beim Eindringen ins Erdmagnetfeld

Der Vorbeiflug an der Erde soll auch genutzt werden, um mit der Sonde Daten zu sammeln, wie das Erdmagnetfeld durch die geladenen Teilchen des Sonnenwindes verformt wird. Dies ergänzt die Daten von anderen Missionen zur Untersuchung des Erdmagnetfeldes, wie etwa der drei Swarm-Raumsonden, die in einer Höhe von 400 Kilometern die Erde umrunden.

Für Swarm-Missionsmanagerin Anja Strømme bietet der Vorbeiflug von Solar Orbiter vor allem die Möglichkeit, die Daten in Erdnähe mit "[Daten in] unserem Teil des Weltraums zu vergleichen und falls es Überraschungen gibt, zu sehen, was diese Überraschungen sind".

Auf ihrer jetzigen Umlaufbahn wird die Raumsonde der Sonne ungefähr alle sechs Monate am nächsten kommen. Dabei soll sie unter anderem die Sonnenbeben und die Heliosphäre der Sonne mit Kameras beobachten. Außerdem soll sie Daten zum Magnetfeld der Sonne sammeln, um zu verstehen, wie dieses erzeugt wird. Auch die Erzeugung und Beschleunigung der Sonnenwinde sollen erforscht werden. Insgesamt wurden zehn Instrumente verbaut. Sechs davon dienen zur Fernerkundung, vier sollen die Felder und Partikel in der Sonnenumgebung messen.

Die Mission, genauso wie die Parker Solar Probe der Nasa , sollen unser Verständnis der Sonnenaktivität erweitern. Dabei soll auch herausgefunden werden, weshalb auf der Sonnenoberfläche mehrere Tausend Grad herrschen, die äußere Sonnenatmosphäre, die Korona, mehrere Millionen Grad heiß ist - ein noch immer nicht vollständig erklärtes Phänomen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sam Zeloof
Student baut Chip mit 1.200 Transistoren

In seiner Garage hat Sam Zeloof den Z2 fertiggestellt und merkt scherzhaft an, Moore's Law schneller umgesetzt zu haben als Intel selbst.

Sam Zeloof: Student baut Chip mit 1.200 Transistoren
Artikel
  1. IBM E10180-Server: Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft
    IBM E10180-Server
    Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft

    Mit Francisco Partners greift eine große Investmentgruppe zu, das Geschäft mit Watson Health soll laut IBM darunter aber nicht leiden.

  2. Xbox Cloud Gaming: Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden
    Xbox Cloud Gaming
    Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden

    Call of Duty, Fallout oder Halo: Neue Spiele bequem am Business-Laptop via Stream zocken, klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist auch nicht wahr.
    Ein Erfahrungsbericht von Benjamin Sterbenz

  3. Geforce RTX 3000 (Ampere): Nvidia macht Founder's Editions teurer
    Geforce RTX 3000 (Ampere)
    Nvidia macht Founder's Editions teurer

    Die Preise der FE-Ampere-Grafikkarten steigen um bis zu 100 Euro, laut Nvidia handelt es sich schlicht um eine Inflationsbereinigung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MediaMarkt & Saturn: Heute alle Produkte versandkostenfrei • Corsair Vengeance RGB RT 16-GB-Kit DDR4-4000 114,90€ • Alternate (u.a. DeepCool AS500 Plus 61,89€) • Acer XV282K UHD/144 Hz 724,61€ • MindStar (u.a. be quiet! Pure Power 11 CM 600W 59€) • Sony-TVs heute im Angebot [Werbung]
    •  /