Solar Impulse: Solarflugzeug muss Abstecher nach Südmarokko abbrechen

Wenn der Gegenwind stärker ist als das Solarflugzeug, ist es Zeit, umzukehren. Diese Erfahrung hat Pilot André Borschberg gemacht: Er musste wegen widriger Winde einen Flug der Solar Impulse in Marokko abbrechen und zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Artikel veröffentlicht am ,
Solar Impulse im Anflug auf Rabat in der vergangenen Woche: erster Abbruch eines Flugs mit dem Solarflugzeug
Solar Impulse im Anflug auf Rabat in der vergangenen Woche: erster Abbruch eines Flugs mit dem Solarflugzeug (Bild: Jean Revillard/Solar Impulse)

So hatte sich André Borschberg das sicher nicht vorgestellt: Er musste einen Ausflug mit dem Solarflugzeug Solar Impulse HB-SIA in den Süden Marokkos abbrechen. Starker Gegenwind und Turbulenzen zwangen den Piloten zur Umkehr nach Rabat.

Unkalkulierbares Wetter

Stellenmarkt
  1. Projektmanager Digitalisierung (m/w/d)
    Villeroy & Boch AG Hauptverwaltung, Mettlach
  2. SAP Inhouse Consultant Schwerpunkt Supply Chain (m/w/d)
    CREATON GmbH, Wertingen
Detailsuche

Dass der Flug nach Ouarzazate nicht unproblematisch sein würde, war klar: Die Route führt am Atlasgebirge entlang. Im heißen und trockenen Wüstenklima ist das Wetter dort nur schwer kalkulierbar. Es kommt häufig zu starken Turbulenzen oder Gewittern.

Borschberg ist Mittwochmorgen um 8:07 Uhr Ortszeit (9:07 Uhr unserer Zeit) gestartet. Am Nachmittag wurde das Wetter jedoch so ungünstig, dass das Team um 15:26 Uhr Ortszeit den Abbruch des Fluges beschloss. Etwa auf halber Stecke zwischen Casablanca und Marrakesch drehte Borschberg um und nahm wieder Kurs auf die marokkanische Hauptstadt Rabat. Um 0:14 Uhr Ortszeit landete er wieder auf dem dortigen Flughafen.

Schwere Entscheidung

Das Team habe wegen der Wetterbedingungen in der Wüste alle möglichen Szenarien vorbereitet, sagte Borschberg nach der Landung, auch eine Umkehr. Als die Entscheidung dann gefallen sei, sei sie dennoch nur schwer zu akzeptieren gewesen. "Wenn die Geschwindigkeit des Gegenwinds größer ist als die des Flugzeuges und wenn man in einer Höhe von 8.000 Metern rückwärts geschoben wird, läuft man schnell Gefahr, jeden Anhaltspunkt zu verlieren. Das ist der Moment, in dem man abbrechen muss."

  • Angekommen: Bertrand Piccard (l.) nach der Landung in Rabat am 6. Juni 2012 mit André Borschberg (Foto: Solar Impulse/Jean Revillard)
  • Fast geschafft: Solarflugzeug Solar Impulse HB-SIA über der marokkanischen Hauptstadt Rabat (Foto: Solar Impulse/Jean Revillard)
  • Solar Impulse im Landeanflug  (Foto: Solar Impulse/Jean Revillard)
  • Großer Andrang auf dem Flughafen Rabat-Salé (Foto: Solar Impulse/Jean Revillard)
Angekommen: Bertrand Piccard (l.) nach der Landung in Rabat am 6. Juni 2012 mit André Borschberg (Foto: Solar Impulse/Jean Revillard)
Golem Karrierewelt
  1. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    26./27.01.2023, Virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    16.-18.01.2023, virtuell
Weitere IT-Trainings

Solar Impulse ist anlässlich des Baubeginns eines Solarthermie-Kraftwerks in Ouarzazate nach Marokko geflogen. In zwei Etappen - vom schweizerischen Payerne nach Madrid und von Madrid nach Rabat - hatten Borschberg und Bertrand Piccard, die beiden Gründer von Solar Impulse, das Solarflugzeug nach Nordafrika gesteuert.

Erster Abbruch eines Fluges

Es war das erste Mal, dass ein Flug mit dem Solarflugzeug abgebrochen werden musste. Bisher sei jeder Flug so gut vorbereitet gewesen, dass alles immer ganz einfach ausgesehen habe, sagte Piccard. "Vielleicht zu einfach, so dass wir beinahe vergessen haben, dass Solar Impulse HB-SIA ein Prototyp ist, der ursprünglich nur dafür gedacht war, über die Schweiz zu fliegen, um zu zeigen, dass er Tag und Nacht ohne Treibstoff fliegen kann." Eine Mission wie der Interkontinentalflug nach Nordafrika gehe schon an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit.

Solar Impulse HB-SIA ist etwa 22 Meter lang und hat eine Spannweite von rund 63 Metern. Da es in Leichtbauweise gebaut ist, wiegt es nur 1,6 Tonnen. Als Antrieb dienen vier Elektromotoren mit einer Spitzenleistung von je 7,4 Kilowatt (10 PS). Etwa 12.000 Solarzellen auf der Oberseite der Tragflächen liefern den Strom für die Motoren.

Akkus und Höhe

In den Motorgondeln befinden sich zudem Lithium-Polymer-Akkus, die tagsüber geladen werden und nach Einbruch der Dunkelheit abends die Motoren mit Strom versorgen. Zudem kann der Pilot Energie in Form von Flughöhe speichern: Solange die Sonne scheint, steigt er bis auf etwa 8.500 Meter auf und sinkt nach Einbruch der Dunkelheit langsam.

Piccard und Borschberg planen für das Jahr 2014 einen Flug rund um die Welt mit einem Solarflugzeug. Den werden sie allerdings nicht mit dem Prototyp durchführen, sondern mit dem größeren Solar Impulse HB-SIB. Das Solarflugzeug, das eine Spannweite von 80 Metern haben wird, wird derzeit in der Schweiz gebaut.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Tesla-Fabrik
In Grünheide soll "totales Chaos" herrschen

Die Tesla-Fabrik in Grünheide hinkt ihren Produktionszielen noch weit hinterher. Es gibt zu wenig Personal oder die Mitarbeiter kündigen wieder.

Tesla-Fabrik: In Grünheide soll totales Chaos herrschen
Artikel
  1. Elbit Systems Deutschland: Neue Bundeswehr-Funkgeräte lösen Retrogeräte von 1982 ab
    Elbit Systems Deutschland
    Neue Bundeswehr-Funkgeräte lösen Retrogeräte von 1982 ab

    Vor rund einem Jahr hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr für 600 Millionen Euro Tausende Funkgeräte aus dem Jahr 1982 nachbauen lassen. Nun werden ganz neue angeschafft.

  2. Europäischer Rat: Einigung über Bargeldobergrenze von 10.000 Euro
    Europäischer Rat
    Einigung über Bargeldobergrenze von 10.000 Euro

    Der Europäische Rat hat sich auf eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro verständigt. Auch Kryptowährungen sollen streng reguliert werden.

  3. Angespielt: Diablo 4 wird brutal, makaber und ein bisschen eklig
    Angespielt
    Diablo 4 wird brutal, makaber und ein bisschen eklig

    Open-World-Freiheiten, dynamische Events und eine geteilte Spielwelt: Golem.de hat Diablo 4 angespielt und mit den Entwicklern gesprochen.
    Von Olaf Bleich

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon bestellbar • Tiefstpreise: Asus RTX 4080 1.689,90€, MSI 28" 4K 579€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ • Alternate: Acer Gaming-Monitor 27" 159,90€, Razer BlackWidow V2 Mini 129,90€ • 20% Extra-Rabatt bei ebay • Amazon Last Minute Angebote [Werbung]
    •  /