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Solar Impulse: Solarflugzeug ist auf dem Rückweg aus Marokko

Nach mehreren Tagen Verzögerung hat Bertrand Piccard mit dem Solarflugzeug Solar Impulse den Rückflug nach Europa angetreten: Er ist am Freitagmorgen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat gestartet und soll in der Nacht zum Samstag in Madrid landen.
/ Werner Pluta
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Start in Rabat am 6. Juli 2012: solarbetriebenes Flugzeug Solar Impulse (Bild: Solar Impulse/Jean Revillard)
Start in Rabat am 6. Juli 2012: solarbetriebenes Flugzeug Solar Impulse Bild: Solar Impulse/Jean Revillard

Solar Impulse ist wieder auf dem Weg zurück nach Europa: Um 6:17 Uhr Ortszeit (7:17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) ist das Solarflugzeug in der marokkanischen Hauptstadt Rabat gestartet. Gegen 0:30 Uhr wird es in Madrid erwartet. Nutzer können den Flug live über die Solar-Impulse-Website verfolgen(öffnet im neuen Fenster) .

Erster Abbruch eines Fluges

Das Solarflugzeug Solar Impulse HB-SIA(öffnet im neuen Fenster) ist auf Einladung der marokkanischen Agentur für Solarenergie(öffnet im neuen Fenster) (Moroccan Agency for Solar Energy, Masen) nach Nordafrika geflogen. Anlass für den ersten Besuch auf einem anderen Kontinent war der Beginn des Baus eines Solarthermie-Kraftwerks bei Ouarzazate.

Solar Impulse startet nach Madrid
Solar Impulse startet nach Madrid (02:44)

In mehreren Etappen sind die Solar-Impulse-Gründer Bertrand Piccard und André Borschberg von der Schweiz über Madrid nach Rabat und von dort nach Ouarzazate geflogen. Immer wieder kam es dabei zu wetterbedingten Verzögerungen . Auch die aktuelle zweite Etappe des Rückfluges musste wegen starker Winde verschoben werden - ursprünglich hatte Piccard am 3. Juli nach Madrid fliegen sollen.

Erster Abbruch eines Fluges

Am schlimmsten erwischte es aber Borschberg Mitte Juni: Er musste wegen starken Gegenwindes auf dem Weg nach Ouarzazate den Flug abbrechen und nach Rabat zurückkehren. Es war das erste Mal gewesen, dass ein Flug mit Solar Impulse nicht planmäßig zu Ende geführt werden konnte.

Solar Impulse - Vorbereitung des Flugs nach Madrid
Solar Impulse - Vorbereitung des Flugs nach Madrid (04:53)

Im zweiten Anlauf schaffte es Borschberg dann bis Ouarzazate. Am 30. Juni ging es dann zurück in die Hauptstadt. Auch dieser Flug wurde durch die klimatischen Bedingungen in der Wüste erschwert: Am Nachmittag musste Borschberg eine Weile zwischen Marrakesch und Rabat kreisen, bis sich nach Sonnenuntergang starke Winde in den oberen Luftschichten sowie die thermischen Aufwinde gelegt hatten. Dann erst konnte er den Sinkflug nach Rabat beginnen.

Solar Impulse HB-SIA und HB-SIB

Solar Impulse HB-SIA ist ein Prototyp, mit dem demonstriert werden soll, dass es möglich ist, allein mit Solarenergie auch nachts zu fliegen. Das Flugzeug ist rund 22 Meter lang und hat eine Spannweite von rund 63 Metern. Es ist in Leichtbauweise gebaut und wiegt deshalb nur 1,6 Tonnen. Als Antrieb dienen vier Elektromotoren, die jeweils eine Spitzenleistung von 7,4 Kilowatt (10 PS) haben. Mit Strom versorgt werden sie von etwa 12.000 Solarzellen, die auf der Oberseite der Tragflächen angebracht sind.

Tagsüber laden die Solarzellen zudem Lithium-Polymer-Akkus in den Motorgondeln. Die versorgen bei Dunkelheit die Motoren mit Strom. Zudem kann der Pilot Energie in Form von Flughöhe speichern: Solange die Sonne scheint, steigt er bis auf etwa 8.500 Meter auf und sinkt nach Einbruch der Dunkelheit langsam.

Weltumrundung mit Solar Impulse HB-SIB

Piccard und Borschberg planen für das Jahr 2014 einen Flug mit einem Solarflugzeug rund um die Welt. Den werden sie allerdings mit einem größeren Solarflugzeug durchführen: Solar Impulse HB-SIB(öffnet im neuen Fenster) , das sich derzeit im Bau befindet, wird eine Spannweite von 80 Metern haben.

Solar Impulse hatte den Flug nach Marokko vorab als Generalprobe für die Weltumrundung bezeichnet. Vor der Rückkehr nach Europa zog Borschberg eine positive Zwischenbilanz: "Mit dem Flug nach Marokko haben wir die Bestätigung erhalten, dass das Flugzeug in der Lage ist, in schwierigen Regionen zu fliegen. Der erste Flugversuch nach Ouarzazate sowie das schlussendliche Erreichen des Ziels haben das gesamte Team geschult" , sagte er. "Ich habe das Gefühl, dass wir Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt haben, die unser Vertrauen in die Weltumrundung gestärkt haben."


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