Solar Impulse: Solarer Weltflug muss unterbrochen werden

Das Solarflugzeug Solar Impulse muss in Hawaii überwintern: Bei der Überquerung des Pazifiks wurden mehrere Akkus irreparabel beschädigt. Das Unternehmen Weltumrundung ist damit vorerst beendet. Gescheitert ist es aber nicht.

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Solarflugzeug Si2 im Anflug auf Hawaii (am 3. Juli 2015): kein technischer Ausfall, sondern eine Fehleinschätzung
Solarflugzeug Si2 im Anflug auf Hawaii (am 3. Juli 2015): kein technischer Ausfall, sondern eine Fehleinschätzung (Bild: Revillard/Solar Impulse)

Das war's fürs Erste: Solar Impulse HB-SIB, kurz: Si2, sitzt auf Hawaii fest. Ein Defekt zwingt Bertrand Piccard und André Borschberg, ihre Weltumrundung in dem Solarflugzeug vorläufig abzubrechen.

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Während der langen Etappe von Japan nach Hawaii waren einige der Akkus kaputtgegangen. Die Reparatur werde mehrere Monate in Anspruch nehmen, erklärte Solar Impulse. Deshalb werde das Flugzeug den Winter über in Hawaii bleiben. Die Weltumrundung werde im April kommenden Jahres fortgesetzt.

Die Temperatur ließ sich nicht senken

Die Akkus überhitzten bereits am ersten Tag beim Aufstieg auf über 8.500 Meter Höhe. Grund seien die starke Beanspruchung während des Aufstiegs und eine zu gute Isolierung der Akkus, erklärte Solar Impulse. In den folgenden Tagen sei es nicht gelungen, die Temperatur in den Energiespeichern wieder herunterzubekommen.

Der Schaden an den Akkus sei jedoch kein technischer Ausfall und bedeute auch nicht, dass die Technik nicht funktioniere, betont Solar Impulse. Eine Fehleinschätzung über den Ablauf der Mission und darüber, wie die Kühlung ausgelegt sein müsse, habe zu dem Ausfall geführt.

Schlechtes Wetter gefährdet Si2

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Das Si2 ist ein fliegendes Testlabor. Viele der Komponenten sind für das Flugzeug angepasst oder sogar eigens dafür entwickelt worden, sind also keine Standardteile. Zudem wurde das Flugzeug extrem auf Gewicht optimiert: Bei einer Spannweite von 72 Metern wiegt es nur 2,3 Tonnen. Das macht es aber auch sehr anfällig gegen schlechtes Wetter.

  • In 12 Etappen um die Welt: die Route der Solarflieger (Bild: Solar Impulse)
  • Letzte Vorbereitungen: Si2 auf einem Tesflug über Abu Dhabi, wo die Weltumrundung auch startet. (Foto: Solar Impulse)
  • Si2 ist ein Flugzeug, das mit Solarenergie fliegt. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Tragflächen und Rumpf sind mit Solarzellen ausgelegt. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Konstruktion ist recht filigran.  (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Spannweite der Tragflächen ist größer als die einer Boeing 747. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Tragflächen und Rumpf sind in Leichtbauweise aus Verbundwerkstoffen gebaut. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Solarzellen sind nur etwa so dick wie ein Haar. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Das Cockpit ist nur etwa 4 Kubikmeter groß. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Um Gewicht zu sparen, passt nur ein Pilot hinein.  (Foto: Merz/Solar Impulse)
  • Die beiden Piloten André Borschberg (links) und Bertrand Piccard werden sich beim Fliegen abwechseln. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Wenn alles gut geht, kehrt Si2 Ende Juli oder Anfang August wieder nach Abu Dhabi zurück. (Foto: Solar Impulse)
In 12 Etappen um die Welt: die Route der Solarflieger (Bild: Solar Impulse)

Das wiederum schließt eine Fortsetzung des Weltflugs im Winter aus: So wurden das Datum - geplant war April bis August - und die Route - etwa auf dem Wendekreis des Krebses - gewählt, weil mit stabilem Wetter und wenig Stürmen zu rechnen ist. Ein drohender Wetterumschwung hatte Borschberg schon zu Beginn der Pazifiküberquerung zu einer Zwischenlandung in Japan gezwungen.

Solarzellen laden Akkus

Das Solarflugzeug wird von vier Elektromotoren angetrieben. Sie werden von Solarzellen auf der Oberseite der Tragflächen mit Strom versorgt. In den vier Motorgondeln sitzen zudem Akkus, die tagsüber geladen werden. Außerdem steigt Si2 tagsüber auf über 8.500 Meter. Nachts, wenn die Sonne nicht scheint, speisen die Akkus die Motoren. Außerdem sinkt das Flugzeug im Laufe der Nacht auf bis auf 1.500 Meter ab.

Dieser Zyklus ließ sich aber nicht unterbrechen: Tagsüber Höhe gewinnen und nachts abzusinken, ist eine Form der Energiespeicherung. Der Flug von Nagoya zum Flughafen Kalaeloa auf der Hawaii-Insel Oahu dauerte insgesamt 117 Stunden und 52 Minuten, also rund fünf Tage und fünf Nächte.

Piccard und Borschberg werben für saubere Technik

Piccard und Borschberg, die beiden Gründer von Solar Impulse, wollen in dem Solarflugzeug einmal um den Globus fliegen. Damit wollen sie für nachhaltige und saubere Technik werben.

Die Weltumrundung startete Anfang März in Abu Dhabi. Geplant waren zwölf Etappen. Durch den Stopp in Japan ist die Zahl auf dreizehn gestiegen. Im August wollten Borschberg und Piccard, die sich im Cockpit abwechseln, wieder in Abu Dhabi sein.

Si2 soll nun in einem Hangar der Universität von Hawaii auf dem Kalaeloa-Flughafen überwintern. Nach dem Austausch der Akkus sollen Anfang kommenden Jahres die neuen Systeme zunächst getestet werden. Erst dann wird der Weltflug fortgesetzt: zuerst nach San Francisco, danach mit einem Zwischenstopp nach New York. Es folgt die Atlantiküberquerung, die von New York voraussichtlich nach Südeuropa oder Nordafrika führt. Die letzte Etappe bringt Si2 dann wieder zum Ausgangspunkt in Abu Dhabi.

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