Solar Impulse: Mit Sonnenenergie über die Golden-Gate-Brücke

Ohne einen Tropfen Treibstoff: In wenigen Wochen soll das Solarflugzeug Solar Impulse zum Flug quer durch die USA abheben. Auf der Reise will Flugpionier Bertrand Piccard Geld für die 2015 geplante Weltumrundung sammeln, wie er Golem.de sagte.

Artikel veröffentlicht am , Helene Laube/FTD
Das Solarflugzeug Solar Impulse bei einem Flug über die Schweiz 2011
Das Solarflugzeug Solar Impulse bei einem Flug über die Schweiz 2011 (Bild: Fred Merz/Solar Impulse)

Am 1. Mai hebt das Solarflugzeug Solar Impulse im Silicon Valley zum Flug quer durch die USA ab - wenn das Wetter mitspielt. Die beiden Schweizer Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg wollen in den USA auch die notwendigen Millionen für ihr zweites Flugzeug und die für 2015 geplante Weltumrundung einsammeln.

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"Wir suchen noch 30 Millionen Schweizer Franken", sagte Flugpionier Piccard im Gespräch mit Golem.de. Ob er mit milliardenschweren Unternehmern wie den an erneuerbaren Energien interessierten Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page oder dem Oracle-Chef und Hobbypiloten Larry Ellison verhandelt, wollte Piccard nicht sagen: "Wir führen viele Gespräche, aber es wäre verfrüht, mögliche Partner zu nennen." Das Solar-Projekt stoße sowohl bei Unternehmern als auch bei Politikern in Kalifornien auf großes Interesse, versicherte er.

Ob sich das Interesse in Sponsoringverträge ummünzen lässt, wird sich zeigen. Das Solar-Impulse-Budget soll sich auf 140 Millionen Franken (rund 115 Millionen Euro) belaufen. 110 Millionen Franken haben Piccard und Borschberg bislang von Partnern wie der Deutschen Bank, Swiss Re und Omega eingesammelt. Partner wie der Chemiekonzern Solvay oder Bayer Materialscience steuern auch technisches Know-how für das Experimentalflugzeug bei. Für die Reise um den Globus muss das Duo und sein 80-köpfiges Team ein leichteres, auf längere Strecken ausgelegtes Flugzeug entwickeln.

In fünf Etappen von der West- an die Ostküste

Der Flug von der US-West- an die Ostküste ist bereits finanziert. Er soll die letzte Mission sein, bevor Solar Impulse im Jahr 2015 versuchen wird, eine Weltumrundung ohne einen Tropfen Treibstoff zu starten.

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Am Tag der Arbeit wollen Piccard und Borschberg mit ihrem Flieger, der von 12.000 in die Flügel integrierten Solarzellen betrieben wird, vom Moffett Airfield im Silicon Valley abheben. In fünf Etappen und bei einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von gerade einmal 70 km/h soll es an die Ostküste gehen. "Das Flugzeug könnte nonstop fliegen, aber es verfügt über keinen Autopiloten", sagte Borschberg. "Und da die Piloten - noch - nicht so ausdauernd sind wie der Flieger, beschränken wir uns aus Sicherheitsgründen auf Etappen von maximal 24 Stunden."

Von Kalifornien geht es über Phoenix (Arizona) nach Dallas (Texas) und dann weiter nach Atlanta, Nashville oder St. Louis. Die Entscheidung über den dritten Stopp steht noch aus. Flughafen vier wird Washington D. C. sein. Im Juli soll die Solar Impulse auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York ihre "Across America Mission" beenden. Wie lange der Flug dauert, hängt auch vom Wetter ab. Bei Turbulenzen oder Gewittern bleibt die Solar Impulse auf dem Boden. Das Karbonfaserflugzeug hat die Spannweite einer Boeing 747 (63,4 Meter) und bringt nur so viel Gewicht auf die Waage wie ein Kleinwagen (1.600 Kilo), ist also sehr fragil.

Die Solar Impulse wurde im Februar in der Schweiz demontiert, in einer Boeing 747 nach Kalifornien transportiert und in einem riesigen Hangar auf dem Moffett Airfield zusammengebaut. Der zivil-militärische Flugplatz, der an den Google Campus in Mountain View grenzt, wird von der Nasa betrieben. Am Donnerstag stellten Piccard und Borschberg den Flieger auf einer Pressekonferenz erstmals der amerikanischen Öffentlichkeit vor und nannten Details zur "Across America Mission".

"Mit sauberen Technologien das Unmögliche schaffen"

Der Berufsabenteurer und Psychiater Piccard, dessen Vater Jacques 1960 mit der "Trieste" fast 11.000 Meter auf den Grund des Marianengrabens sank, will mit dem transkontinentalen Flug das Projekt in den USA bekanntmachen. Das Ziel seiner im Jahr 1999 gestarteten Mission: "Unternehmer, Studenten, Forscher, junge Leute, Politiker und Behörden auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene inspirieren und motivieren und die Diskussion rund um erneuerbare Energien anregen." Er und Borschberg wollten zeigen, dass mit sauberen Technologien und Pioniergeist "das Unmögliche" erreicht werden könne.

Bis Sonnenenergie in der kommerziellen Luftfahrt eingesetzt werde, sei es noch ein sehr weiter Weg, räumte Borschberg ein. "Aber mit der Solar Impulse soll den Menschen vor Augen geführt werden, was mit Solartechnik möglich ist", sagte der Schweizer Militärpilot, Ingenieur und Absolvent der MIT Sloan School of Management.

Die Übungsflüge in der windigen Bay Area sollen so schnell wie möglich starten. Allerdings nicht am Osterwochenende, da Regen erwartet wird. Aber schon kommende Woche könnten Piccard und Borschberg mit der Solar Impulse lautlos über die Golden-Gate-Brücke Richtung Westen schweben.

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