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Solar-Diesel-Hydrid: Afrikas Energiewende führt über Diesel

Das Konzept mit einem Hybridsystem kann sowohl die Stromnetze stabilisieren als auch die Energiekosten halbieren. Weniger Abhängigkeit inklusive.
/ Mario Petzold
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Kombination aus Solarfeld, Dieselgenerator und kleinem Batteriespeicher auf Madagaskar (Bild: Becquerel-Institute)
Kombination aus Solarfeld, Dieselgenerator und kleinem Batteriespeicher auf Madagaskar Bild: Becquerel-Institute

Das Becquerel-Institut(öffnet im neuen Fenster), ein belgisches Beratungsunternehmen im Energiesektor, hat auf Madagaskar Solar-Diesel-Hybridsysteme installiert. Auf der viertgrößten Insel der Welt, 400 km vor der afrikanischen Küste im Indischen Ozean, erfolgt die Stromversorgung fast nur dezentral und größtenteils mit Dieselgeneratoren.

Durch die Ergänzung um große Solaranlagen können die Dieselgeneratoren entweder entlastet oder in den Tagesstunden sogar komplett ersetzt werden. Die Hauptprobleme der Energieversorgung, die hohen Preise für die Erzeugung und die aufwendige Nachschublieferung, können dadurch beträchtlich abgemildert werden.

Denn zum einen ist das Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, stark von steigenden Ölpreisen betroffen, zum anderen bietet es nahezu perfekte Bedingungen für die Stromerzeugung aus Photovoltaik. Die Sonnenscheindauer liegt über das Jahr etwa 40 Prozent höher als in Deutschland und die jahreszeitlichen Schwankungen bei der Stromproduktion fallen gering aus.

Auch ohne Batteriespeicher effektiv

An fünf Standorten, die jeweils ein begrenztes Gebiet mit Strom versorgen, wurden zwei Methoden mit unterschiedlichem Investitionsaufwand getestet. Beschrieben wird das Vorgehen in einer Kolumne im PV-Magazine(öffnet im neuen Fenster).

Eine Möglichkeit ist die simple Kombination aus Dieselgenerator und Solarfeld. Produziert das System ausreichend Solarstrom, läuft der Generator auf minimaler Last, was etwa 30 bis 40 Prozent des Maximums entspricht. Bei starker Bewölkung und nachts muss der Generator entsprechend mehr leisten.

Wird ein kleiner Batteriespeicher ergänzt, kann der Dieselgenerator tagsüber sogar abgeschaltet werden. Die Zeit, die der Generator zum Anlaufen benötigt, wird per Akkumulator überbrückt. Außerdem kann er zusätzlich verwendet werden, um die abendliche Spitzenlast abzufangen.

In Summe soll sich der Dieselverbrauch in beiden Fällen signifikant verringert haben. Mit Batteriespeicher hätten sich die Kosten für die Stromerzeugung halbiert.

Hoffnung auf die Entkopplung vom Diesel

Gaëtan Masson, Autor des Beitrags und Gründer des Becquerel-Instituts, gibt sich zuversichtlich, dass Madagaskar mit dieser vergleichsweise einfachen Methode zunächst seinen Bedarf an Dieselkraftstoff deutlich verringern und schließlich das Energiesystem auf ein größtenteils durch Photovoltaik betriebenes System umstellen kann.

Andere Länder, insbesondere südlich der Sahara, könnten dem Beispiel folgen. Gerade bei kleinen Netzen, die von Dieselgeneratoren abhängen, könnte das Solar-Diesel-Hybridsystem mit geringen Kosten und niedrigem Aufwand einen hohen Nutzen bringen.


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