• IT-Karriere:
  • Services:

Solar Cow angesehen: Elektrische Kuh gibt Strom statt Milch

Schule statt Feldarbeit: Das will ein koreanisches Startup für Kinder in Entwicklungsländern mit Solarenergie erreichen. Wir haben uns das auf der Messe preisgekrönte Projekt angesehen.

Ein Bericht von Martin Wolf veröffentlicht am
Solar Cow soll Energie und Bildung in Entwicklungsländer bringen
Solar Cow soll Energie und Bildung in Entwicklungsländer bringen (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Zwischen glänzenden Karosserien und gebürstetem Aluminium, zwischen hochpreisigen, innovativen Neuheiten und spannenden Protopypen finden sich jedes Jahr auf der Elektronikmesse CES immerhin ein paar Projekte, die technologischen Fortschritt nicht auf die westliche Hemisphäre beschränken. Die koreanische Firma Yolk ist ein solches Startup. Das Unternehmen stellt seit 2014 Solarprodukte her und hat ein Produkt entwickelt, das Kindern in Entwicklungsländern den Zugang zu Bildung erleichtern soll: die Solar Cow.

Stellenmarkt
  1. SIZ GmbH, Bonn
  2. über duerenhoff GmbH, Wien (Österreich)

Das auf der Messe in Las Vegas mit dem Innovationspreis ausgezeichnete Prinzip ist simpel und soll Eltern in ländlichen Gegenden ohne eigene Stromversorgung davon überzeugen, ihre Kinder zur Schule statt aufs Feld zu schicken: Während die Kinder lernen, erwirtschaftet die Solar Cow für sie materielle Unterstützung für die Familie in Form von Strom. Sie ist ein Metallgerüst, das Lithium-Ionen-Akkus über Solarzellen lädt. Dieses wird in der Schule installiert und jedes Kind bekommt einen personalisierten Akku in Form einer kleinen Milchflasche. So bringen die Kinder nach der Schule nicht nur mehr Wissen, sondern auch einen vollen Akku nach Hause. Dieser lässt sich für Licht, Radio und zum Laden des Mobiltelefons nutzen, das häufig zum Bezahlen genutzt wird, - und ist attraktiv in Gegenden, wo reguläre Ladestationen mitunter vier bis sechs Stunden weit entfernt sind. Designer Hyungwoo Chong erklärt Golem.de: "Selbst arme Familien brauchen ein Mobiltelefon - und in diesem Fall ist der Anreiz gut genug, um Kinderarbeit zu stoppen."

Dass das funktionieren kann, hat Yolk mit einem ersten Projekt im kenianischen Pokot mit einem Prototyp bewiesen. Seit August 2018 steht dort die erste Sonnenkuh des Unternehmens. Hyungwoo Chong war vor Ort, als sie installiert wurde und erzählt: "Erstens waren die Eltern wirklich glücklich, ihre Kinder zu uns zu schicken, um kostenlos Energie zu bekommen, und zweitens können wir anhand der personalisierten Akkus den Schulbesuch gut nachvollziehen. Das einzige Problem, das wir noch haben, ist die Skalierbarkeit."

  • Hyungwoo Chong ist der Designer von Solar Cow. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Akku-Milchflaschen werden über einen proprietären Anschluss geladen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Mit der Energie kann beispielsweise eine Lampe betrieben werden.(Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Um die Ladezeit länger zu gestalten gibt es nur eine kleine Fläche mit Solarzellen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • An der Skalierbarkeit des System arbeitet Yolk noch. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Hyungwoo Chong ist der Designer von Solar Cow. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Damit die Akkus keinen eigenen Wert darstellen und zum Weiterverkauf einladen, sind sie mit proprietären Ladeanschlüssen versehen. Auch die Kuh selbst ist gegen Diebstahl gesichert. In Zukunft könnte sie auch auf dem Schuldach angebracht werden, um sie besser vor Vandalismus zu schützen. Im Moment konzentriert sich Yolk darauf, die Erfahrungen aus Kenia auszuwerten und die Solar Cow zu verbessern. Außerdem müssen natürlich Geldgeber für das Projekt gefunden werden. Die Entwickler haben hier neben großen Unternehmen mit Budgets für Corporate Social Responsibility auch Organisationen wie das Kinderhilfswerk Unicef im Auge.

Während also Hyungwoo Chong in Las Vegas dank des gewonnenen CES Innovation Awards ein Interview nach dem anderen gibt, gehen in Pokot Kinder zur Schule und schließen ihre milchflaschenförmigen Akkus an die Solar Cow an.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. Nach Gratiszeitraum 12,99€/Monat bzw. 14,99€/Monat ohne Prime - jederzeit kündbar
  2. (aktuell u. a. Corsair Gaming Void Pro Headset für 49,99€, Transcend JetFlash 32 GB USB-Stick...
  3. (u. a. Red Dead Redemption 2 für 47,99€, Sid Meier's Civilization 6 für 16,99€, The Outer...
  4. (u. a. The Crew 2 für 14,99€, Total War Rome 2 - Spartan Edition für 7,99€ und ARK: Survival...

Anonymer Nutzer 13. Jan 2019

warum die bildung anderer zahlen wenn man selbst nicht genung hat? geld ist eventuell...

Shismar 11. Jan 2019

Es waren halt keine Argumente sondern nur Mimimi. Details wie die Menge Edelstahl oder...


Folgen Sie uns
       


Asus Expertbook B9 - Hands on (CES 2020)

Das Expertbook B9 von Asus ist ein sehr leichtes, leistungsfähiges Business-Notebook. Im ersten Kurztest macht das Gerät einen guten Eindruck.

Asus Expertbook B9 - Hands on (CES 2020) Video aufrufen
IT-Gehälter: Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr
IT-Gehälter
Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr

Wechselt ein ITler in eine andere Branche, sind auf dem gleichen Posten bis zu 1.000 Euro pro Monat mehr drin. Welche Industrien die höchsten und welche die niedrigsten Gehälter zahlen: Wir haben die Antworten auf diese Fragen - auch darauf, wie sich die Einkommen 2020 entwickeln werden.
Von Peter Ilg

  1. Softwareentwickler Der Fachkräftemangel zeigt sich nicht an den Gehältern

Shitrix: Das Citrix-Desaster
Shitrix
Das Citrix-Desaster

Eine Sicherheitslücke in Geräten der Firma Citrix zeigt in erschreckender Weise, wie schlecht es um die IT-Sicherheit in Behörden steht. Es fehlt an den absoluten Grundlagen.
Ein IMHO von Hanno Böck

  1. Perl-Injection Citrix-Geräte mit schwerer Sicherheitslücke und ohne Update

Ryzen Mobile 4000 (Renoir): Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!
Ryzen Mobile 4000 (Renoir)
Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!

Seit vielen Jahren gibt es kaum Premium-Geräte mit AMD-Chips und selbst bei vermeintlich identischer Ausstattung fehlen Eigenschaften wie eine beleuchtete Tastatur oder Thunderbolt 3. Schluss damit!
Ein IMHO von Marc Sauter

  1. HEDT-Prozessor 64-kerniger Threadripper schlägt 20.000-Dollar-Xeons
  2. Ryzen Mobile 4000 AMDs Renoir hat acht 7-nm-Kerne für Ultrabooks
  3. Zen+ AMD verkauft Ryzen 5 1600 mit flotteren CPU-Kernen

    •  /