Sojus-MS: Ein letztes Hurra für die alte Dame

Die neue Variante des Sojus-Raumschiffs hat den ersten Flug erfolgreich absolviert. Es soll das letzte Update der russischen Raumfahrtlegende sein.

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Sojus MS-01 beim Anflug zur ISS
Sojus MS-01 beim Anflug zur ISS (Bild: Screenshot Nasa-TV)

Auf der jüngsten Mission zur ISS ist ein weiter verbessertes Sojus-Raumschiff mit einer Besatzung aus Russland, den USA und Japan geflogen. Nach Sojus T, TM, TMA und TMA-M heißt die fünfte Generation des Raumschiffs Sojus MS. Es hat ein leichteres Computersystem, größere und effizientere Solarzellen, neue Steuerdüsen und ein besseres Kommunikationssystem, damit Kosmonauten und Astronauten länger mit den russischen Bodenstationen in Kontakt bleiben können.

Inhalt:
  1. Sojus-MS: Ein letztes Hurra für die alte Dame
  2. Vier Tote in Anfangsjahren

Um die neuen Systeme besser testen zu können, wurde für den ersten Flug der neuen Sojus zur ISS das alte Flugprofil gewählt, womit die Besatzung zwei Tage statt nur sechs Stunden in dem kleinen Raumschiff unterwegs war. Bevor das erste Sojus-MS-Raumschiff mit Besatzung aufbrach, wurde das System unbemannt als Progress-Transporter getestet. Bei einem Dockingmanöver feuerten dabei die Steuerdüsen des Progress-MS noch über eine Minute nach dem Andocken, bis sie manuell abgeschaltet wurden. Diese und andere Probleme des neuen Systems konnten so vor dem Flug der Besatzung ausgeräumt werden.

Das letzte seiner Art

Sojus MS soll die letzte Generation der Sojus-Raumschiffe sein. Ein Nachfolger mit dem Namen Federazija ist bereits in Planung. Grund genug für einen Blick zurück in die Geschichte des Raumschiffs, das schon mehrfach durch eine vollständige Neukonstruktion abgelöst werden sollte. Aber das sowjetische Spaceshuttle Buran absolvierte Ende der 1980er Jahre nur einen Testflug ohne Besatzung. Nach dem Kollaps der Sowjetunion wurde das Projekt eingestellt.

Ein Projekt zum Bau eines Minishuttles namens Kliper wurde 2006 eingestellt. Das neue Raumschiff Federazija ist dagegen wieder eine klassische Kapselkonstruktion, womit die Entwicklung fast wieder beim Sojus Raumschiff angekommen ist.

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Das Sojus-Raumschiff flog mit seiner markanten Taille erstmals unbemannt vor 50 Jahren im Jahr 1966. Als erste Nutzlast verlieh das Raumschiff dabei auch der Trägerrakete ihren Namen und ihre Nachfolger tragen den Namen bis heute. Dabei ist nie ein Sojus-Raumschiff zu seinem eigentlichen Ziel geflogen. Denn das Raumschiff Sojus entstand ursprünglich im Wettlauf zum Mond zwischen den USA und der Sowjetunion. Im Erdorbit sollte sich das Raumschiff mit mehreren Transportern treffen und genug Treibstoff für einen Flug um den Mond aufnehmen. Nachdem dieses Programm gestrichen worden war, sollte ein Sojus-Raumschiff mit einer großen Proton-Rakete zu einem Flug um den Mond gebracht werden. Aber nach den Flügen von Apollo 9 und Apollo 10 wurden auch diese Missionen überflüssig.

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Vier Tote in Anfangsjahren 
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Anonymer Nutzer 13. Jul 2016

In den Sojus Raketen gab es Rettungskapseln, wäre somit auch Schwachsinn, wenn im Buran...

squamp 13. Jul 2016

Sojus-MS ist min. die sechste Generation, wenn man nach der offiziellen Bezeichnung geht...

daarkside 12. Jul 2016

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