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Vier Tote in Anfangsjahren

Auch wenn die Pläne für den Flug zum Mond scheiterten, wurde das Sojus-Raumschiff zum Herzstück der sowjetischen und russischen Raumfahrt im niedrigen Erdorbit. Ihre Zuverlässigkeit hatten die Sojus-Raumschiffe aber nicht von Anfang an. Die vorsichtige Testprozedur bei der Einführung jeder neuen Sojus-Generation ist das Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen aus einem halben Jahrhundert Geschichte des Sojus-Raumschiffs, wie es heute als äußerst zuverlässig gilt. Der übereilte Erstflug mit einem Piloten endete 1967 tödlich.

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Im Vakuum verdampfte im Fallschirmabteil ein Klebstoff und setzte sich im Fallschirm fest, der sich beim Rückflug nicht mehr öffnete. Das Raumschiff wurde überarbeitet und absolvierte die nächsten Flüge erfolgreich. Anschließend sollte es Kosmonauten zur Saljut, der ersten Raumstation der Welt, bringen. Auf dem Flug Sojus-10 gelang das erste Andockmanöver mit der Station, aber erst beim Flug Sojus-11 betraten 1971 Kosmonauten erstmals die neue Station. Probleme gab es dort beim Rückflug.

Für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre trennt sich das Raumschiff in drei Teile auf. Der vordere Teil ist das sogenannte Wohnmodul, das auch als Andockadapter und Luftschleuse dient. Es ist verbunden mit der Rückkehrkapsel und mit dem Hitzeschutzschild, das gut geschützt in der Mitte des Raumschiffs liegt. Der hintere Teil ist das Servicemodul, in dem sich Raketenantrieb, Treibstofftanks, Avionik und Stromversorgung befinden. Vor der Rückkehr müssen das vordere und das hintere Modul mit mehreren Sprengbolzen abgetrennt werden. Bei Sojus-11 zündeten die Sprengbolzen aber gleichzeitig, statt nacheinander. Durch die starke Erschütterung öffnet sich ein Druckventil der Rückkehrkapsel noch im Weltraum. Die drei Kosmonauten an Bord erstickten, bevor sie zurück in die Atmosphäre gelangten.

45 Jahre ohne Todesopfer

Seitdem wurden 119 russische und sowjetische Missionen ohne Todesopfer absolviert. Nur 1983 gab es einen Zwischenfall beim Start, dem die drei Kosmonauten mit Hilfe der Fluchtraketen entkommen konnten, anders als die sieben Astronauten im Spaceshuttle Challenger 1986, wo Fluchtsysteme nicht vorgesehen waren.

Im Lauf der Zeit wurde das Raumschiff immer wieder überarbeitet. Seit dem tödlichen Unglück von Sojus-11 müssen die Kosmonauten bei Start und Landemanövern Druckanzüge tragen. Dadurch war zunächst aber nur noch Platz für zwei Kosmonauten, bis durch schlankere Druckanzüge und mehr Raum in der Kapsel wieder drei Kosmonauten in der Kapsel sitzen konnten.

Flüge zu neun Raumstationen

Zur Versorgung der Raumstationen wurde das Konzept des automatischen Transporters aus dem Mondprogramm benutzt. Die Progress-Transporter sind mit dem Sojus-Raumschiff weitgehend identisch, weshalb sie auch bei jeder Verbesserung der Sojus als Testplattform dienen. Sie haben nur kein Hitzeschutzschild und sind mit Einrichtungen zum Treibstofftransfer ausgestattet. Progress-Transporter versorgten zunächst eine Reihe von sieben Saljut-Raumstationen und ihre militärischen Pendants, die Almaz. Die Almaz diente als bemannter Spionagesatellit und wurde sogar mit einer 23mm-Maschinenkanone ausgestattet, um sich gegen potentielle amerikanische Angriffe wehren zu können.

Die Nachfolgestation war dagegen betont friedlich. Mir, "Weltfrieden", war die erste modulare Raumstation, die über Jahre von Sojus- und Progress-Raumschiffen vorsorgt wurde. Nach dem kalten Krieg empfing sie auch das amerikanische Spaceshuttle. Die Mir wurde so zum direkten Vorläufer der Internationalen Raumstation. Das Kernmodul der Mir, DOS-7, war sogar weitgehend baugleich mit dem russischen Swesda-Modul der ISS.

Auch wenn die Sojus durch das neue Federazija Raumschiff abgelöst wird, wird das Konzept des modularen Raumschiffs erhalten bleiben. Das chinesische Shenzhou-Raumschiff hat den gleichen Aufbau und soll in Zukunft Taikonauten zu den chinesischen Raumstationen Tiangong-2 und Tiangong-3 bringen.

Ob Sojus-MS tatsächlich die letzte Variante des Raumschiffs sein wird, ist dagegen noch nicht völlig sicher. Das erste Federazija-Raumschiff ist noch nicht gebaut und auch die neue Trägerrakete Angara 5 ist bisher nur als Prototyp geflogen. Die Rakete muss erst noch ihre Zuverlässigkeit beweisen, bevor sie in der Variante Angara 5P für Flüge mit Besatzung qualifiziert werden kann. Bis zum allerletzten Hurra wird es also noch etwas dauern.

 Sojus-MS: Ein letztes Hurra für die alte Dame
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Anonymer Nutzer 13. Jul 2016

In den Sojus Raketen gab es Rettungskapseln, wäre somit auch Schwachsinn, wenn im Buran...

squamp 13. Jul 2016

Sojus-MS ist min. die sechste Generation, wenn man nach der offiziellen Bezeichnung geht...

daarkside 12. Jul 2016

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