Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Softwareentwicklung: Wie ist die Arbeit bei OpenAI?

Kaum E-Mails, viel Code und ein umstrittener Ruf: Ein ehemaliger OpenAI -Forscher berichtet von seiner Zeit im Unternehmen.
/ Oliver Nickel
6 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der ehemalige OpenAI-Forscher hat laut eigenen Aussagen viel gelernt (Symbolbild). (Bild: Pixabay.com)
Der ehemalige OpenAI-Forscher hat laut eigenen Aussagen viel gelernt (Symbolbild). Bild: Pixabay.com

Unternehmen wie OpenAI sind in den letzten Jahren sehr populär geworden. Viele Softwarespezialisten werden sich daher fragen: Wie ist es, bei den Machern von ChatGPT und Co. zu arbeiten? Der ehemalige Mitarbeiter Calvin French-Owen berichtet hier nun über seine Zeit bei OpenAI(öffnet im neuen Fenster) .

French-Owen arbeitete seit Mai 2024 im Unternehmen an diversen Forschungsprojekten. Er verließ das Unternehmen laut eigenen Aussagen freiwillig. "Es ist schwierig, vom Gründer eines eigenen Unternehmens zum Angestellten einer Organisation mit 3.000 Mitarbeitern zu werden" , schreibt er in seinem Blogpost. "Es ist durchaus möglich, dass mich die Qualität der Arbeit zurückholt."

OpenAI ist laut dem Erfahrungsbericht vor allem mit flachen Hierarchien aufgefallen. Dies sei etwa bei Forschungsprojekten der Fall gewesen. Eine wirkliche Roadmap oder langfristige Planung sei anfangs nicht vorhanden gewesen. "Das existiert hier nicht" , bekam French-Owen zu hören. "Gute Ideen können von überall herkommen."

Später wurden allerdings einige Strukturen hinzugefügt, auch weil das Unternehmen in nur wenigen Jahren von 1.000 auf mehr als 3.000 Angestellte gewachsen ist. Und trotzdem: Die Kommunikation lief vor allem über Instant Messenger und Kollaborationstools – in diesem speziellen Fall Slack. E-Mail-Kommunikation wurde so gut wie möglich vermieden. "Ich habe vielleicht etwa 10 E-Mails in meiner ganzen Zeit dort erhalten" , schreibt French-Owen. "Wenn du nicht organisiert bist, wirst du das sehr ablenkend finden."

Generell scheint OpenAI vor allem Manager zu wollen, die gute Ideen haben. Sie müssen diese laut French-Owen nicht gut verkaufen können, solange sie guten Anklang finden. Projekte werden von diversen Teams durchgesetzt und bauen auf einer Code-Basis auf, die meist in Python und zunehmend auch Rust geschrieben wurde.

Microsoft Azure und Python

Die Infrastruktur wird dabei wohl größtenteils auf Microsofts Cloudplattform Azure gehostet. Teams und Angestellte werden dabei von diversen Orten rekrutiert. "OpenAI stellt das frühe Meta dar" , schreibt der ehemalige Angestellte. Das liege unter anderem daran, dass viele Mitarbeiter von Mark Zuckerbergs Konkurrenzunternehmen zu OpenAI gewechselt seien. Zum Zeitpunkt seiner Kündigung habe das Unternehmen Senior-Manager von Meta und anderen Unternehmen eingestellt.

Und doch scheint OpenAI seriöser zu agieren, als es auf den ersten Blick erscheint. Dies sei auch der Fall, weil es um viel gehe. "Zum einen gibt es das Ziel, AGI zu entwickeln" , schreibt French-Owen. "Zum anderen versucht man ein Produkt zu bauen, das hunderte Millionen User für alles benutzen."

Derzeit wird OpenAI offenbar von vielen Menschen mit einer vorgefertigten Meinung wahrgenommen. Die bekam der ehemalige Angestellte auf sozialen Veranstaltungen des Öfteren zu hören. Insgesamt sieht French-Owen seine Zeit im Unternehmen aber als positiv an: "Ich glaube, es war einer meiner besten Karriereschritte. Es ist schwer vorstellbar, woanders mehr zu lernen."


Relevante Themen