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Softwareentwicklung: Spotify-Entwickler schreiben kaum noch Code

Bei Spotify hat die Ära des KI-gesteuerten Engineerings begonnen: Via Honk und Claude Code deployen Entwickler neue Features vom Smartphone aus.
/ Nils Matthiesen
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Spotify setzt stark auf KI. (Bild: Emma McIntyre/Getty Images for Spotify)
Spotify setzt stark auf KI. Bild: Emma McIntyre/Getty Images for Spotify

Der Musikstreamingdienst Spotify hat bei der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen(öffnet im neuen Fenster) für das vierte Quartal einen Wandel in der Softwareentwicklung offengelegt. Nach Aussage von Co-CEO Gustav Söderström schrieben einige der besten Entwickler des Unternehmens seit Dezember 2024 "keine einzige Zeile Code mehr" . Stattdessen nutze das Unternehmen generative KI, um die Produktgeschwindigkeit massiv zu erhöhen.

Echtzeit-Deployment via Slack

Im Zentrum dieser Entwicklung steht ein internes System namens Honk. Dieses Tool ermöglicht es den Ingenieuren, Code-Änderungen und neue Funktionen mittels generativer KI – spezifisch Claude Code – aus der Ferne und in Echtzeit zu implementieren.

Söderström beschrieb ein Szenario, in dem ein Entwickler während des morgendlichen Arbeitswegs über die Slack-App auf seinem Smartphone einen Befehl an Claude gebe, um einen Bug zu beheben oder ein neues Feature für die iOS-App hinzuzufügen.

Sobald die KI die Aufgabe abgeschlossen hat, erhält der Entwickler eine neue Version der App direkt in Slack auf sein Mobiltelefon. Er kann die Änderungen prüfen und in die Produktion überführen, noch bevor er das Büro erreicht. Spotify gab an, dass dieses System die Codierung und Bereitstellung von Software " enorm " beschleunigt habe. Allein im Jahr 2025 habe das Unternehmen mehr als 50 neue Funktionen und Änderungen an seiner Streamingapp veröffentlicht.

KI-gestützte Features und proprietäre Daten

Die gesteigerte Effizienz zeigt sich laut Spotify in der jüngsten Veröffentlichungswelle von Funktionen wie den KI-gesteuerten Prompted Playlists, Page Match für Hörbücher und der Funktion About This Song. Diese Features seien innerhalb weniger Wochen ausgerollt worden. Söderström betonte, dies sei erst der Anfang der Entwicklung.

Ein strategischer Vorteil für Spotify liegt laut dem Co-CEO in den eigenen, einzigartigen Datensätzen. Während LLMs allgemeine Onlineressourcen wie Wikipedia leicht erschließen könnten, verhalte sich dies bei musikbezogenen Daten anders, da es oft keine rein faktischen Antworten gebe. Diese proprietären Daten wolle Spotify nutzen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.


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