Softwareentwicklung: Software für Agenten bauen? So ein Quatsch!
Inhalt
Der Satz "Baut Software für Agenten, nicht für Menschen" ist so glatt wie provokant. Er klingt nach Silicon Valley in Reinform, nach einer Welt, in der Bedienoberflächen nur noch hübsches Beiwerk sind und Maschinen die eigentlichen Nutzer werden.
Der Gedanke trifft auf einen realen Trend. KI-Systeme stoßen Prozesse an, nutzen Werkzeuge und greifen auf Informationen zu. Viele Teams richten Produkte, Prozesse und Budgets bereits auf diesen Zugriff aus.
SaaS verschwindet nicht
In einem X-Post mit dem Titel Building for Trillions of Agents beginnt Aaron Levie, CEO des Cloudkonzerns Box, mit einer radikalen Zuspitzung: Künftig werde es weit mehr Agenten als Menschen geben, die Software nutzen(öffnet im neuen Fenster) .
Darin steckt mehr als eine steile Prognose. Die Aussage beschreibt eine Branche, die Software nicht mehr zuerst vom Bildschirm her denkt, sondern von maschinellen Zugriffen, automatisierten Abläufen und sehr viel größeren Nutzungsmengen.
Gerade deshalb ist interessant, wie Levie seine eigene Zuspitzung einordnet. Techcrunch beschrieb er keinen Ersatz klassischer Unternehmenssoftware, sondern eine Kombination aus deterministischen Systemen und darüberliegenden Agenten. Das ist der entscheidende Punkt.(öffnet im neuen Fenster)
Firmen kaufen keine Magie, sondern belastbare Prozesse. Sie bezahlen für Berechtigungen, Revisionssicherheit, Datenhaltung, Freigaben und klare Zuständigkeiten. Gerade deshalb bleibt klassische Unternehmenssoftware wirtschaftlich zentral.
Agenten können Tempo und Reichweite erhöhen. Sie ersetzen aber nicht den Systemkern, auf dem Vertrauen, Dokumentation und Haftung beruhen. Aus der angeblichen Ablösung des Menschen wird so eine Umverteilung der Schnittstellen.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



