Softwareentwicklung: Rechtsstreit um Diebstahl geistigen Eigentums bei SAP

Der aus Walldorf bei Mannheim stammende Softwarekonzern SAP(öffnet im neuen Fenster) steht im Mittelpunkt eines schon länger schwelenden Rechtsstreits rund um den Diebstahl geistigen Eigentums. Dabei geht es um Software wie die besonders effiziente und schnelle Datenbanktechnologie Hana – eigentlich ein Vorzeigeprodukt von SAP, das auch als kommerziell erfolgreich gilt.
Allerdings soll ein Firmenprüfer bei einer internen Revision nach Gesprächen mit Entwicklern und weiteren Untersuchungen zu der Erkenntnis gekommen sein, dass SAP sich etwa bei Hana großzügig bei Technologien bedient habe, die eigentlich Wettbewerbern wie Oracle, IBM und Teradata gehörten. Das geht aus Recherchen des Spiegel(öffnet im neuen Fenster) und des ARD-Magazins Fakt hervor.
Der Fall ist kompliziert, denn neben dem Firmenprüfer spielt offenbar auch dessen Vater eine Rolle – beide sind Juristen. Der Sohn soll seit 2011 bei SAP arbeiten, aber seit Ende 2012 krankgeschrieben sein. Wenig später habe der Vater den Sohn dann rechtlich beraten und unterstützt und sich direkt an den Vorstand und die Compliance-Beauftragte von SAP gewandt.
Vater des Firmenprüfers wollte 25 Millionen US-Dollar
Dort brachte er zum einen die Vorwürfe rund um den Verdacht des Diebstahls geistigen Eigentums vor. Zum anderen habe er gesagt, dass sein Sohn von Vorgesetzten unter Druck gesetzt worden sei, die Rechercheergebnisse in Berichten zu unterdrücken oder zumindest weniger schwerwiegend darzustellen.
Nach längeren Verhandlungen soll der Vater des Firmenprüfers von SAP dann 25 Millionen US-Dollar gefordert haben – wofür, ist nicht ganz klar. Im Mai 2015 habe ein deutsches Gericht dann einen Strafbefehl gegen den Vater erlassen. Derzeit gibt es laut Spiegel mindestens noch ein weiteres Verfahren in der Sache, vor einem US-Gericht.
SAP bestreitet die Vorwürfe und betont, dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass der Konzern geistiges Eigentum verletzte. Teradata prüfe die Angelegenheit derzeit, so der Spiegel.