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Softwareentwicklung: Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel

Kennen Sie Iterationen? Es klingt wie Irritationen - und genau die löst das Wort bei vielen Menschen aus, die über agiles Arbeiten lesen. Golem.de erklärt die Fachsprache und zeigt Agilität an einem konkreten Praxisbeispiel für eine agile Softwareentwicklung.

Artikel von Marvin Engel veröffentlicht am
Sprinten bis zum Ziel ist Teil des agilen Arbeitens.
Sprinten bis zum Ziel ist Teil des agilen Arbeitens. (Bild: STF/AFP/Getty Images)

Praxisnähe ist tatsächlich das, was agile Arbeitsweisen vor allem ausmacht. Im Kern geht es darum, sich einem Ziel durch wiederholende Entwicklungsperioden Stück für Stück bis zum Erreichen zu nähern. Die agile Entwicklung startet bei der groben Beschreibung des Ziels und passt sich im Verlauf des Prozesses immer weiter an. Trotzdem muss es von Anfang an ein klar vereinbartes Endergebnis geben. Sonst laufen auch agile Projekte Gefahr, nie zu enden und zu finanziellen Desastern zu werden. Wir zeigen die Vorgehensweise an einem Fallbeispiel.

Inhalt:
  1. Softwareentwicklung: Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel
  2. Tägliche Meetings und Soll-Ist-Abgleich
  3. Der erste Sprint, das erste Produkt und die Retrospektive

Ein Kunde aus dem Bereich Personalmanagement beauftragt die Entwicklung einer Mitarbeiter- und Freelancer-Datenbank. Das grobe Ziel ist es, ein gut zu benutzendes Verzeichnis mit Kontaktkarten von Personen und möglichst vielen beruflichen Informationen zu diesen Personen zu erstellen. Die dort gesammelten Mitarbeiter und Freelancer können einer Erfassung ihrer Daten in diesem Netzwerk zustimmen und auch selbst Daten übermitteln, um beispielsweise für neue Projekte angefragt zu werden und um Talente zu fördern, die anderen Teams womöglich unbekannt sind. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass Unternehmen nicht das komplette Potenzial ihrer Mitarbeiter kennen, also nicht wissen, welche Fähigkeiten, über die nie gesprochen wird sie noch haben. Diese Fähigkeiten können als Talente von den Usern selbst erfasst werden. Durch diese Daten können crossfunktionale Teams zusammengestellt und Mitarbeiter und Freelancer zu bestimmten Aufgaben angefragt werden.

Außerdem soll die Datenbank dazu genutzt werden, Kontaktpflege zu betreiben, Notizen zu hinterlegen und Erinnerungen wie Geburtstage einzustellen. Auch soll es möglich sein, Dateien wie Lebensläufe oder Zeugnisse an einer Kontaktkarte einer Person abzulegen wie in einem Cloud-Speicher. Als Design wurde vom Entwicklungsteam das von Google bekannte Material-Design vorgeschlagen und vom Kunden ausgewählt. Die bekannten Icons und das kachelartige Design erinnern an moderne Webanwendungen oder Android. Kompatibel sollte die Datenbank mit allen gängigen und natürlich mit mobilen Browsern sein.

Der agile Start ist grob

Bei der klassischen Arbeitsweise werden nach der grundlegenden Klärung des Projektes die Pflichten- und Lastenhefte geschrieben. Designs, Wireframes und Mockups werden ausgetauscht, jede Funktion wird bis ins Detail beschrieben. Das ist meist alles sehr theoretisch, es bedarf einer Menge Vorstellungskraft, bis überhaupt die erste Codezeile geschrieben wird.

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Nicht so bei der agilen Entwicklung. Hier geht es mit der Teamzusammenstellung los. In unserem Fall besteht das Team aus drei Entwicklern (Front-End und Back-End), einem Projektmanager, einem Scrum Master und einem Product Owner. Die legen auch gleich mit dem Erstellen des sogenannten Backlogs los.

Das Backlog kann als Sammelbecken der Anforderungen und Funktionen verstanden werden. Diese werden zunächst grob beschrieben. Jede Funktion wird in einem gesonderten Backlog-Eintrag aufgeschrieben. Das sind in unserem Fall zum Beispiel:

  • Login in die Datenbank per Nutzername und Passwort. Der Nutzername ist die Mailadresse des Mitarbeiters, das Passwort folgt der Regel von Groß- und Kleinschreibung plus Sonderzeichen.
  • Die Kontaktkarte des Eintrags kann mit den wichtigsten Kontaktdaten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Anschrift versehen werden.
  • Die Karte des Kontakts soll außerdem bei einer Auswahl als Mitarbeiter blau und bei der Auswahl als Freelancer grün sein, um eine farbliche Unterscheidung auf den ersten Blick zu garantieren.
  • Die Kontaktkarten sind im Reiter "Übersicht" als einfache Liste angeordnet. Diese Liste zeigt neben Vor- und Nachnamen nur E-Mailadresse, Telefonnummer und die farbliche Kodierung.
  • Entwicklung auf Basis des Material Design.

Sind die Funktionen grob beschrieben, entscheidet das Entwicklungsteam, dass die erste Version der Mitarbeiter- und Freelancer-Datenbank erzeugt werden kann. Dazu werden die Tickets, also die einzelnen Items aus dem Backlog, sortiert und priorisiert und es wird ein erster Sprint, also eine erste Entwicklungsperiode, gebaut. Dabei wird gemeinsam entschieden, welche Aufgaben ausreichend definiert sind, um in den Sprint aufgenommen zu werden. Für den Sprint wird - ebenfalls gemeinsam - ein Sprintziel definiert, das den Umfang der Aufgaben im Sprint gut beschreibt.

In unserem Fall ist das erste Sprintziel das Fertigstellen eines benutzbaren Klickdummys, also einer sehr groben Online-Version der Datenbank. Es sollten jedoch schon einzelne Karten für Personen angelegt werden und es sollte ebenfalls schon möglich sein, die ersten Daten zu den Personen zu erfassen. Somit kann parallel zur Entwicklung schon mit dem Aufbau von Personendaten begonnen und es kann getestet werden. Die Entwicklung startet also in einer sehr frühen Phase mit der Definition und Ausarbeitung der Details.

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Tägliche Meetings und Soll-Ist-Abgleich 
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Sandor_Clegane 16. Jan 2019

Ich versuche hier eigentlich den Punkt zu machen dass mir die aktionistische Einführung...

t_e_e_k 15. Jan 2019

Mich stören Menschen die es groß schreiben...

Xobhctam 15. Jan 2019

Der Teamleiter ist eine Führungskraft mit People-Management Agenden, der in der Praxis...

0xDEADC0DE 15. Jan 2019

Agile Entwicklung bedeutet, dass man sich schnell an Probleme oder neue Situationen...

Frostwind 14. Jan 2019

So ist es. Agil muss das gesamte Unternehmen sein. Das kann ausarten in Bällebad und...


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