Softwareentwickler: McKinsey behauptet, Produktivität messen zu können

Ein Artikel von Mitarbeitern der Unternehmens- und Strategieberatungsfirma McKinsey(öffnet im neuen Fenster) beschäftigt sich mit der Messbarkeit der Produktivität von Softwareentwicklern und beantwortet gleich in der Überschrift, dies durchaus leisten zu können, obwohl das Gebiet seit langem(öffnet im neuen Fenster) als undurchsichtig gilt und Versuche dazu immer wieder scheitern.
Dessen ungeachtet führt der McKinsey-Artikel an, dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung Unternehmen immer stärker auf Softwareentwicklung setzen, weshalb es eine Notwendigkeit sei, die Leistung ihrer Entwickler beurteilen zu können.
Softwareentwicklung ist komplex, kollaborativ und kreativ
Der Artikel erkennt an, dass Softwareentwicklung komplex, kollaborativ und kreativ ist, wodurch die Schwierigkeit entstünde, dass die Verbindung zwischen Inputs und Outputs im Gegensatz zu anderen Geschäftsbereichen weniger offensichtlich herzustellen ist. So werde traditionell angenommen, dass nur erfahrene Ingenieure die Arbeit ihrer Kollegen bewerten können, doch diese Sichtweise sei angesichts des wachsenden Stellenwerts der Softwareentwicklung nicht länger nachhaltig.
Letztlich lassen sich alle Punkte, die in dem Beitrag angesprochen werden, kurz zusammenfassen: Die Messung der Produktivität in der Softwareentwicklung auch durch Fachfremde ist möglich, weil sie eben sein muss und weil IT in den Unternehmen immer wichtiger wird.
Neue Verfahren gibt es aber nicht
Es werden allerlei Verfahren angeführt, die dabei helfen, von den Dora-Metriken (benannt nach Googles DevOps research and assessment team) und Microsofts darauf basierendem Space-Ansatz (satisfaction and well-being, performance, activity, communication and collaboration, and efficiency and flow), über Reports aus Jira und Code-Coverage von Unit-Tests.
Neu ist allerdings nichts davon. Die Dora-Metriken bestehen aus Bereitstellungshäufigkeit, Vorlaufzeiten für Änderungen, Fehlerquoten und Ausfallzeiten, wohingegen bei Microsofts Space Aspekte wie Code-Review-Geschwindigkeit, Storypoints und Unterbrechungen eine Rolle spielen. Besonders deutlich wird das aber bei den Jira-Reports und der Code-Coverage: Jira gibt es seit gut 20 Jahren, zwar mit einer steigenden Menge der Reportingfunktionalitäten, aber die Grundlagen sind lange da. Und auch Tools zur Ermittlung einer Test-Coverage des Sourcecodes sind ein alter Hut: Für Cobol gab es das schon seit den 1980er Jahren, ein Paper des US-Militärs zum Thema von 1981 ist hier(öffnet im neuen Fenster) einzusehen.