Software-Projekte: Meine Erfahrungen mit einer externen Entwicklerfirma

Ich versprach mir Hilfe für meine App-Entwicklung. Die externe Entwicklerfirma lieferte aber vor allem Fehler und Ausreden. Was ich daraus gelernt habe.

Artikel von Rajiv Prabhakar veröffentlicht am
Die Ergebnisse im App-Projekt kamen spät, Ausreden gab es dafür einige.
Die Ergebnisse im App-Projekt kamen spät, Ausreden gab es dafür einige. (Bild: Pixabay)

Dieser Text ist eine Übersetzung. Das Original des Software-Entwicklers Rajiv Prabhakar ist hier zu finden.

Inhalt:
  1. Software-Projekte: Meine Erfahrungen mit einer externen Entwicklerfirma
  2. Technische Anforderungen
  3. Minimum Viable Programming
  4. Bewegliche Ziele
  5. Keine direkte Kommunikation
  6. Sündenböcke ohne Ende

Vor vielen Jahren beschlossen eine jüngere, naivere Version meiner selbst und eine Bekannte von mir, neben unseren Vollzeitjobs ein Bootstrapping-Startup zu gründen, also ein Startup ohne Fremdkapital. Meine Mitgründerin brachte die Idee, die Produktvision und die Kontakte für die ersten Nutzer mit, ich war für die technische Entwicklung zuständig. Unser Plan für das MVP war, mit einer iOS- und Android-App zu starten.

Ich habe viel Erfahrung in der Backend-Entwicklung, eine mobile App hatte ich davor noch nie entwickelt. Anstatt zu versuchen, es von Grund auf zu lernen, entschieden wir uns, externe Entwickler mit der Erstellung der mobilen Apps zu beauftragen, während ich die gesamte serverseitige Entwicklung, P/SaaS-Integrationen und die Infrastruktur verwaltete.

Kontext

Die Zusammenarbeit mit externen Entwicklern war keine neue Erfahrung für mich, was mir, im Nachhinein betrachtet, ungerechtfertigtes Vertrauen gab. Für ein früheres Startup hatte ich mit einem jungen Teilzeit-Freelancer in einem anderen Land gearbeitet. Er war mir von jemandem, den ich kannte, empfohlen worden, machte eine tolle Arbeit und verlangte weniger als 10 Dollar pro Stunde.

Stellenmarkt
  1. SAP Basis Administrator (m/w/d)
    Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
  2. Salesforce Sales Cloud Consultant / Developer (m/w/d)
    Haufe Group, Freiburg
Detailsuche

Damals war mir das nicht klar, aber wenn man bedenkt, wie talentiert und gewissenhaft er war, war das ein Schnäppchen. Jetzt verdient er in San Francisco ein sechsstelliges Gehalt.

Leider war er für unser neues Projekt nicht mehr verfügbar. Meine Mitgründerin wollte außerdem eine renommiertere Firma für unsere Frontend-Entwicklung. Also entschieden wir uns, nach einem Dev Shop, also einer Entwicklerfirma, zu suchen und nicht nach einzelnen Freiberuflern.

Wir waren bei der Auswahl natürlich sorgfältig: Wir haben uns unabhängige Bewertungen Dritter angesehen, nach Referenzen gefragt, mit früheren Kunden gesprochen und uns bei mehreren Anbietern umgesehen, bevor wir uns schließlich für den entschieden haben, der uns am vertrauenswürdigsten schien. Die Firma verlangte etwa 25 Dollar pro Stunde - deutlich mehr als vergleichbare Freiberufler. Wir dachten aber, dass wir damit ein erfahrenes und professionelles Unternehmen beauftragen und nicht nur eine beliebige Einzelperson. Wir dachten, das sei das Beste für uns.

Meine Mitgründerin, eine Anwältin, und ich versuchten natürlich, unseren Vertrag mit der Firma so detailliert wie möglich zu gestalten. Da wir wussten, dass Softwareprojekte extrem anfällig für Kostenüberschreitungen sind, verhandelten wir einen Festpreisvertrag mit einer Garantie für alle Fehler. Nach langer Vorarbeit, in der wir die Vertragsdetails festgehalten und jede einzelne Funktion, die sie für uns bauen sollten, ganz genau beschrieben hatten, war es an der Zeit, die erste Zahlung zu leisten und mit dem Projekt zu starten.

Handbuch für Softwareentwickler: Das Standardwerk für professionelles Software Engineering

Und genau hier haben wir einen entscheidenden Fehler gemacht.

Gemäß unserer Vertragsvereinbarung wurde das Projekt in drei Abschnitte aufgeteilt. Wir sollten 40 Prozent im Voraus bezahlen, bevor überhaupt irgendeine Arbeit geleistet wurde. Dann weitere 30 Prozent am Ende jedes der ersten beiden Abschnitte - und zwar, bevor wir die Ergebnisse des abgeschlossenen Abschnitts erhielten. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein Bootstrapping-Startup handelte und wir eine fünfstellige Vorauszahlung leisten mussten, ohne dass die Ergebnisse vor der nächsten Zahlung geliefert wurden, waren wir praktisch für die Dauer des gesamten Projekts gebunden.

Wir wussten das, dachten aber, dass es in Ordnung sei. Sie hatten gute Bewertungen aus unabhängigen Quellen, tolle Kundenreferenzen; Warnzeichen gab es nicht. Außerdem wussten wir, dass es nicht einfach ist, neue Entwickler in ein Projekt einzubinden, das von jemand anderem gemacht wird - also hatten wir ohnehin vor, das gesamte Projekt mit ihnen gemeinsam umzusetzen.

Im Nachhinein betrachtet war das die schlechteste technische Entscheidung, die wir getroffen haben, und das hat unser Startup ganz schön in Schwierigkeiten gebracht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Technische Anforderungen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Der Fall Anne-Elisabeth Hagen
Lösegeldforderung per Bitcoin-Transaktion

Der Fall der verschwundenen norwegischen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen ist auch ein Krimi um Kryptowährungen und Anonymisierungsdienste.
Von Elke Wittich und Boris Mayer

Der Fall Anne-Elisabeth Hagen: Lösegeldforderung per Bitcoin-Transaktion
Artikel
  1. Gaming: Razers skurrile Maske erhält einen Erscheinungszeitraum
    Gaming
    Razers skurrile Maske erhält einen Erscheinungszeitraum

    Die erste Charge von Razers Project Hazel kommt erst in einigen Monaten. Derweil will Razer Verbesserungen an der Maske vornehmen.

  2. Mobiles Betriebssystem: iOS 15 reserviert einige Funktionen für neue iPhones
    Mobiles Betriebssystem
    iOS 15 reserviert einige Funktionen für neue iPhones

    iOS 15 unterstützt zwar noch sechs Jahre alte iPhones, doch erst ab dem iPhone XS kommen Nutzer in den Genuss aller neuen Funktionen.

  3. Microsoft: Windows-10-Nutzer von neuer Wetter-App genervt
    Microsoft
    Windows-10-Nutzer von neuer Wetter-App genervt

    Ungenaue Vorhersagen und matschige Schrift: Die Wetter-App in Windows 10 stört einige. Gleiches gilt beim News-Feed. Beides ist versteckbar.

scrumdideldu 12. Jun 2021 / Themenstart

Ich habe nichts zum Preis geschrieben! Ich schriebe nur dass der Firmengründer zahlreiche...

osion 08. Jun 2021 / Themenstart

Es ist bekannt das Asiaten alles können, aber alles nur viel blabla ist.

Niaxa 03. Jun 2021 / Themenstart

Das verdient man bei 160 Stunden und 25¤ hier aber nicht. Zumindest wenn das Unternehmen...

osion 03. Jun 2021 / Themenstart

Ein Asiate mit akademischer Abschluss hat ein Durchschnittverdienst von 200 USD pro...

osion 03. Jun 2021 / Themenstart

Ein Asiate in Vietnam oder Thailand verdient nach einem Studium ca. 200 US-Dollar...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • WD Black SN850 500GB PCIe 4.0 89€ • Amazon-Geräte günstiger • Crucial MX500 500GB 48,99€ • Apple iPhone 12 mini 64GB Rot 589€ • Far Cry 6 + Steelbook PS5 69,99€ • E3-Aktion: Xbox-Spiele bei MM günstiger • XXL Sale bei Alternate • LG OLED65CX9LA 120Hz 1.595€ [Werbung]
    •  /