Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Software: Pannenserie bei Hightech-Waffenschmiede Anduril

Das Start-up Anduril Industries gilt als Hoffnungsträger der US-Rüstungsindustrie. Doch bei Tests häufen sich technische Probleme.
/ Andreas Donath
15 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Anduril Fury (Bild: Anduril)
Anduril Fury Bild: Anduril

Der kalifornische Rüstungskonzern Anduril Industries(öffnet im neuen Fenster) , mit über 30 Milliarden US-Dollar bewertet, kämpft mit erheblichen technischen Rückschlägen bei der Entwicklung autonomer Waffensysteme. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ)(öffnet im neuen Fenster) . Die Zeitung hat Militärberichte und Unfalldokumente ausgewertet, die mehrere schwerwiegende Fehlschläge belegen.

Drohnenboote außer Kontrolle

Im Mai versagten demnach mehr als ein Dutzend unbemannter Boote mit Andurils Lattice-Software während einer Marine-Übung vor der kalifornischen Küste. Die Fahrzeuge verweigerten Befehle und wurden bewegungsunfähig. Militärpersonal musste die Boote die ganze Nacht hindurch bis 9 Uhr morgens an Land schleppen, heißt es beim WSJ.

Ein Marine-Bericht enthielt zudem Hinweise auf Sicherheitsverstöße. Darin wird auf ein "extremes Risiko für Streitkräfte und potenzielle Lebensgefahr" hingewiesen, falls die Softwareprobleme nicht behoben würden.

Software am Limit

Die Lattice-Plattform soll es einem einzelnen Bediener ermöglichen, mehrere Waffensysteme gleichzeitig zu steuern. Anduril bewirbt die Software als fähig, Aufgaben "in Größenordnungen und Geschwindigkeiten jenseits menschlicher Kapazität" zu koordinieren.

Bei Tests zeigte sich jedoch: Operatoren mussten Boote manuell steuern oder Fernsteuerungen nutzen, weil die Software versagte.

Nagel beschädigt Kampfjet-Triebwerk

Auch das unbemannte Kampfflugzeug-Programm läuft schleppend. Anduril soll hier Prototypen für Collaborative Combat Aircraft entwickeln. Bei einem Bodentest im August wurde jedoch das Triebwerk beschädigt, als ein Nagel eines Testinstruments in den Lufteinlass gezogen wurde. Der Erstflug der Fury-Maschine erfolgte daher erst am 31. Oktober – zwei Monate nach dem Konkurrenten General Atomics.

Drohnen-Absturz löst Flächenbrand aus

Im August stürzte zudem ein Anduril-Anvil-System zur Drohnenabwehr bei Tests in Oregon ab und verursachte einen 22 Hektar großen Brand nahe dem Pendleton Airport. Das Personal des Herstellers konnte das Feuer nicht unter Kontrolle bringen, drei Löschfahrzeuge der örtlichen Feuerwehr mussten ausrücken.

Probleme in der Ukraine

Und auch in der Ukraine zeigten Anduril-Systeme Anfälligkeiten für elektronische Störsignale. Nach dem Bericht des Wall Street Journals stellten die ukrainischen Streitkräfte 2024 den Einsatz von Altius-Drohnen ein, nachdem es zu Abstürzen und Fehlschlägen kam.

Das Unternehmen räumt Fehler in seinem Testansatz ein: "Wir scheitern ... oft" , erklärte Anduril gegenüber dem WSJ. Die Entwicklungsmethode sei hochgradig iterativ mit ständigen Tests und Verfeinerungen.


Relevante Themen