Software-Index: Freecode ist tot, es lebe Freecode

Der seit 1997 gepflegte Index für hauptsächlich freie Software Freecode.com ist eingestellt. Der bekannte Entwickler Eric S. Raymond fordert nun einen von der Community getragenen Neuanfang für den Dienst.

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Freecode.com wird nicht mehr aktualisiert
Freecode.com wird nicht mehr aktualisiert (Bild: Freecode)

"Scheint es nicht immer so, dass man erst weiß, was man hat, wenn es verloren ist?" schreibt Eric S. Raymond in seinem Blog nach der Einstellung von Freecode.com und zitiert damit Joni Mitchell. Der Dienst, der bis 2011 Freshmeat hieß, gab seit 1997 einen Überblick über verschiedene Unix-Software und deren Updates. Seit vergangener Woche wird er nicht mehr aktiv gepflegt, weshalb Raymond die Community zur Erstellung eines Ersatzes auffordert.

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Für den Autor des einflussreichen Essays Die Kathedrale und der Basar kam die Ankündigung der Einstellung jedoch sehr unerwartet. Zwar wird das Aus offiziell mit den wenigen Zugriffszahlen auf Freecode begründet, doch Raymond schreibt, dass der Bedarf für einen derartigen Dienst nach wie vor existiere. Diese Annahme Raymonds beruht auf der Vielzahl der Kommentare der vergangenen Tage, welche die Einstellung beklagen.

Communiy-Version von Freecode

Raymond schätzt besonders die Fülle der auf der Seite indizierten Titel. Dieser Überblick über Open-Source-Software, unabhängig von Distributionen oder Forge-Seite werde nirgendwo sonst erreicht. Der Entwickler schlägt deshalb vor, einen Ersatz zu schaffen.

Mit den aktuell verfügbaren Webtechniken sei dies wohl kein besonders großes Projekt. Raymond werde die Arbeit und Pflege des Systems aber nicht allein übernehmen und ruft deshalb die Community auf, sich aktiv daran zu beteiligen. So schätzt er, dass mindestens drei Kern-Entwickler benötigt würden, wovon einer über grundlegende Kenntnisse des letztlich benutzten Webframeworks verfügen sollte.

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Hauptziel sollte dabei eine möglichst einfache Verwaltung der indizierten Software und der Ankündigung neuer Versionen seien. Darüber hinaus sollte keinesfalls proprietäre Software in den Index aufgenommen werden, wie dies teilweise noch bei Freecode der Fall gewesen ist.

Unterschiedlichen Berichten zufolge soll der ursprüngliche Autor von Freshmeat, Patrick Lenz, versucht haben, die Domain vom Betreiber Dice zurückzukaufen, vermutlich um diese unter gleichem Namen weiter betreiben zu können. Ob die von Raymond vorgeschlagene Freecode-Alternative tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

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