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Die Kunst des Nachfragens

Dabei ist es zum Beispiel sehr wichtig nachzufragen, wenn ein unbekannter Begriff fällt. Am besten landet die Erklärung in einem Glossar im Projekt-Wiki, denn die Wahrscheinlichkeit, dass an dem Meeting alle teilgenommen haben, die den Begriff vorher nicht kannten, ist gering.

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Das Nachfragen fällt nicht immer leicht. Menschen geben ungern zu, etwas nicht zu wissen und so kann es durchaus vorkommen, dass gerade in größeren Meetings ein Fachbegriff fällt und niemand eine Regung zeigt, niemand fragend oder verwirrt dreinschaut, niemand Anstalten macht, zu einer Nachfrage anzusetzen. Die Angst davor, als womöglich einzige anwesende Person etwas nicht zu wissen und das auch noch vor versammelter Gruppe zuzugeben, hält davon ab, um eine Erklärung zu bitten.

Die Anwesenheit von Vorgesetzten kann ein weiterer Grund für Hemmungen sein. Und dann ist da noch die Meetingkultur ganz allgemein: In vielen Projekten werden Meetings als nicht besonders sinnvoll angesehen und gerne dauern sie auch noch sehr viel länger als vorgesehen. Wer will da schon ständig unterbrechen und dafür sorgen, dass sich das lästige Treffen noch länger hinzieht? Vielleicht hilft es, wenn man sich klarmacht, dass andere Meeting-Teilnehmer wahrscheinlich froh sind, dass wenigstens einer sich getraut hat zu fragen.

Nicht nur Startschwierigkeiten

Nachfragen werden umso schwieriger, je länger ein Projekt schon läuft. Der Erklärungsbedarf von Fachbegriffen verschwindet aber nicht, wenn ein Projekt erst einmal der Startphase entwachsen ist. Gute Gründe für den Bedarf gibt es viele: Es kommen neue Mitarbeiter hinzu, andere verlassen das Projekt und besonders bei umfangreichen Entwicklungen kommt es vor, dass einzelne Kollegen erst nach Jahren den ersten Berührungspunkt mit einer bestimmten Thematik haben. Ab einer gewissen Projektgröße lässt sich ziemlich sicher sagen, dass niemand alles weiß.

Man kann es allen leichter machen, wenn eine Projektkultur etabliert wird, bei der bei einer Nachfrage nicht mit den Augen gerollt oder ein genervter Gesichtsausdruck aufgesetzt wird. Ein erklärender Satz braucht nicht viel mehr Zeit. Wenn die genaue Erklärung umfangreicher wird, kann man meist in wenigen Worten eine grobe Erklärung geben und anbieten, sich nach dem Meeting für fünf Minuten zusammenzusetzen und das genauer zu erklären.

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Dann ist da noch das menschliche Gehirn

Bei der Frage, wie man richtig kommuniziert, hilft es zudem, sich das Miteinanderreden als Prozess vorzustellen. Wenn ein Mensch einem anderen etwas sagt, wird ein Gedanke in Sprache formuliert - und zwar so, dass es die zuhörende Person verstehen müsste.

Dabei werden Annahmen getroffen, wie es um den Kontext und das Vorwissen bestellt ist. Die zuhörende Person wiederum nimmt die Worte auf und entwirft so eine Vorstellung davon, was der Sprecher oder die Sprecherin meint. Auch hier spielen wieder Kontext und angenommenes Vorwissen des Anderen eine Rolle.

In diesem Vorgang sind gleich zwei Interpretationsvorgänge enthalten, denen Annahmen zugrunde liegen. Was sich die sprechende Person gedacht hat, muss nicht das sein, was bei der Zuhörenden angekommen ist.

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stefansoyka 20. Sep 2020

Warum manche Projekte gelingen und andere nicht, warum manchmal großartige Lösungen...

ratti 13. Sep 2020

Da ist meine Erfahrung gegensätzlich. Seit wir nach Scrum arbeiten, geht alles viel...

aemm202009 13. Sep 2020

Auch mir ging es so. Die Analyse selbst, bzw. der gut zusammengefasste Erfahrungsbericht...

BLi8819 11. Sep 2020

Du verwechselst die Sinnhaftigkeit der Anforderung mit der Komplexität der Umsetzung.

OutOfCoffee 11. Sep 2020

"Neuartige Frameworks" ist das richtige Stichwort. Die schießen wie die Pilze gefühlt...


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