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Software-Defined Defence: Rheinmetall veröffentlicht Militärschnittstellen als Open Source

Rheinmetall legt Schnittstellen seiner Militärplattform als Open Source frei. Ein Blick in die Dokumentation zeigt aber: Offen ist hier nur ein Teil.
/ Michael Linden
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Visualisierung zur Battlesuite (Bild: Rheinmetall)
Visualisierung zur Battlesuite Bild: Rheinmetall
Inhalt
  1. Software-Defined Defence: Rheinmetall veröffentlicht Militärschnittstellen als Open Source
  2. Smartphone-Prinzip fürs Gefechtsfeld

Rheinmetall hat zentrale Schnittstellenspezifikationen seiner Battlesuite als Open Source auf Github veröffentlicht. Damit treibt der Düsseldorfer Technologiekonzern die Digitalisierung moderner Verteidigungssysteme voran.

Die Battlesuite Interface Collection umfasst vorerst zwei Komponenten, das Onboard API(öffnet im neuen Fenster) und das Tactical API(öffnet im neuen Fenster). Weitere Bausteine sollen folgen. Die Sammlung ist nach Angaben des Unternehmens das Ergebnis langjähriger Erfahrung aus zahlreichen Entwicklungs- und Integrationsprojekten. Diese Erkenntnisse flossen direkt in das Design der Schnittstellen ein und bilden das Fundament der modularen Softwarearchitektur.

Standardisierter Datenfluss zwischen Sensor und Software

Das Onboard API fungiert als standardisierte Kommunikationsschicht zwischen Sensoren und Softwarekomponenten. Dafür setzt Rheinmetall auf den DDS-Standard(öffnet im neuen Fenster) der Object Management Group mit einer Publish-Subscribe-Architektur(öffnet im neuen Fenster). Die Kernbibliothek ist in C++ implementiert, dazu gibt es Wrapper für Python, Java sowie C# beziehungsweise .NET. Entwickler können sich damit in ihrer bevorzugten Programmiersprache mit der Plattform verbinden.

Bemerkenswert detailliert zeigt die öffentlich einsehbare Dokumentation, welche Arten militärischer Komponenten sich über die Schnittstelle ansprechen lassen. Aufgeführt sind etwa Mission-Control-Funktionen zum Starten und Abbrechen von Missionen, Sensorbefehle zum Konfigurieren der Abdeckung, zum Auswählen von Presets und zum Aufschalten auf erkannte Tracks. Hinzu kommen Schnittstellen für Laserentfernungsmesser, Teleoperation und Signalverarbeitung. Freilich: Das ist eine Beschreibung der Schnittstellen, kein frei verfügbarer Code zum Steuern eines konkreten Waffensystems.

Die Battlesuite selbst versteht sich als nicht-proprietäre digitale Plattform für zivile und militärische Anwendungen. Als herstellerunabhängiger Knotenpunkt vernetzt sie Sensoren, Kameras, Drohnen und weitere Hardware. Berücksichtigt wurden dabei sowohl der Schutz kritischer Infrastrukturen im Zivil- und Katastrophenschutz als auch rein zivile Einsatzszenarien.

Partner und Forschung steigen ein

Mit der Veröffentlichung stellt Rheinmetall Industriepartnern, Forschungseinrichtungen und Kunden klar definierte Schnittstellenspezifikationen bereit. Drittanbieter sollen Plattformen, Sensoren, Effektoren und Führungsanwendungen leichter miteinander verbinden können; Softwarelösungen lassen sich frühzeitig auf die standardisierte, verteilte Architektur(öffnet im neuen Fenster) ausrichten. Das Ziel: interoperable Anwendungen mit möglichst geringem Integrationsaufwand.

"Die Battlesuite bildet die softwaretechnische Grundlage für die Digitalisierungs- und Vernetzungsstrategie von Rheinmetall", sagt Timo Haas, CEO der Division Digital Systems. Standardisierte Schnittstellen ermöglichten die Integration von Plattformen, Sensoren, Effektoren und Führungsanwendungen und schafften die Voraussetzung für modulare, interoperable und skalierbare Verteidigungssysteme, so Rheinmetall.

Ervin Kolenovic, Leiter der Battlesuite bei der Division Digital Systems, ordnet den Schritt ausdrücklich als Baustein der Strategie für Software-Defined Defence ein. Die Interface Collection vereinfache die Kombination von Systemkomponenten unabhängig vom Hersteller. Sie fördere die Wiederverwendbarkeit von Softwaremodulen über verschiedene Programme hinweg und erleichtere die Weiterentwicklung bestehender Systeme. Entwicklungszeiten und Integrationsrisiken sinken, neue Fähigkeiten lassen sich schneller bereitstellen.


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