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Smartphone-Prinzip fürs Gefechtsfeld

Technisch basiert die Battlesuite auf dem Tactical Core des Tochterunternehmens blackned, erweitert um eine App-Architektur nach dem Vorbild eines Smartphones. Eingebunden sind Eigenentwicklungen von Rheinmetall ebenso wie Applikationen strategischer Partner. Nutzer tauschen Informationen in Echtzeit aus und erzeugen ein gemeinsames Lagebild, was die Entscheidungsfindung auf dem Gefechtsfeld deutlich verbessern soll.

Die Interoperabilität der Plattform demonstrierte Rheinmetall zuletzt bei den Nato-Übungen REPMUS und Dynamic Messenger 2025 in Portugal. In Live-Tests wurden gemeinsame Operationen von Kommandosystemen bis zu unbemannten Systemen gezeigt, alle über die Battlesuite integriert. Das Leistungsspektrum umfasst nach Unternehmensangaben Lageerkennung, Führungsunterstützung, Bedrohungsabwehr sowie Modellierung, Simulation und Training.

Wie open ist das Open Source?

Beim Label Open Source lohnt ein zweiter Blick. Unter der Eclipse Public License 2.0 stehen laut Rheinmetall nur die Interface-Definitionen. Die eigentlichen Runtime-Bibliotheken werden dagegen unter einer separaten Rheinmetall-EULA verteilt. Zudem weist das Repository ausdrücklich darauf hin(öffnet im neuen Fenster), dass die veröffentlichten rmodel-Dateien allein der Dokumentation dienen. Netzwerkkommunikation ist ausschließlich über die bereitgestellten Bibliotheken möglich. Die komplette Battlesuite oder ihre Middleware wird also nicht als Open Source veröffentlicht.

Rheinmetalls Ansatz lässt sich so zusammenfassen: Software-Defined Defence nach dem Prinzip offener Schnittstellen statt offener Gesamtsysteme. Die Datenmodelle sind frei einsehbar, der eigentliche Kommunikations-Stack bleibt proprietär.

Strategische Öffnung mit Ziel der Standardisierung

Ob die Veröffentlichung tatsächlich eine breite Adaption durch Drittanbieter auslöst, muss die Praxis zeigen. Die Öffnung der Schnittstellen macht jedoch deutlich, dass Rheinmetall auf eine möglichst große Entwicklergemeinschaft setzt, um seine Plattform als De-facto-Standard zu etablieren, ohne die Kontrolle über den Kern des Systems aus der Hand zu geben.


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