Software-Ausfall: Seit 1,5 Jahren brennt das Licht an einer Schule

Es klingt wie eine Schildbürgergeschichte: In einer Schule wurde ein automatisches Beleuchtungssystem eingebaut und eigentlich sollte die Hard- und Software alles automatisch regeln. Das funktionierte einige Jahre, bis dann im Sommer 2021 die Software ausfiel, die das System steuert. Seitdem brennen jeden Tag 7.000 Lampen ohne Unterbrechung. Denn es fehlen Lichtschalter und es gibt auch sonst keine Möglichkeit, die Lichtanlage manuell zu steuern. Das berichtet NBC News(öffnet im neuen Fenster) .
Die Schule soll sich immer wieder um eine Behebung des Fehlers bemüht haben, aber wiederholt dabei gescheitert sein. Nun soll die Lichtanlage an einer High School im US-Bundesstaat Massachusetts im Februar 2023 endlich repariert werden. Der Termin wurde aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den benötigten Bauteilen bereits mehrfach verschoben.
Vor mehr als zehn Jahren wurde an der Minnechaug Regional High School 2012 die Lichtanlage installiert. Damit sollten Energie und Kosten gespart werden, indem die Regelung des Lichts automatisch geschieht. Aber seit dem Ausfall im August 2021 ist die Software zur Steuerung nicht mehr zum Laufen zu bekommen.
Lichtanlage kostet mehrere Tausend US-Dollar pro Monat zusätzlich
"Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass dies die Steuerzahler eine beträchtliche Menge Geld kostet" , sagte Aaron Osborne, der stellvertretende Leiter der Finanzabteilung des Hampden-Wilbraham Regional School District NBC News. Er räumte ein, dass die Kosten nur schwer abschätzbar seien, weil die Energiekosten während der Pandemie und in der Zeit danach stark schwankten. Er schätzt die Nettoauswirkungen bei den Ausgaben im Durchschnitt auf "mehrere Tausend US-Dollar pro Monat, aber nicht bei mehreren Zehntausend" .
Die High School verwende hocheffiziente Leuchtstoff- und LED-Lampen, dadurch seien die Mehrkosten nicht so hoch wie ohne den Einsatz dieser Technik. In der Gemeinde in einem Vorort von Springfield zeigten sich bereits viele Bürger besorgt, wie viel Geld durch den Ausfall der Beleuchtungsanlage in der Schule verschwendet wurde.
Die Stadtverordneten von Wilbraham kritisierten in einem Brief vom August 2022, der an die Mitglieder des Hampden-Wilbraham Regional School District geschickt wurde, den Vorfall als auffällige Verschwendung von Steuergeldern. "Das Bild, das es vermittelt, ist eines der Verschwendung in einer Zeit, in der viele Familien [...] mit ihren eigenen Energiekosten zu kämpfen haben" , heißt es in dem Schreiben.
Lichtanlage ließ sich nicht ohne weiteres reparieren
Als die Software im Sommer 2021 ausfiel, sei das Beleuchtungssystem auf Standardwerte gesetzt worden und dabei sind einfach alle Lampen an – ununterbrochen. Zunächst wurde versucht, das Beleuchtungssystem von der Firma reparieren zu lassen, die es gebaut hatte. Aber diese Firma hatte mehrfach den Besitzer gewechselt und es dauerte mehrere Wochen, den aktuellen Eigentümer der Firma ausfindig zu machen.
In dem Unternehmen namens Reflex Lighting wurde dann mehrere Wochen nach Mitarbeitern gesucht, die sich mit dem Beleuchtungssystem in der Schule auskennen. Die Firma schlug zunächst vor, das gesamte System auszutauschen – zum Preis von mehr als 1,2 Millionen US-Dollar. Allerdings schränkte die Firma ein, dass die Arbeiten daran aufgrund der Pandemie frühestens im Sommer 2022 beginnen könnten.
Software-Korrektur war nicht möglich
Um diese hohen Kosten zu vermeiden, wurde versucht, die Beleuchtungsanlage von einem Software-Experten reparieren zu lassen. Denn alles deutete darauf hin, dass es sich nur um einen Software-Fehler handelte. Es ging nur darum, die Einstellungen für die Standardbeleuchtung auszuschalten. Dies habe sich als nicht praktikabel erwiesen.
Dann gab es die Überlegungen, einfache Zeitschaltuhren und Lichtschalter zu installieren. Auch dies wurde als nicht umsetzbar verworfen. Schließlich musste sich die Schule doch wieder an Reflex Lighting wenden. Es wurde ein Plan erarbeitet, den Server zur Steuerung der Lichtanlage sowie weitere Bauteile zu ersetzen.
Die entsprechenden Bauteile seien dann im November 2021 bestellt worden und sollten im Februar 2022 eingebaut werden. Dies war aber nicht möglich, weil der Ersatz-Server erst im März 2022 geliefert wurde. Andere Teile fehlten weiterhin und diese sollten Mitte Oktober 2022 geliefert werden. "Es war sehr frustrierend, aber wir hatten es mit der Pandemie und Problemen in der Lieferkette zu tun" , sagte Osborne.
Nach dem Umbau wird es Schalter für die Lichtanlage geben
Auch dieser Liefertermin wurde nicht eingehalten und einen Tag vor den Weihnachtsferien habe Reflex Lighting den Termin abgesagt. Nun ist geplant, dass die Reparatur im Februar 2023 stattfinden soll, wenn wieder Ferien sind. "Wir hätten das 1,2-Millionen-US-Dollar-Angebot annehmen können, um das System herauszureißen und sofort neu anzufangen, aber ich vermute, dass wir uns dann in der gleichen Lage befunden hätten" , sagte Osbourne.
Paul Mustone, der Chef von Reflex Lighting, sagte NBC News, dass die benötigten Teile nun endlich geliefert worden seien. Es sei geplant, die Arbeiten im Februar 2023 durchzuführen. "Und ja, es wird einen Fernbedienungsschalter geben, damit so etwas nicht noch einmal passiert" , sagte Mustone, dessen Unternehmen seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist.