Abo
  • Services:

Softbots könnten zur Verbesserung des Journalismus beitragen

Laut Cord Dreyer, Medienexperte und Gesellschafter bei Text-On, bietet der Roboterjournalismus zukünftig die Möglichkeit, "die Interessen von sehr kleinen Zielgruppen abzudecken - wenn nicht sogar von einzelnen Menschen". Die Technologie kann in Bereiche vordringen, in denen Journalisten gar nicht aktiv sind.

Stellenmarkt
  1. M-net Telekommunikations GmbH, München
  2. McService GmbH, München

Dreyer ist überzeugt davon, dass die Textautomatisierung "mehr Aufklärung, Zusammenhänge und Parallelen" liefere und "zur Verbesserung des Journalismus beitragen kann".

Auch Lorenz Matzat, Unternehmer und Journalist, erkennt im Roboterjournalismus die große Chance für den Journalismus. Er sagt: "Den größten Nutzen wird der Leser haben, weil er sich maßgeschneiderte, standortbezogene Informationen vom Roboterjournalisten erstellen lassen kann. Es muss nicht super sein, es muss nur gut genug sein, um es lesen zu können."

Der Roboter hat keine Meinung

Außerdem wäre "keine Gesinnungsprüfung bei Redakteuren" mehr notwendig, da man sich einfach die Programmierung anschauen könne, "sprich, das Verfahren, wie entschieden wird, was berichtenswert ist und was nicht". Matzat ist auch davon überzeugt, "dass man eine gewisse Bewertung eines Vorgangs einprogrammieren" könne. Damit würden Algorithmen journalistische Standards einhalten. Schließlich sei das alles nur eine Frage der Programmierung und des Designs der Software, sagt Matzat.

Das sieht der Deutsche Presserat anders. Dessen Referent Oliver Schlappat ist der Meinung, dass nicht alles einprogrammiert werden könne: "Die ethischen Grundsätze können für eine Software nicht gelten, denn sie wird keinen Sinn für Ethik haben können. Dennoch gelten für die mit ihrer Hilfe generierten Inhalte die gleichen Grundsätze, die für die von Redaktionen generierten Inhalte bisher auch gelten, denn die Redaktionen sind es, die für die veröffentlichten Inhalte verantwortlich sind und für eventuelle Verstöße die Verantwortung übernehmen müssen", sagt Schlappat. Der Pressekodex gelte auch für den Betreiber der Software.

Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen

Medien müssen sich auf jeden Fall mit dem Thema Roboterjournalismus auseinandersetzen. Denn wie bei jedem Technologietrend besteht das Risiko, Innovationen zu verschlafen.

James Kotecki von Automated Insights sagt: "Medienunternehmen, die nicht den Roboterjournalismus umarmen, laufen Gefahr, hinter die Konkurrenten zu fallen, welche dann mehr Inhalte produzieren und deren Journalisten mehr Freiheiten für interessantere, höherwertige Arbeit haben."

Damit gebe es für Angestellte mehr Zeit für Recherchen, Reisen und damit schließlich auch mehr Ressourcen, um investigativem und qualitativem Journalismus nachzugehen. Journalisten würden weniger unter Druck stehen, etwa einen Artikel in einer bestimmten Zeit und mit einer größtmöglichen Reichweite zu erstellen.

Matzat sieht das ähnlich: "Ich glaube, wenn ein Verlag schlau ist und es gute Roboterjournalismus-Software gibt, dann nutzt er die Möglichkeit, die Alltagsarbeit erledigen zu lassen und Ressourcen anders zu verwenden."

 Softbots: Roboter verändern den JournalismusRoboter erledigen Roboteraufgaben 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

return 08. Jun 2015

Softbots. Wo bekommt man solche Software? Sicherlich gibt es die auch schon für Romane...

furanku1 13. Dez 2014

Geht mir ähnlich, insbesondere da wir keine tragfähige Definition von "Intelligenz...

jungundsorglos 12. Dez 2014

Das wäre in der KI wohl der Unterschied zwischen supervised und unsupervised learning.

theonlyone 12. Dez 2014

Warum sollte jemand freiwillig im Billiglohn Sektor arbeiten, wenn es auch qualifzierte...

Gamma Ray Burst 11. Dez 2014

Geh nach Russland, bitte, solche Leute Wie Dich brauchen wir hier nicht.


Folgen Sie uns
       


Odroid Go - Test

Mit dem Odroid Go kann man Doom spielen - aber dank seines ESP32-Mikrocontrollers ist er auch für Hard- und Softwarebastler empfehlenswert.

Odroid Go - Test Video aufrufen
Datenschutz: Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen
Datenschutz
"Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen"

Zur G20-Fahndung nutzt Hamburgs Polizei eine Software, die Gesichter von Hunderttausenden speichert. Schluss damit, sagt der Datenschutzbeauftragte - und wird ignoriert.
Ein Interview von Oliver Hollenstein

  1. Brexit-Abstimmung IT-Wirtschaft warnt vor Datenchaos in Europa
  2. Österreich Post handelt mit politischen Einstellungen
  3. Digitalisierung Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an

CES 2019: Die Messe der unnützen Gaming-Hardware
CES 2019
Die Messe der unnützen Gaming-Hardware

CES 2019 Wer wollte schon immer dauerhaft auf einem kleinen 17-Zoll-Bildschirm spielen oder ein mehrere Kilogramm schweres Tablet mit sich herumtragen? Niemand! Das ficht die Hersteller aber nicht an - im Gegenteil, sie denken sich immer mehr Obskuritäten aus.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Slighter im Hands on Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
  2. Sonos Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant
  3. Hypersense-Prototypen ausprobiert Razers Rumpel-Peripherie sorgt für Immersion

IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Die Cobol Cowboys auf wichtiger Mission
  2. IT Frauen, die programmieren und Bier trinken
  3. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix

    •  /