Softbank: Patenttrolle verklagen Entwickler von Coronavirus-Test

Blockiert ein notorischer Patenttroll die Entwicklung von Coronavirus-Tests in den USA? Die Softbank-Tochter will davon nichts gewusst haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Coronavirus-Testkit in den USA
Coronavirus-Testkit in den USA (Bild: Lindsey Wasson/Reuters)

In den USA hat eine Patentklage gegen die Entwicklung eines Coronavirus-Tests für Empörung gesorgt. Nach Angaben von Techdirt steht hinter der Klage (PDF) der japanische Risikokapitalgeber Softbank, der über die Tochterfirma Fortress Investment Group Patente des gescheiterten Biotech-Startups Theranos übernommen hat. Nun soll das Startup Biofire Diagnostics daran gehindert werden, die Patente an dem Testverfahren für das Coronavirus zu nutzen. Doch laut Fortress war zum Zeitpunkt der Klage gar nicht klar, dass Biofire einen solchen Test entwickelt.

Stellenmarkt
  1. IT-Service-Spezialist*in / Software-Entwickler*in (m/w/d) für den Applikationsbereich Soziales
    Landschaftsverband Rheinland, Köln
  2. Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter (w/m/d) im Bereich PC-Konfiguration der Polizei
    Präsidium Technik, Logistik, Service der Polizei, Stuttgart
Detailsuche

Laut Techdirt ist Fortress ein heftiger Patenttroll, der die Theranos-Patente in die Briefkastenfirma Labrador Diagnostics auslagerte. Diese wird in dem Rechtsstreit wiederum von der Anwaltskanzlei Irell& Manella vertreten, die vor einigen Jahren erfolglos versucht hatte, die Rechte eines Affen an einem Selfie einzuklagen.

Obwohl es in den USA ebenso wie in vielen anderen Ländern einen Mangel an Coronavirus-Tests gibt, soll Biofire nun verboten werden, wegen der Verletzung der ehemaligen Theranos-Patente diesen Test auf den Markt zu bringen. Die insolvente Biotech-Firma hatte angeblich ein besonderes Bluttest-Verfahren entwickelt, was sich jedoch als Betrug herausgestellt hatte. Nun soll die sogenannte Film-Array-Technik von Biofire die früheren Theranos-Patente verletzen. Fortress soll im Jahr 2017 100 Millionen Dollar dafür gezahlt haben.

Fortress teilte nun mit, dass zum Zeitpunkt der Klage nicht klar gewesen sei, dass Biofire einen Coronavirus-Test entwickle. Während die Klage am 9. März eingereicht worden sei, habe das Unternehmen die Pläne erst am 12. März 2020 bekanntgegeben. Labrador Diagnostics werde Drittanbietern nun seine patentierten Diagnoseverfahren während der Coronavirus-Krise kostenlos zur Verfügung stellen.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    28.06.-01.07.2022, virtuell
  2. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Klage sei nicht gegen Coronavirus-Tests gerichtet gewesen, hieß es weiter. Sie beziehe sich auf Aktivitäten der vergangenen sechs Jahre, die in keiner Weise mit solchen Tests in Verbindung stünden.

In den USA steht US-Präsident Donald Trump unter Druck, weil nicht genügend Coronavirus-Tests zur Verfügung stehen. Die zuständige Gesundheitsbehörde CDC soll die in Deutschland entwickelten und von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Tests abgelehnt haben, um stattdessen eigene zu entwickeln. Doch diese sollen fehlerhaft oder verunreinigt gewesen sein. Die genaue Ursache steht nach Angaben der Washington Post noch nicht fest.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


sadan 18. Mär 2020

Es gibt auch in deutschland gesetze gegen wucher. Nur eben sind kosten bei patenten nicht...

VigarLunaris 18. Mär 2020

Patentrecht zu überarbeiten, die entsprechenden Trolle als Personal für Krankenbehandlung...

/mecki78 18. Mär 2020

Wenn du eine echte Kritik hast, dann schreib sie doch einfach hin und höre auf so mit...

Netzweltler 18. Mär 2020

Ist doch genau meine Rede vom Anfangspost: Nur der Erfinder (muß selbst nicht...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Liberty Lifter
US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln

In den 1960er Jahren schockten die Sowjets den Westen mit dem Kaspischen Seemonster. Die Darpa will ein eigenes, besseres Bodeneffektfahrzeug bauen.

Liberty Lifter: US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln
Artikel
  1. Abo: Spielebranche streitet über Game Pass
    Abo
    Spielebranche streitet über Game Pass

    Nach Kritik von Sony gibt es mehr Stimmen aus der Spielebranche, die Game Pass problematisch finden - aber auch klares Lob für das Abo.

  2. Microsoft: Der Android-App-Store für Windows 11 kommt nach Deutschland
    Microsoft
    Der Android-App-Store für Windows 11 kommt nach Deutschland

    Build 2022 Der Microsoft Store soll noch attraktiver werden. So können Kunden ihre Apps künftig ohne lange Wartezeiten direkt veröffentlichen.

  3. Macht mich einfach wahnsinnig: Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW
    "Macht mich einfach wahnsinnig"
    Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor einem Jahr ein Elektroauto bei VW bestellt. Und seitdem nichts mehr davon gehört.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Controller (alle Farben) günstig wie nie: 49,99€ • Samsung SSD 1TB 79€ • LG OLED TV 77" 56% günstiger: 1.099€ • Alternate (u. a. Cooler Master Curved Gaming-Monitor 34" UWQHD 144 Hz 459€) • Sony-Fernseher bis zu 47% günstiger • Samsung schenkt 19% MwSt.[Werbung]
    •  /