Soft-SIM: SIM-Karten ohne Provider-Bindung kommen

SIM-Karten sind in den meisten Ländern von vornherein an einen Provider gebunden - und das könnte sich bald ändern. In den Niederlanden(öffnet im neuen Fenster) ist es nun erlaubt, providerunabhängige SIM-Karten anzubieten, die erst nachträglich auf einen bestimmten Provider festgelegt werden können.
Das würde es Hardwareherstellern ermöglichen, ihrerseits Großkundenverträge mit den Mobilfunkanbietern abzuschließen, die sie dann ihren Kunden zu günstigen Konditionen anbieten. Apple und Samsung könnten ihren Smartphone- und Tabletkunden damit ein Gesamtpaket verkaufen und die Karten dann dem jeweiligen Netzbetreiber zuweisen, wenn die Kunden ihre Telefone aktivieren.
Das hätte auch bei Auslandsreisen einen großen Vorteil. Die SIM-Karten könnten dann einem anderen Netzwerkbetreiber zugewiesen werden, um dem Kunden Kostenvorteile zu verschaffen. Hohe Roaming-Gebühren wären Vergangenheit.
Die sogenannten Soft-SIMs wären nicht nur für die klassischen Hardwarehersteller von Smartphones interessant, sondern auch für Anbieter der wachsenden Zahl der Produkte, die dem Internet der Dinge zugerechnet werden. Autohersteller versehen neue Fahrzeuge immer häufiger mit einer Internetanbindung, um den Fahrer und die Passagiere mit Daten versorgen zu können. Auch hier würde eine Soft-SIM viele Probleme lösen, wenn die Fahrzeuge ins Ausland oder in Netzgebiete gefahren werden, in denen ein Netzbetreiber eine bessere Abdeckung vorweist als der andere.