Social Media: Weitere interne Dokumente verstärken Druck auf Facebook

Facebooks Umgang mit Falschinformationen und Hassrede ist nicht so gut wie nach außen kommuniziert.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Interne Dokumente zeigen etliche Probleme bei Facebook auf.
Interne Dokumente zeigen etliche Probleme bei Facebook auf. (Bild: Dado Ruvic/Illustration/Reuters)

Die Veröffentlichung weiterer interner Informationen bringt Facebook verstärkt unter Druck. In den am 25. Oktober koordiniert erschienenen Berichten großer US-Medien heißt es unter anderem, Facebook falle es in vielen Ländern schwer, Falschinformationen und Hassrede zu bekämpfen. Während sich das Unternehmen der Probleme bewusst sei, präsentiere es nach außen nur Erfolge.

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So hatte Marc Zuckerberg vor dem US-Kongress erklärt, man entferne 94 Prozent der gefundenen Hassrede. Der Erfolg relativiert sich allerdings in den internen Papieren, in denen die entfernten Hasspostings auf weniger als 5 Prozent geschätzt werden. Die Artikel gehen zu großen Teilen auf interne Unterlagen zurück, die von der früheren Mitarbeiterin Frances Haugen heruntergeladen wurden.

Haugen wirft Facebook und Konzernchef Mark Zuckerberg vor, Profite über das Wohl der Nutzer gestellt zu haben. Sie tritt als Whistleblowerin auf und übergab Facebooks interne Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC und dem US-Kongress. Darunter waren Präsentationen, Studien, Diskussionsbeiträge und Strategiepapier des Unternehmens. Auch mehrere US-Medien bekamen Zugang zu den Dokumenten. Haugen hatte bereits massive Kritik an Facebook mit dem Vorwurf ausgelöst, dass der Konzern sich zu wenig um das Wohlergehen von Teenagern bei der Fotoplattform Instagram sorge.

Facebook lockerte Maßnahmen zu Falschinformation wider besseres Wissen

In den neuen Berichten geht es unter anderem darum, dass Facebook nach der US-Präsidentenwahl die Maßnahmen gegen Falschinformationen schnell gelockert und dadurch Donald Trump und seinen Anhängern Raum für Behauptungen über Wahlfälschung gelassen habe. Am 6. Januar stürmten die Anhänger des abgewählten Präsidenten den US-Kongress in Washington.

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Dabei habe sich Facebook auf die Wahl und ihre Folgen gründlich vorbereitet und das Potenzial für Gewalt nach der Wahl vorhergesehen - und erwartet, dass diese bis zu Bidens Amtseinführung am 20. Januar andauern würde, erklärten Facebook-Angestellte der Zeitung Washington Post. Den internen Unterlagen zufolge hat Facebook zudem in den USA ein Problem mit jungen Nutzern, die weniger auf die Plattform zugreifen als früher.

Eine Facebook-Sprecherin sagte der Washington Post, die Berichte gingen auf ausgewählte Dokumente ohne jeglichen Kontext zurück. Das Online-Netzwerk wies erneut den Kernvorwurf zurück, dass es Profit über das Wohl der Nutzer stelle. "Ja, wir sind ein Unternehmen und wir machen Gewinne, aber die Idee, dass wir dies auf Kosten der Sicherheit und des Wohlergehens der Nutzer erzielen, missversteht, wo unsere geschäftlichen Interessen liegen", sagte ein Sprecher. Die Wahrheit sei, dass man 13 Milliarden US-Dollar investiert habe und 40.000 Personen beschäftige, um für die Sicherheit der Nutzer zu sorgen.

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