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Social-Media-Verbot gefordert: Sachsen will Handyverbot bis zur achten Klasse

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens wird das geltende Handyverbot an Grundschulen auch auf weiterführende Schulen erweitern.
/ Ingo Pakalski
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Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) weitet das Handyverbot an Schulen aus. (Bild: Pexels)
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) weitet das Handyverbot an Schulen aus. Bild: Pexels

Das für Grundschulen geltende Handyverbot in Sachsen wird auf weiterführende Schulen ausgeweitet. Nach den Sommerferien in diesem Jahr solle die Regelung an Schulen bis zur achten Klasse gelten, erklärte Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) im Podcast Thema in Sachsen der Sächsischen Zeitung und Leipziger Volkszeitung(öffnet im neuen Fenster) .

An staatlichen Grundschulen in Sachsen gilt ein allgemeines Handyverbot(öffnet im neuen Fenster) seit dem 1. Februar 2026. Auf dem gesamten Schulgelände und auch in Pausen dürfen die Geräte nicht verwendet werden. Ob sie bei den Schülern verbleiben oder eingesammelt werden, entscheiden die Schulen individuell.

"Ich kann auf Landesebene dieses Handyverbot ausweiten. Das werde ich auch tun" , sagte Clemens. Damit endet die bisherige Praxis, dass Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen den Umgang mit privaten Smartphones selbst regeln und entscheiden können, in welchem Umfang die Geräte auf dem Schulgelände genutzt werden dürfen.

Landesschülerrat ist gegen eine Ausweitung von Handyverboten

Der sächsische Landesschülerrat hält ein Handyverbot an weiterführenden Schulen nicht für nötig. "Man sollte auch ab Klasse 5 keine Handys verbieten. Man sollte schon von klein auf lernen, wie gehe ich damit um?" , sagte Lina Zeeh, Sprecherin des Landesschülerrats. "Wenn wir in der Schule nicht dafür sensibilisiert werden, was wir mit dem Handy machen können, dann lernen wir es nie."

Parallel zur Ausweitung des Handyverbots erklärte Sachsens Kultusminister, die Medienkompetenz von Schülern stärken zu wollen. Es werde einen Medienpass als Modul geben, den Schulen "sehr einfach auch nutzen können" und bereits ab der ersten Klasse angeboten werden solle, erklärte Clemens.

Politik und Eltern fordern ein Social-Media-Verbot

In dem Podcast forderte Clemens ein bundesweites Social-Media-Verbot für Kinder. Selbst Erwachsene versuchten, ihre Bildschirmzeit zu begrenzen, argumentierte er. "Und wir erwarten gleichzeitig von Elfjährigen, dass sie verantwortungsvoll sagen: Oh, jetzt ist es aber genug mit Instagram oder Snapchat. Das funktioniert so nicht."

Diese Forderung unterstützt Ronald Lindecke, der Vorsitzende des Landeselternrates: "Kinder sind keine Testobjekte einer digitalen Aufmerksamkeitsökonomie" . Er forderte "gesetzliche Leitplanken" , wenn die Vorschlagsalgorithmen der Plattformen stärker seien als elterliche Regeln.

Es gehe um klare staatliche Rahmenbedingungen, "damit Eltern, Schulen und Kinder nicht allein gelassen werden" . Der Elternvertretung schwebt ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige vor. Der CDU-Bundesparteitag sprach sich kürzlich für ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige aus und die mitregierende SPD ist offen für gesetzliche Vorgaben, so dass entsprechende Gesetzesvorhaben bald folgen dürften.


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