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Social Media: Twitter verliert aktive Nutzer

Der Microblogging-Dienst Twitter steigert seinen Umsatz, aber die Anzahl der aktiven Nutzer geht zurück. Mitgründer und Chef Jack Dorsey verspricht einen weiteren Umbau des Kurznachrichtendienstes, um ihn für Neulinge attraktiver zu machen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Twitter-Chef Jack Dorsey
Twitter-Chef Jack Dorsey (Bild: Justin Tallis/AFP/Getty Images)

Auch Twitter-Gründer Jack Dorsey findet bisher keine Lösung für sein Unternehmen: Der Kurznachrichtendienst hat im jüngsten Quartal erstmals aktive Nutzer verloren. Damit erreichten die Wachstumsprobleme von Twitter kurz vor dem zehnten Geburtstag einen Höhepunkt. Zum Ende des Vierteljahres sei die Situation aber besser geworden, versicherte Dorsey, der im Sommer 2015 an die Firmenspitze zurückgekehrt war. Trotz eines Umsatzsprungs schrieb Twitter abermals tiefrote Zahlen.

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Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal 305 Millionen aktive Nutzer, wenn man die Abonnenten eines SMS-Dienstes herausrechnet. Das war ein Rückgang von zwei Millionen binnen drei Monaten. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs von zwei Millionen erwartet. Zusammen mit dem SMS-Dienst stagnierte die Nutzerzahl bei 320 Millionen, während an der Börse mit einem Anstieg auf etwa 323 Millionen gerechnet worden war. Dorsey argumentierte, eigentlich müsse man über 500 Millionen weitere Nutzer dazuzählen, die Tweets zu sehen bekämen, ohne bei Twitter angemeldet zu sein.

Das einst rasante Wachstum der Nutzerzahlen bei Twitter hatte sich bereits im vergangenen Jahr drastisch verlangsamt und alle Versuche, es wieder in Schwung zu bringen, blieben bisher erfolglos. Unter Dorseys Regie war im Oktober zunächst in den USA das Angebot "Moments" gestartet worden, das interessante Tweets zu Topereignissen an einem Ort zusammenführen soll. Doch auch diese Idee konnte nicht genug neue Nutzer anlocken. Das bremst auch das künftige Geschäft, denn Twitter setzt zum Geldverdienen auf Werbung wie von Firmen bezahlte Tweets.

Etwas niedrigere Verluste

Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 90,2 Millionen US-Dollar nach einem Minus von 125,3 Millionen ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr verlor Twitter wieder mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar. Der Quartalsumsatz wuchs um 48 Prozent auf 710 Millionen US-Dollar, wie Twitter nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte.

Bei stagnierenden Nutzerzahlen dürfte das bedeuten, dass Twitter immer mehr Werbung anzeigt. Die Zahl aktiver Werbekunden sei im vergangenen Quartal um 90 Prozent auf 130.000 gewachsen, hieß es. Für das laufende Vierteljahr stellte Twitter einen Umsatz von 595 bis 610 Millionen US-Dollar in Aussicht. An der Börse waren rund 627 Millionen US-Dollar erwartet worden.

Die bereits schwer gebeutelte Aktie verlor im nachbörslichen Handel zunächst mehr als 13 Prozent. Später flachte das Minus aber auf drei Prozent ab.

Änderungen bei Antworten

Dorsey kündigte an, die Funktionsweise von Twitter solle weiter verändert werden. Unter anderem seien Änderungen an der Struktur von Antworten auf Tweets geplant, die aktuell "verwirrend" sei und das Wachstum bremse. Twitter will den Nutzern bereits jetzt die Möglichkeit bieten, die Nachrichten von Software gewichten zu lassen. Bei der Option werden die Tweets nicht mehr wie gewohnt in chronologischer Reihenfolge dargestellt, sondern nach einem Algorithmus, der die für einen Nutzer relevanten Nachrichten höher einsortiert. Dorsey stellte auch schon die von Anfang an gängige Einschränkung auf 140 Zeichen pro Tweet infrage.

Außerdem wolle er das Führungsteam ausbauen, sagte Dorsey. Im Januar hatten mehrere Topmanager Twitter verlassen. Er glaube nach wie vor, dass Twitter das weltgrößte vernetzte Publikum auf der Welt zusammenbringen könne. Facebook als weltgrößtes Onlinenetzwerk hat rund 1,6 Milliarden aktive Nutzer.



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a.ehrenforth 12. Feb 2016

Müsste ich die Twitter Software nutzen, wäre ich auch schon längst weg. Es gäbe so viele...

tibrob 12. Feb 2016

Irgendwann ändert sich das. Die Masse ist zwar blöde wie Knäckebrot, aber auch die ist...

bofhl 11. Feb 2016

Hätten sie nicht vor einiger Zeit den blöden Stunt mit den APIs und der Begrenzung der...


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