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Social Media: Foodwatch will Regulierung von Influencer-Marketing

Auf Youtube , Instagram und Tiktok kochen, backen und essen erfolgreiche Influencer ungesunde Nahrung. Foodwatch fordert mehr Regulierung.
/ Peter Steinlechner
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Influencer Desue mit seinem 30-Euro-Burger (Bild: Simon Desue)
Influencer Desue mit seinem 30-Euro-Burger Bild: Simon Desue

Wenn Simon Desue bei McDonald's isst, dann nicht den lumpigen Standard-Big-Mac. Stattdessen lässt sich Desue eine Spezialversion mit extra viel Fleisch für 30 Euro bauen - die der Influencer dann in einem Video verspeist, das bislang mehr als eine halbe Million Menschen gesehen haben.

Nicht ganz unwichtig: Desue macht auch bezahlte Werbung für McDonald's. Ein Reklamevideo für den Konzern wurde auf Tiktok unter der Überschrift #IssmirWurstChallenge ebenfalls mehr als eine halbe Million Mal angeschaut, es hat über 80.000 Likes bekommen.

Auf diesen Zusammenhang weist Foodwatch in einem Report ( Junkfluencer-PDF(öffnet im neuen Fenster) ) hin. Die Verbraucherschutzorganisation hat 2020 über einen Zeitraum von mehreren Wochen Tausende Posts, Storys und Videos von Influencern untersucht und Belege für entsprechende Werbung dokumentiert.

Foodwatch macht der Lebensmittelindustrie den Vorwurf, sich damit vor allem an Kinder und Jugendliche zu richten - an den Eltern vorbei - und Fehlernährung und Fettleibigkeit zu fördern. "Coca-Cola, McDonald's & Co. sabotieren die Bemühungen vieler Eltern, ihre Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern" , kommentieren die Verbraucherschützer.

Jeder fünfte Todesfall in Deutschland sei auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Die Forderung: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner soll die Werbung in den sozialen Netzwerken beschränken.

Foodwatch: Freiwillige Beschränkungen reichen nicht

Das sei nötig, weil etwa eine Studie der Marktforschungsagentur M-Science zu dem Ergebnis komme, dass sich 11- bis 15-Jährige ihren Online-Stars "bedingungslos hingeben" und deren Aussagen "vollstes Vertrauen" entgegenbrächten.

Foodwatch nennt Namen von mehreren Infuencern. Neben Simon Desue sind den Verbraucherschützern unter anderem Viktoria und Sarina aufgefallen, die auf ihren Kanälen unter anderem für Coca-Cola und McDonald's sowie in Kooperation mit Coppenrath & Wiese eine eigene Torte bewerben würden.

Kritik gibt es auch an der besonders reichweitenstarken Lifestyle- und Beauty-Influencerin Julia Beautx, die zusammen mit dem Youtuber Jonas Ems unter anderem auf Instagram für die Mondelez-Schokoladenmarke Milka wirbt. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner setzt bislang darauf, dass sich die Industrie freiwillig beschränkt. Nach Angaben von Foodwatch hat die CDU-Politikerin die Werbewirtschaft um eine Verschärfung der freiwilligen Verhaltensregeln für Kinderwerbung gebeten, passiert ist bislang aber nichts Derartiges.


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