Social Media: Facebook verliert erstmals Nutzer - Aktie im Sturzflug

Facebook macht Apples Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre für rückläufige Umsätze verantwortlich.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebooks Nutzerzahl geht zurück.
Facebooks Nutzerzahl geht zurück. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Facebook hat ein Tiktok-Problem: Das weltgrößte Online-Netzwerk hat im vergangenen Quartal erstmals kaum neue Nutzer dazugewonnen. Die Zahl täglich aktiver Mitglieder sank sogar binnen drei Monaten um rund eine Million. Bei monatlicher Aktivität gab es ein für Facebook-Verhältnisse mageres Plus von zwei Millionen.

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Zusammen mit der Enttäuschung über die Umsatzprognose für das laufende Quartal trieben die Zahlen Anleger in die Flucht: Die Aktie des Dachunternehmens Meta verlor in einem spektakulären Kurssturz im nachbörslichen Handel am Mittwoch fast 23 Prozent.

Gründer und Chef Mark Zuckerberg verwies ausdrücklich auf Konkurrenz unter anderem durch die Video-App Tiktok. "Die Leute haben jede Menge Auswahl, wie sie ihre Zeit verbringen wollen - und Apps wie Tiktok wachsen sehr schnell", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch seine Plattform werde fortan noch stärker auf kurze Videos setzen, gab der 37-Jährige das Ziel des Unternehmens vor.

Facebook sieht Zukunft in Reels

Das Unternehmen entwickelte dafür den hauseigenen Tiktok-Konkurrenten Reels. Der neue Fokus werde zunächst auf die Erlöse drücken, räumte Zuckerberg ein. Denn Reels-Anzeigen seien weniger lukrativ als etwa der Platz im Newsfeed der Nutzer. Doch das sei auf lange Sicht der richtige Schritt für die Plattform.

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Die abrupte Aktivitätsbremse traf alle Bereiche. Ein Rückgang der Zahl täglich aktiver Nutzer von 1,93 auf 1,929 Milliarden mag nicht wie eine große Sache wirken. Aber noch im Vierteljahr davor war der Wert um 22 Millionen gestiegen - und im zweiten Quartal 2021 wuchs die Nutzerbasis um 30 Millionen. Facebook verfehlte auch die Erwartungen der Analysten, die von 1,95 Milliarden täglich aktiven Nutzer ausgegangen waren.

Nur geringer Zuwachs bei Nutzerzahlen für Whatsapp und Instagram

Das Facebook-Unternehmen Meta zählt auch, wie viele Nutzer mindestens eine seiner Apps nutzen - dazu gehören unter anderem auch Whatsapp und Instagram. Mit einem Plus von 10 Millionen auf 2,82 Milliarden täglich fiel auch hier das Wachstum ungewöhnlich niedrig aus. Im Vorquartal waren noch 50 Millionen dazugekommen.

Facebook hatte in der Coronapandemie die Anleger mit üppigen Wachstumsraten verwöhnt. Auch daher schlug die Prognose von 27 bis 29 Milliarden US-Dollar Umsatz im laufenden Quartal besonders hart ein. Denn sie bedeutet, dass die Erlöse im Jahresvergleich vielleicht nur um drei Prozent wachsen werden.

Facebook macht Apple für Umsatzrückgang verantwortlich

Das Unternehmen verwies zur Begründung einmal mehr auf Apples Maßnahmen für mehr Privatsphäre auf dem iPhone, die das Facebook-Geschäft schon seit Monaten bremsen. Meta rechne damit, dass dies den Umsatz in diesem Jahr um 10 Milliarden US-Dollar drücken werde, sagte Finanzchef Dave Wehner.

App-Anbieter wie Facebook müssen iPhone-Nutzer seit vergangenem Jahr fragen, ob sie zu Werbezwecken ihr Verhalten quer über verschiedene Dienste und Websites nachverfolgen dürfen. Sehr viele iPhone-Besitzer lehnten dies ab.

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Dadurch kann Facebook die Anzeigen schlechter auf einzelne Nutzer zuschneiden. Das zentrale Geschäftsmodell des Unternehmens ist es aber, Anzeigen exakt den von Werbekunden gewünschten Zielgruppen zu zeigen. Mit dem Nein der iPhone-Nutzer zum Tracking wurde es für das Unternehmen schwieriger, sowohl Informationen über Interessen der Nutzer zu sammeln als auch den Erfolg der Werbekampagnen zu messen.

Will Facebook gegen Apple vorgehen?

Die Worte des Finanzchefs erweckten zudem den Eindruck, Meta lote eine Beschwerde mit dem Vorwurf unfairen Wettbewerbs aus. Die Einschränkungen seien auf Apps zugeschnitten, während im Webbrowser zum Beispiel Suchmaschinen weiterhin Zugang zu mehr Informationen für die Personalisierung von Werbung hätten, kritisierte Wehner.

"Wir glauben, dass Googles Geschäft mit Suchmaschinen-Anzeigen im Vergleich zu Diensten wie unseren profitiert haben könnte", sagte er. Und die Milliarden, die Apple jedes Jahr von Google bekomme, seien ein Anreiz, diese "Diskrepanz" fortzuführen. Google zahlt dafür, als Standard-Suchmaschine in Apples Webbrowser Safari voreingestellt zu sein. Nutzer können die Suchmaschine jederzeit ändern.

So steht Facebook bei virtueller Realität da

Meta veröffentlichte auch erstmals ausführlichere Zahlen zu seinem Geschäft mit virtueller Realität. Daraus soll mit der Zeit die digitale Welt Metaverse entstehen, in der Zuckerberg die ferne Zukunft des Unternehmens sieht. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz der Sparte Reality Labs im Jahresvergleich von 717 auf 837 Millionen US-Dollar zu.

Zugleich stieg auch der operative Verlust von rund 2,1 auf 3,3 Milliarden US-Dollar. Im gesamten vergangenen Jahr häufte die Sparte rote Zahlen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar an, unter anderem für Forschung und Entwicklung. Finanzchef Wehner stellte in Aussicht, dass die Ausgaben in diesem Jahr noch weiter steigen würden.

Der Umsatz wuchs unterdessen im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um ein Fünftel auf knapp 33,7 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich sank der Gewinn um acht Prozent auf knapp 10,3 Milliarden US-Dollar.

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tomate.salat.inc 04. Feb 2022

Ja ich weiß - sagt die Band ja auch selber. Und ich hab auch auf die Art und Weiße...

Trollversteher 04. Feb 2022

OK, den Fehler begehen allerdings auch viele, die meinen, sie müssten jede Werbeanzeige...

dasbinich 03. Feb 2022

Kenne Leute, die nutzen den Messenger für Gruppenvideochats mit der Familie, welche auf...

MrKlein 03. Feb 2022

Wenn man sich Facebook richtig einrichtet, erspart einem Facebook sehr sehr viel...



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