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Schon wieder was Neues: 150-mal am Tag schauen Smartphone-Besitzer im Durchschnitt auf ihr Telefon.
Schon wieder was Neues: 150-mal am Tag schauen Smartphone-Besitzer im Durchschnitt auf ihr Telefon. (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)

Soziale Netzwerke halten Nutzer in einer Endlosschleife

Die Kulturanthropologin Natasha Schüll untersuchte jahrelang das Verhalten von Glücksspielern, die ihre Zeit vor Automaten verbringen. Eines ihrer Ergebnisse: Den Zockern war bewusst, dass sie nicht den Jackpot knacken würden. Ihnen ging es um das Eintauchen in eine Endlosschleife. Einen Knopf drücken, eine Reaktion bekommen, den Knopf erneut drücken, eine minimal andere Reaktion bekommen.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter nutzen dieses Prinzip aus. Die Informationen sind also mal interessant, mal nicht, immer ein bisschen anders. Jedes einzelne Like, jeder Kommentar ist eine eigene Benachrichtigung, Teil der Endlosschleife. Endet ein Video auf Youtube oder Netflix, beginnt das nächste automatisch. Die Fotos auf Instagram hören nicht auf. Es gibt keine Gründe, die Netzwerke zu verlassen, eine Hilfestellung erst recht nicht.

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Harris betont, dass die Designer nicht aus bösem Willen handeln: "Sie denken natürlich nicht darüber nach, wie sie jemanden manipulieren können. Sie wollen die Welt miteinander vernetzen." Doch dabei folgen sie Anreizen, die wichtig für das Silicon Valley sind - und gaukeln Nutzern vor, dass auch sie davon profitieren.

Das Verheimlichen dessen, was fehlt

Diese Anreize nennt Harris Tricks, wie sie auch ein Magier einsetzt (Harris selbst war früher einer). "Dabei geht es um das Menü, das ich meinem Publikum präsentiere." Soziale Netzwerke bieten Optionen, verheimlichen gleichzeitig aber, dass sie andere ausklammern.

Genau an diesem Punkt will Harris ansetzen. Vorschläge hat er genug. Facebook könnte Nutzer einstellen lassen, wann sie sich Nachrichten durchlesen wollen. Schreibt jemand außerhalb dieser Zeit, bekommt er diese Information mitgeteilt - und kann in dringenden Fällen die Botschaft dennoch durchdrücken. So wissen beide Seiten, wie sie zu reagieren haben, sagt Harris.

Die Wahl, die ein Nutzer heutzutage habe, sei die zwischen allem oder nichts. Die Ermahnung an Menschen, weniger oft auf ihr Smartphone zu schauen, gehe an der Sache vorbei. Denn auf der einen Seite stehe eine Einzelperson, auf der einen Seite eine Armada aus hochqualifizierten und gut bezahlten Menschen, deren einziger Job darin bestehe, die Aufmerksamkeit dieser Person zu kapern. Ein unfairer Kampf, den Menschen im Durchschnitt pro Tag 150-mal verlieren. So oft schauen sie auf ihr Smartphone.

 Social Media: Ein Netzwerk wie ein Glücksspielautomat

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lala1 09. Jun 2016

Ja sehe ich ähnlich. Und was für ein Theater gemacht wird wenn mal unfriended wird oder...

lala1 09. Jun 2016

Der geht deutlich in die Tiefe und macht noch mehr offensichtlich wo man jeden Tag...

windbeutel 09. Jun 2016

Das würde ich so unterschreiben. Ich hatte vor kurzer Zeit auch mal etwas intensiveren...

max030 09. Jun 2016

Danke dafür!



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