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Social-Media-Bann in Australien: Die Technik hinter dem Verbot - und wie sie umgangen wird

Hinter dem Verbot stehen Techniken, die Alter aus Verhalten, Bildern, ID-Daten ableiten. Doch viele Jugendliche finden Wege, das zu umgehen.
/ Oliver Jessner
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Aufnahme eines Displays eines australischen Teenagers, der versucht hat, sich bei Instagram einzuloggen (Bild: AFP via Getty Images)
Aufnahme eines Displays eines australischen Teenagers, der versucht hat, sich bei Instagram einzuloggen Bild: AFP via Getty Images
Inhalt
  1. Social-Media-Bann in Australien: Die Technik hinter dem Verbot - und wie sie umgangen wird
  2. Was der Leitfaden vorschreibt
  3. Schlupflöcher im Verbot
  4. Der Autor meint: Symbolpolitik statt Schutz

Seit dem 10. Dezember 2025 dürfen zehn große Netzwerke, darunter Tiktok, Instagram, Facebook und Youtube, keine eigenen Konten mehr für Jugendliche unter 16 Jahren führen. Plattformbetreibern drohen saftige Strafen von bis zu 49,5 Millionen AUD (rund 28 Millionen Euro), wenn sie sich nicht an die Regel halten(öffnet im neuen Fenster) .

Doch wie sollen Facebook und Co. technisch gewährleisten, dass alle betroffenen Jugendlichen ausgesperrt sind? Und welche Tricks setzen clevere Teenager dagegen ein? Der folgende Überblick erklärt Hintergründe, Mechanismen und Umgehungswege dieses weltweit einzigartigen Verbots.

Social-Media-Bann für Kinder

Australiens Gesetz verbietet Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eigene Konten auf großen Social-Media-Plattformen. Zehn der größten Anbieter (nämlich Meta mit Facebook/Instagram/Threads, Snapchat, Tiktok, Youtube, Twitch, X, Reddit und Kick) wurden per Gesetz angewiesen, "reasonable steps" zu ergreifen, um unter 16-Jährige auszuschließen.

Praktisch müssen sie bereits existierende Accounts von unter 16-Jährigen löschen und neue Anmeldungen von ihnen unterbinden(öffnet im neuen Fenster) .

Schon am ersten Tag wurden etwa auf Tiktok rund 200.000 Konten deaktiviert, viele Jugendliche posteten Hashtags wie "#seeyouwhenim16" , um Abschied zu nehmen. Australien geht hier weltweit voran, es bleibt aber zunächst ein Experiment. Denn wie genau die Plattformen das Verbot technisch umsetzen sollen, ist die zentrale Frage.


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